Harry Potter eBooks in deutscher Sprache

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Die Buchreihe gehört zu den erfolgreichsten der jüngeren Geschichte und feiert heuer ihren 15. Geburtstag. Die Rede ist von Harry Potter. 1997 ist der erste Band erschienen – zehn Jahre später der letzte. Viele Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene hat die Buchreihe entsprechend lange begleitet und der Abschied war nach so vielen Jahren entsprechend schwer.

Ein hunderprozentiges Ende ist das aber dennoch nicht, denn mit Pottermore hat vor kurzer Zeit eine interaktive Webseite ihre Pforten geöffnet, auf der man die gesamte Geschichte nochmal selbst nachspielen und Teil einer großen Community werden kann.

Zusammen mit dem interaktiven Erzählteil werden außerdem die digitalen Versionen der Harry Potter Bücher exklusiv im angeschlossenen Shop verkauft. Potter-Autorin J.K. Rowling hat die Digitalrechte an der beliebten Buchreihe behalten und kann entsprechend unabhängig von Verlagen die eBooks auf den Markt bringen. Sogar Amazon – einer der größten Harry Potter Händler weltweit – muss beim Verkauf der eBooks auf die Pottermore-Homepage verweisen. Das gibt’s bei keinem anderen eBook.

Mittlerweile sind zusätzlich zu den englischsprachigen Büchern auch weitere Sprachen hinzugekommen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugisisch und Japanisch werden nun ebenfalls angeboten.

Bedauerlicherweise sind mit Erscheinen der Übersetzungen auch die Preise gestiegen. Von ursprünglich 5,97 Euro bzw. 8,36 Euro auf 7,99 bzw. 9,99 Euro. Damit sind die eBooks kaum noch billiger als die Papierversionen. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt’s allerdings, denn man muss sich nicht mit einem lästigen Kopierschutz rumschlagen: Die eBooks auf Pottermore werden nämlich ohne hartes DRM verkauft und stattdessen mit einem digitalen Wasserzeichen (weiches DRM) versehen, welches die Nutzung nicht verkompliziert.

Ohne harten Kopierschutz zum Erfolg

Pottermore war einer der prominentesten Vorreiter bei der Nutzung eines digitalen Wasserzeichens. Bis dahin nutzten viele Bestellerautoren und namhafte Verlage harten Kopierschutz um ihre Werke gegen unbefugte Weitergabe zu schützen (was bekanntlich nicht möglich ist und nur den ehrlichen Käufern ein Hindernis ist – aber das ist eine andere Geschichte).

Trotz des vergleichsweise moderaten Kopierschutzes war der Start des Harry-Potter-Plattform einer voller Erfolg und die Umsätze waren enorm. Es war der von vielen DRM-Gegnern lange gewünschte, nicht zu übersehende Erfolg der eine klare Sprache gesprochen hat: Buchliebhaber kaufen gute eBooks auch ohne hartes DRM.

Das ging letztendlich sogar so weit, dass die auf Tauschbörsen illegal bereitgestellten Harry Potter eBooks bald wieder entfernt wurden, denn viele Betreiber wollten die Kundenfreundlichkeit entsprechend honorieren.

Sony steigt aus

Eine interessante Randnotiz: Pottermore war mit Sony als kommerziellen Partner gestartet. Es war geplant die Sony eReader zunächst exklusiv vorab mit verschiedenen Harry Potter eBooks zu bestücken und die Verkäufe damit anzukurbeln. Es wurden kurzzeitg auch diverse Bundle-Angebote vorgestellt. Letztendlich kam es dann aber nie zu den entsprechenden Endprodukten, sodass es in Deutschland (und soweit wir wissen auch sonst nirgendwo) zu entsprechenden Verkäufen kam.

Der Grund: Sony steckte zu dem Zeitpunkt bereits in einer schweren finanziellen Krise und der eBook-Bereich schien keine allzu große Relevanz für der Unternehmenssanierung zu haben. Letztendlich folgte das endgültige Ende Sonys aus dem eBook-Geschäft und damit war schließlich auch die Pottermore-Partnerschaft Geschichte, sodass es inzwischen keine prominent platzierten Hinweise auf den japanischen Konzern auf der Homepage mehr gibt.

Einzig einige eReader-Bilder als Überbleibsel dieser Zusammenarbeit sind geblieben, wo z.B. der Sony PRS-600 zu sehen ist.

Danke an Johannes und Kwisatz Haderach für die Hinweise!