Vision 2025: Österreichische Nationalbibliothek will nur noch eBooks archivieren

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Schon seit geraumer Zeit arbeitet die Österreichische Nationalbibliothek mit dem Suchmaschinenriesen Google zusammen, um die Buchbestände zu digitalisieren. 600.000 Titel sollen so ihren Weg ins digitale Zeitalter schaffen, was unterm Strich bis zu 60 Millionen Euro kosten wird. Die Kosten dafür übernimmt Google. 2017 soll die Digitalisierung, welche in Bayern stattfindet, abgeschlossen und online abrufbar sein.

Das ist aber laut der jüngsten Ausrichtung der Nationalbibliothek nicht das Ende des Digitalisierungsdrangs. Wie man in der „Vision 2025“ festhält, sollen in Zukunft mehr eBooks als traditionelle Bücher archiviert werden. „Wir sind die erste Kultur- und Wissensinstitution, die eine Vision für die Zukunft entwickelt hat“, so die Generaldirektorin.

Diese Ausrichtung ist aber nur möglich, da durch eine angestrebte Novelle des Mediengesetzes die Pflicht zur physischen Sammlung von Neuerscheinungen gestrichen werden soll. Gibt es von einem Buch eine gedruckte und eine digitale Version, kann auf das Papierbuch verzichtet werden.

Wie genau der digitale Speicher aussieht, ist noch nicht klar. Es werden aber auch Cloudlösungen geprüft, wobei hier auch neue Rechts- und Sicherheitsfragen auftreten. Der Fokus auf’s Digitale ist aber nicht nur der aktuellen Entwicklung verschuldet, sondern dürfte auch praktische Gründe haben. Der Nationalbibliothek geht der Platz aus. Wenn die Infrastruktur zum Speichern der eBooks erstmal steht, dann wird natürlich auch weniger Platz benötigt.

2011 haben rund 500.000 Personen die Österreichische Nationalbibliothek besucht und 9,3 Millionen Online-Anfragen gingen ein. Dieses Verhältnis wird sich mit der Neuausrichtung in den nächsten 10-15 Jahren vermutlich deutlich verschieben.