Kobo Arc 10 HD

Die dedizierten Lesegeräte des (japanisch-)kanadischen Unternehmens Kobo sind fixer Bestandteil verschiedener eBook Reader Märkte rund um den Globus. Kobo ist nach der Übernahme durch Rakuten besonders durch die aggressive Expansionspolitik aufgefallen, sodass die Firma in vielen verschiedenen Ländern als eBook-Händler aktiv ist.

Im Herbst 2013 wurde die neue Gerätereihe vorgestellt, die besonders auffällig auf ein einheitliches Design ausgerichtet ist. Der Kobo Aura eBook Reader im 6 Zoll Format erinnert mit seinem Aussehen sofort an ein Tablet und auch die Tablet-Neuvorstellungen bedienen sich der gleichen Formensprache. Somit erkennt man auch ohne Firmenlogo sofort die Verwandtschaft der Geräte.

Eines der neuen Tablets ist das Kobo Arc 10 HD. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um ein Gerät mit 10 Zoll Bildschirmdiagonale und einem hochauflösenden Bildschirm. Damit schließt Kobo im Tablet-Segment technisch erstmals zu Samsung und Google auf und will dabei auch für Lesefreunde ein attraktives Gerät liefern. Dabei ist das Kobo Arc 10 HD mit einem Preis von rund 370 Euro aber deutlich günstiger als das Samsung Gegenstück und schneller als das gleich bepreiste Google Nexus 10. Ob der Spagat zwischen Preis und Leistung gelungen ist, erfährst du im nachfolgenden Testbericht.

Unboxing

Das Arc 10 HD wird in einer von Kobo gewohnt eleganten Verpackung ausgeliefert. Im überaus stabilen Karton befindet sich neben dem Tablet auch eine Schnellstartanleitung, ein Micro-USB-Kabel und ein Netzteil mit einer großzügigen Ausgangsleistung von 2 Ampere. Der Lieferumfang entspricht damit anderen Tablets in der Preis- und Leistungs-Klasse.

Tablets gibt’s inzwischen in allen möglichen Größen, hier zu sehen von rechts nach links: 10 Zoll (Kobo Arc 10 HD), 8,9 Zoll (Tolino Tab 8,9″), 7,85 Zoll (PocketBook SURFPad 3) und 7 Zoll (Kobo Arc HD)

Verarbeitung

Hat man das Tablet aus der Verpackung genommen, setzt sich der gute Eindruck fort. Das Gerät liegt satt in der Hand und macht einen sehr soliden Eindruck – nichts wackelt oder knarzt. Auch die sonstige Verarbeitung weiß zu überzeugen. Das Urteil: Alles bestens.

Der Bildschirm sitzt – wie im Tablet-Sektor gewohnt – unter einer Glasschicht, die sich fast bis an die Geräteränder zieht. Rund um das Displayglas befindet sich der wenige Millimeter dünne Gehäuserahmen. Das Arc 10 HD gibt sich mit diesem Aufbau optisch zwar eher unauffällig, weiß aber mit der minimalistischen Front dennoch zu gefallen. Dass das Tablet in erster Linie auf die Bedienung im Querformat-Modus ausgerichtet ist, signalisiert das in der linken unteren Ecke im Querformat platzierte Kobo Logo. Auch die Kamerapositionierung an der Front zeigt diese bevorzugte Halteposition des Geräts an.

Die ungewöhnliche Rückseite des Kobo Arc 10 HD

Die Rückseite des Kobo Arc 10 HD entpuppt sich als sehr viel ungewönhlicher. Sie ist an den Rändern mit Schrägen versehen, die wohl der besseren Handhabung dienen sollen. Ein positiver Effekt ist zwar nicht zu bemerken, aber negativ wirkt sich das Design ebenfalls nicht aus. Auf der Rückseite befinden sich außerdem die Stereo-Lautsprecher.

Am rechten oberen Geräterand befindet sich der Einschalt-Schieber, der wie bei einigen eBook Readern funktioniert und das Gerät in den Standby-Modus versetzt oder aufweckt (bzw. ein- und ausschaltet). Direkt daneben befindet sich eine kleine Status-LED die vorhandene Android-Benachrichtungen signalisiert.

Den Schieber kennt man bereits von den Kobo eBook Readern

Auf der rechten Seite befindet sich – ebenso intuitiv platziert wie der Einschalt-Schieber – die Lautstärkenwippe. Linksseitig findet man die Anschlüsse: Micro-USB, Micro-HDMI und 3,5mm Klinkenanschluss.

Mit einem Gewicht von 627 Gramm gehört das Kobo Arc 10 HD eher zur schweren Sorte. Das Google Nexus 10 wiegt zwar nicht viel weniger (603 Gramm), aber andere aktuelle Geräte zeigen, dass durchaus Einsparungspotential vorhanden ist: Das Samsung Note 10.1 2014 wiegt nur 547 Gramm, das iPad Air (9,7 Zoll Display) sogar nur 469 Gramm.

Ausstattung

Die Ausstattung des Kobo Arc 10 HD präsentiert sich ein wenig wechselhaft. Während einige Spezifikationen dem Standard entsprechen (und z.T. darüber hinausgehen) muss man wiederum auf andere Dinge verzichten. Das hochauflösende Display (siehe unten) ist das Herzstück des Tablets. An der Vorderseite befindet sich eine 1,3 Megapixel-Kamera, mit der auch 720p-Videos aufgenommen werden können. WLan 802.11 a/b/g/n mit Miracast-Unterstützung gehört ebenso zu den Drahtlosverbindungen wie Bluetooth 4.0. Lage- und Helligkeitssensoren dürfen da natürlich auch nicht fehlen.

Die 1,3 Megapixelkamera an der Front kann auch Videos mit einer Auflösung von 720p aufnehmen

Verzichten muss man hingegen auf GPS und NFC. Das dürfte für die meisten Nutzer aber zu verkraften sein. Sauer stoßt hingegen das Fehlen einer Speicherkartenerweiterung auf. Das Kobo Arc 10 HD verfügt über 16 GB (12,4 GB verfügbar) internen Speicher, der nicht erweitert werden kann.

Positiv zu erwähnen ist wiederum der vorhin schon genannte Micro-HDMI-Anschluss, mit dem man die Inhalte auch auf einen größeren Bildschirm übertragen kann.

Als kleine Besonderheit ist der verwendete Nvidia Tegra 4 Chipsatz zu nennen, der in sonst kaum einem anderen Gerät zur Anwendung kommt. Dieser gehört aktuell zu den schnellsten am Markt und braucht sich hinter der Konkurrenz von Qualcomm nicht zu verstecken. Die Quadcore-CPU taktet mit 1,8 GHz und wird von einer 72-Kern-GPU unterstützt. Der Arbeitsspeicher beträgt 2 GB, was dem Standard in der Leistungsklasse entspricht.

Die Qualität der Stereolautsprecher kann zwar nicht ganz mit den Kindle Fire HD(X) Geräten mithalten, ist aber dennoch gut und für den mobilen Betrieb völlig ausreichend.

Display

Der hochauflösende Bildschirm ist das Herzstück des Kobo Arc 10 HD und ohne Zweifel ein echter Hingucker. Das 10 Zoll große Display löst mit 2.560×1.600 Pixeln auf, was eine Pixeldichte von 300 ppi ergibt. Besonders bei der Schriftdarstellung beim Internetsurfen oder Lesen kann man den Unterschied zu niedriger auflösenden Geräten sofort erkennen.

Das IPS-Panel sorgt außerdem für eine sehr gute Blickwinkelstabilität, sodass man auch beim Schräghalten des Geräts keine großen Qualitätseinbußen bei der Betrachtung in Kauf nehmen muss.

Bei der Bilddarstellung und -qualität gibt sich das Kobo Arc 10 HD ebenfalls keine Blöße: Es gibt keine Lichthöfe oder Verfärbungen und auch Pixelfehler konnten wir nicht entdecken. Die maximale Helligkeit befindet sich mit 321 cd/m² auf durchschnittlichem Niveau. Für Innenräume ist dieser Wert zwar völlig ausreichend, im Freien kann es allerdings auch an eher schattigen Tagen problematisch mit der Ablesbarkeit werden. Damit ist das Kobo Tablet aber nicht alleine, denn auch viele andere Geräte bieten nicht mehr. Zu den Ausnahmen gehören aber z.B. die Geräte von Amazon oder Apple: Das Kindle Fire HDX 8.9 bietet 475 cd/m², das iPad Air 470 cd/m².

Bei der minimalen Helligkeit von 12 cd/m² gibt’s wiederum nichts auszusetzen. Das ist auch für den Betrieb bei absoluter Dunkelheit ausreichend niedrig, um nicht geblendet zu werden.

Auch bei bedecktem Himmel ist die maximale Helligkeit des Kobo Arc 10 HD eine Spur zu gering

Die Helligkeit kann entweder manuell über den entsprechenden softwareseitigen Schieberegler verstellt oder automatisch per Helligkeitssensor reguliert werden. Das Kobo Arc 10 HD bietet außerdem die Möglichkeit die Farbtemperatur anzupassen. Ab Werk kommt der sRGB Modus zum Einsatz, der eine recht warme Farbtemperatur aufweist. Auf Wunsch kann man auf den „nativen“ Modus wechseln, der eine kalte Farbtemperatur besitzt und sich deutlich näher an der Darstellung anderer Tablets befindet. Letztendlich ist es aber Geschmackssache welchen Modus man nutzen möchte. In jedem Fall ist es positiv zu werten, dass die Option zur Umschaltung existiert.

Außerdem kommt ein hochwertiger 10-Punkt-Multitouchscreen zum Einsatz der bereits kleinste Berührungen zuverlässig erkennt. Die Sensorpunkte des kapazitiven Gitters sind auch bei genauem Hinsehen kaum sichtbar.

Unterm Strich gibt es am Bildschirm kaum etwas auszusetzen: Die hohe Auflösung sorgt für eine erwartungsgemäß ausgezeichnete Bildschärfe, die Farbdarstellung ist variabel einstellbar, der Touchscreen reagiert ausgezeichnet und Darstellungsfehler (Pixelfehler, Verfärbungen, Lichthöfe …) sucht man vergebens. Einzig die maximale Helligkeit könnte für meinen Geschmack etwas höher ausfallen. Aber selbst dieser kleine Makel kann einem den Spaß am Display nicht nehmen.

Leistung und Benchmarks

Neben der Bildschirmdarstellung ist natürlich auch die Leistungsfähigkeit des Tablets ein wichtiger Punkt, den man im Alltag immer wieder zu spüren bekommt. Wir haben das Kobo Arc 10 HD wie üblich durch einen kurzen Benchmark-Parcour geschickt, um einen Eindruck von der Performance des Geräts zu bekommen.

Der Tegra 4 Chipsatz ist nicht besonders weit verbreitet und das Kobo Arc 10 HD ist das erste Tablet mit diesem Chipsatz das es zu uns geschafft hat. Umso gespannter waren wir natürlich auf die Ergebnisse. Ohne lange um den heißen Brei zu reden, kann man klar sagen: Das Kobo Arc 10 HD ist das leistungsfähigste Tablet, das wir bisher getestet haben. In allen Benchmarks deklassiert es die Konkurrenz und zeigt einen großen Leistungssprung vom Tegra 3 Chipsatz im Nexus 7 (2012).

Einzig beim Epic Citadel Benchmark kann das Tablet den Vorsprung nicht in Zahlen umwandeln, was allerdings ganz einfach an der vielfach höheren Auflösung des Geräts gegenüber den anderen getesteten Tablets liegt. Mit dem Ergebnis liegt man aber dennoch im Spitzenfeld und muss keine Angst vor eine ruckeligen Spieleperformance haben.

Dabei ist auch wichtig zu erwähnen, dass gute Benchmarkergebnisse nicht immer bedeuten, dass auch die sonstige Leistung stimmt. In diesem Fall kann man aber beruhigen, denn die Bedienung des Kobo Arc 10 HD erfolgt völlig problemlos und absolut flüssig – genauso wie man sich das erwartet.

Nachfolgend die Ergebnisse der Benchmarks:

Sunspider (niedriger ist besser)

  • Kobo Arc 10 HD: 533
  • Kindle Fire HD 7 (2013): 936
  • Surfpad 2: 1096
  • Tolino Tab 7″: 1510
  • Kobo Arc: 1512
  • Nexus 7 (2012): 1717
  • Kindle Fire HD 7 (2012): 1789

Linpack Multi-Thread (höher ist besser)

  • Kobo Arc 10 HD: 661,353
  • Nexus 7 (2012): 130,126
  • Tolino Tab 7″: 112,972
  • Kindle Fire HD 7 (2013): 92,218
  • Kobo Arc: 90,244
  • Surfpad 2: 76,389
  • Kindle Fire HD 7 (2012): 73,756

AnTuTu 4 (höher ist besser)

  • Kobo Arc 10 HD: 30252
  • Tolino Tab 7″: 18268
  • Kindle Fire HD 7 (2013): 14531

Quadrant (höher ist besser)

  • Kobo Arc 10 HD: 13641
  • Tolino Tab 7″: 5345
  • Nexus 7 (2012): 3600
  • Kindle Fire HD 7 (2013): 3059
  • Surfpad 2: 3055
  • Kobo Arc: 3040
  • Kindle Fire HD 7 (2012): 2177

Epic Citadel HQ (höher ist besser)

  • Kobo Arc: 58,9
  • Kindle Fire HD 7 (2013): 57,6
  • Kobo Arc 10 HD: 56,4
  • Nexus 7 (2012): 52,1
  • Tolino Tab 7″: 38,8
  • Surfpad 2: 34,7
  • Kindle Fire HD 7 (2012): 31,2

Allgemeine Bedienung; Benutzeroberfläche

Als Betriebssystem kommt Android 4.2.2 zum Einsatz, wobei sich die Ersteinrichtung vom üblichen Android-Start ein wenig unterscheidet. Hat man die Sprache (und das Land) gewählt, muss (!) man sich mit einem WLan-Netzwerk verbinden. Daraufhin wird ein rund 150 MB großes Update heruntergeladen und installiert. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten.

Damit kommen wir zum zweiten großen Kritikpunkt am Gerät: Das Kobo Arc 10 HD erfordert eine zwingende Registrierung eines Kobo-Benutzerkontos (oder bei Facebook bzw. eines Partnersystems z.B. von Fnac). Zwar kann man das auch mit falschen Daten anlegen, allerdings macht das die Sache kaum besser, denn ohne WLan-Verbindung kann man das Tablet nicht in Betrieb nehmen. Eine Android-übliche Inbetriebnahme ohne Zwangsregistrierung wäre uns hier deutlich lieber gewesen, zumal auch unklar ist, welche Daten an Kobo übermittelt werden.

Launcher mit Kobo-App-Integration

Nach der Ersteinrichtung landet man schließlich am Homescreen. Dieser orientiert sich im Großen und Ganzen an der regulären Android-Jellybean Oberfläche, ist aber mit einigen Änderungen versehen.

Am unteren Bildschirmrand befinden sich Verknüpfungen zu fünf vorinstallierten Apps: Kobo Shop, Gmail, Google Play Store, Browser und Facebook. Diese kann man nach Belieben auswechseln. Am linken Rand dieser Liste wird ein anpassbares (aber nicht ausblendbares) Benutzerbild angezeigt.

Wie üblich befindet sich am oberen Bildschirmrand die Statusleiste die zweigeteilt für Benachrichtigungen und Einstellungen bedient werden kann. Am unteren Bildschirmrand befindet sich die Navigationsleiste mit folgenden Verknüpfungen:

  • Zurück
  • Home
  • Offene Apps
  • Sprachsteuerung
  • Suche
  • App-Übersicht

Die offensichtlichste Änderung kommt zum Vorschein, wenn man am Homescreen nach links wischt. Üblicherweise kommt man so auf eine weitere frei belegbare Fläche für Widgets und App-Verknüpfungen. Beim Kobo Arc 10 HD wechselt man so allerdings direkt in die Kobo-Anwendung, die im Launcher integriert ist. In einer Kachelansicht, die man bereits von den eBook Readern kennt, werden die letzten Ereignisse angezeigt (zuletzt hinzugefügte und gelesene eBooks, Pocket-Artikel und Empfehlungen).

Auf Wunsch kann man mit einem einfachen Antippen den Buchtitel öffnen. Wischt man hingegen nochmal nach links, werden die Sammlungen angezeigt, die mit dem Kobo-Konto verknüpft sind. Man bedient sich dabei der Optik einer Regalansicht, wobei man nur den Buchrücken sieht. Den Sammlungen werden automatisch verschiedene Farben zugewiesen, die sich nicht ändern lassen. In einer Sammlung können auch beliebig viele Untersammlungen angelegt werden (bei einer Tiefe von 15 Ebenen haben wir aufgehört). Das Ganze funktioniert sowohl im Hoch- als auch im Querformat.

Die Sammlungsorganisation funktioniert unkompliziert mittels Drag & Drop

Öffnet man eine Sammlung, werden darin alle befindlichen eBooks in einer Coveransicht angezeigt. Diese lässt sich nach zuletzt gelesen, Titel und Autor sortieren.

Nach kurzer Eingewöhnung geht die Bedienung des Launchers mit integrierter Kobo-App schnell von der Hand. Allerdings gibt es zwei Nachteile: Die App unterstützt keine Adobe DRM geschützten eBooks und die Anzahl der Startbildschirme ist nicht erweiterbar. Hat man mehrere App-Verknüpfungen und Widgets am Homescreen platziert, dann hat man bei Platzmangel keine Möglichkeit weitere Bildschirme hinzuzufügen. Man ist als Nutzer daher schnell gezwungen auf einen alternativen Launcher zu wechseln, was bedeutet, dass der Vorteil der direkten Kobo-Integration verloren geht. Man kann die Kobo-App natürlich weiterhin separat starten und nutzen, aber der Fokus den Kobo mit der Launcher-Intergation im Sinn hatte, ist damit jedenfalls verloren.

Hat man schließlich eines der eBooks geöffnet, landet man in der Kobo-Lese-App. Zum Weiterblättern tippt man auf oder wischt über das Display.

In der App hat man auch die Möglichkeit ein paar Anpassungen vorzunehmen, wobei sich die Optionen im Vergleich zu den Kobo eBook Readern deutlich in Grenzen halten. Man hat die Wahl zwischen 2 Schriftarten (+Verlagsstandard) und 15 Schriftgrößen. Außerdem kann man im Querformat auf einen Zweispaltenmodus umschalten. Die Zeilen- und Randabstände lassen sich nicht verändern. Den Seitenhintergrund kann man zwischen Weiß, Schwarz und Sepia wechseln.

Außerdem kann man die Ausrichtung fixieren, die Statusleiste verstecken, die Lautestärketasten zum Blätterm verwenden und die Blätteranimation anpassen (Ausblenden, Gleiten, Umblättern oder Keine).

Bleibt man lange mit dem Finger auf einem Wort, öffnet sich ein Kontextmenü. Hier hat man die Möglichkeit das Wort permanent in Markeroptik zu markieren (blau, gelb, grün oder rosarot), sowie eine Notiz zu schreiben, die Markierung bei Facebook oder über sonstige Android-Apps (z.B. Gmail, Twitter, etc.) zu teilen oder nach weiteren Vorkommen im Buch zu suchen. Die Auswahl kann man außerdem mit zwei Auswahlhelfern verändern, was bestens funktioniert.

Am unteren (oder oberen) Bildschirmrand wird außerdem ein einsprachiges Wörterbuch eingeblendet. Zur Verfügung stehen folgende Sprachen:

  • Englisch
  • Spanisch
  • Deutsch
  • Französisch
  • Italienisch
  • Niederländisch
  • Portugiesisch

Außerdem wird automatisch eine Erklärung aus Wikipedia und Google geladen, die man ebenfalls mit einem Klick öffnen kann.

Die Kobo-App weiß unterm Strich durchaus zu gefallen, allerdings bedarf es noch einiger Verbesserungen. Als wichtigster Punkt auf der To-Do-Liste sollte auf jeden Fall die Adobe-DRM-Integration stehen. Außerdem wären weitere Anpassungsmöglichkeiten wichtig um die Funktionalität der Kobo-App zu erweitern. Der Umfang der Schriftbildoptionen ist im Vergleich zu den eBook Readern für meinen Geschmack zu klein ausgefallen.

Als praktischer Zusatz zur Lese-App gibt’s außerdem den Lesemodus, den man nach Bedarf oder automatisch aktivieren kann. WLan, Bluetooth, Benachrichtigungen und Töne werden bei Aktivierung des Modus abgeschaltet, der Energiesparmodus aktiviert und die Bildschirmhelligkeit je nach Voreinstellung geregelt. Es handelt sich damit zwar nicht um eine marktverändernde Neuerung, aber dennoch um ein nettes und praktisches Feature, wenn man am Tablet in Ruhe lesen will.

Android Jelly Bean 4.2.2

Abgesehen von der Kobo-Integration im Launcher gibt es nur sehr geringfügige Anpassungen an der Android-Oberfläche. Das ist auf jeden Fall als dicker Pluspunkt zu werten, denn so muss man sich beim Umstieg zum (oder vom) Kobo Arc 10 HD nicht umgewöhnen. Außerdem läuft die reguläre Android-Oberfläche schnell und stabil. Bleibt zu hoffen, das Kobo auch mit Android-Updates in Zukunft schnell zur Stelle ist.

„Bloatware“ hält sich glücklicherweise ebenfalls in Grenzen. Mit dabei sind:

  • 7digital
  • feedly
  • Firefox
  • McAffe Security
  • OfficeSuite
  • Pinterest
  • PressReader
  • Rdio
  • Skype
  • WildTagent Games
  • viewster

Besonders freuen kann man sich darüber, dass diese Apps allesamt deinstalliert werden können und man das Tablet somit ohne großen Aufwand von unnötiger Software befreien kann.

Mit dabei ist neben dem Chrome-Browser außerdem Firefox und der Stock Android Browser. Letzterer ist immer eine willkommene Abwechslung zur weiten Verbreitung von Chrome. Der Stock-Browser unterstützt Text-Reflow, was das Vergrößern von Text auf mobilen Geräten deutlich angenehmer macht. Außerdem ist die Performance des Stock-Browsers besser als von Chrome. Allerdings muss man dazu sagen, dass diese beiden Dinge am Kobo Arc 10 HD sowieso kein Problem darstellen, denn das 10 Zoll Display ist ausreichend groß um bequem im Internet surfen zu können (ohne permanent zoomen zu müssen) und der Tegra 4 Chipsatz leistungsfähig, sodass es zu keinen Performanceproblemen kommt.

Man muss an dieser Stelle auch nochmals festhalten, dass es generell keinerlei Performanceprobleme gibt. Trotz der leistungsfähigen Chipsätze hört man immer wieder, dass verschiedene Tablets im Alltag durch ruckelige Animationen u.ä. negativ auffallen. Das ist beim Kobo Arc 10 HD jedenfalls nicht der Fall.

Der Google Play Store ist außerdem vorinstalliert, sodass man das Tablet mit minimalem Aufwand mit weiteren Apps bestücken kann.

Akkulaufzeit

Neben der Leistungsfähigkeit des Chipsatzes stand auch hinter der Akkulauftzeit ein großes Fragezeichen. Das Kobo Arc 10 HD nutzt nämlich einen verhältnismäßig kleinen 6.550 mAh Akku (Google Nexus 10: 9.000 mAh). Kobo verspricht dennoch Laufzeiten von bis zu 9,5 Stunden.

Tatsächlich lässt sich der Wert in der Praxis auch erreichen. Dazu muss man allerdings ein wenig tricksen und den Energiesparmodus aktivieren. Dieser erlaubt die Limitierung der CPU-Frequenz auf 1 GHZ (statt 1,8 GHz) und die Einstellung einer 30 Frames pro Sekunden Grenze für Apps. In der höchsten Energiesparstufe werden außerdem 2 CPU Kerne deaktiviert. Zusätzlich wird der „Smart Pixel“-Modus aktiviert. Was genau dahinter steckt, wird leider nirgendwo erklärt, sodass man nur Vermutungen anstellen kann. Evetuell erfolgt die Ansteuerung des Bildschirms auf andere Art. Für’s freie Auge gibt’s jedenfalls keine Unterschiede zum regulären Anzeigemodus.

Die Limitierung der CPU-Frequenz auf 1 GHz und die Abschaltung zweier Kerne wirkt sich in erster Linie nur bei hardwarehungrigen Spielen aus. Beim Internetsurfen und der Nutzung regulärer Apps kann man keinen Unterschied erkennen.

Verzichtet man auf einen der beiden Energiesparmodi, sind immerhin noch Laufzeiten um die 6 Stunden erreichbar, was in Anbetracht der Bildschirmgröße und -auflösung, sowie der ausgezeichneten Performance durchaus in Ordnung geht.

Im reinen Standby-Modus gibt es keinen merklichen Stromverbrauch, sodass man das Tablet auch nach mehreren Tagen der Nicht-Benutzung wieder problemlos aus dem Standby aufwecken kann.

Die Wärmeentwicklung des Kobo Arc 10 HD ist unauffällig. Auch nach langer prozessorlastiger Nutzung wird das Gerät nur lauwarm, wobei sich die Rückseite relativ gleichmäßig erwärmt. Hier scheint es eine gut funktionierende Wärmeableitung zu geben. Das Tablet wurde im gesamten Testzeitraum jedenfalls zu keinem Zeitpunkt unangenehm heiß.

Fazit

Kobo hat bereits verschiedene eBook Reader am Markt und konnte sich mit ansprechenden Designs und guter Funktionalität bei einem akzeptablen Preisniveau schnell einen Namen machen und eine Fangemeinde aufbauen. Mit dem Kobo Vox sind die Kanadier 2011 zunächst zwar wenig erfolgreich ins Tablet-Geschäfts gestartet, das Kobo Arc konnte im Jahr 2012 dann aber auch die Kritiker überzeugen. Mit der aktuellen Tablet-Serie und dem Kobo Arc 10 HD setzt sich diese Entwicklung fort.

Das 10 Zoll Tablet von Kobo kann in fast allen Bereichen überzeugen: Der Bildschirm ist ebenso ausgezeichnet wie die Leistung und kaum ein anderes Gerät bietet eine Kombination aus diesen beiden Dingen zum Preis des Kobo Arc 10 HD. Das Google Nexus 10 (das wider Erwarten noch immer nicht aktualisiert wurde) gibt’s zwar auch ab 370 Euro, ist aber deutlich langsamer. Das Samsung Note 10.1 2014 ist wiederum gleich schnell, aber deutlich teurer.

Kobo darf sich über ein gelungenes Debüt am 10 Zoll Tablet Markt freuen

Allerdings muss man natürlich dazu sagen, dass Kobo das gute Preis-Leistungs-Verhältnis eben auch mit ein paar Einschnitten erkauft: GPS und NFC fehlen ebenso wie eine Speicherkartenerweiterung. Letzteres ist in unseren Augen auch der größte Nachteil des Arc 10 HD, denn der rund 12,5 GB große interne Speicher kann je nach Nutzungsprofil mit HD-Videos, Musik und Bildern schnell zu wenig werden. Als zweiter Minuspunkt ist außerdem der Registrierungszwang zu nennen.

Letztendlich können aber auch diese Punkte den Spaß am Kobo Arc 10 HD kaum trüben und so holt sich das Tablet in unserem Test die sehr gute Note 1,4. Das Kobo Tablet ist das erste Gerät, das nach unserem neuen Wertungssystem für Tablets bewertet wird.

Die Konkurrenz ist zwar groß, aber das 10 Zoll Kobo Tablet kann überzeugen

Abschließend bleibt zu sagen, dass man beim Kauf des Kobo Arc 10 HD kaum etwas falsch machen kann. Nur Personen die ihre gut ausgestattete Multimediabibliothek immer bei sich haben möchten, sollten besser zu einem Gerät mit größerem internen Speicher oder einer Speicherkartenerweiterung greifen.