Sparsame LCD Bildschirme als Zukunft des digitalen Lesens? [Video]

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E-Ink-Displays gelten im Moment als Nonplusultra am Markt für digitales Lesen. Sie sind stromsparend, auch bei direkter Sonneneinstrahlung perfekt ablesbar und strengen die Augen dank fehlender Lichtreflexionen kaum an. Es gab zwar in den vergangenen Monaten immer wieder Versuche anderer Hersteller auf den eReader Markt zu drängen, aber die sind letztendlich nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Pixel Qi, Qualcomm (Mirasol) und Delta & Bridgestone sind hier als prominente Vertreter zu nennen.

Japan Display ist ein weiterer Hersteller der nun sein Glück versucht und wenn man sich die nachfolgende Technikdemonstration ansieht, dann könnte das durchaus Erfolg haben. Man hat zwei neu entwickelten LCD Bildschirme vorgestellt, welche über wichtige Eigenschaften gängiger eInk-Technik verfügen. Sie kommen ohne Hintergrundbeleuchtung aus und können dank einer speziellen Lichtträgerschicht das Umgebungslicht auffangen und so an den Flüssigkristallteil des Bildschirms weiterleiten. Das Ergebnis: Die Bildschirme sind wie eInk-Displays nur mittels externer Beleuchtung ablesbar und sollten dank der papierähnlich matten Oberfläche ohne Reflexionen auch ähnlich augenfreundlich sein.

Die beiden vorgestellten Displayversionen unterscheiden sich in ihrer Helligkeit und Farbwiedergabe. Die reguläre Version kann 5 Prozent der NTSC Farbpalette darstellen, während die farbintensivere Variante 36 Prozent anzeigen kann. Zum Vergleich: Gängige Notebookbildschirme zeigen je nach Preisklasse und Hersteller zwischen 40 und 95 Prozent der NTSC Farbpalette an. Die 36-Prozent-Version kann allerdings nur weniger Licht reflektieren, was darin resultiert, dass sie etwas dunkler erscheint als die 5-Prozent-Version. Die Flüssigkristalle im Display erstellen nur ein monochromes Bild, wobei durch die Verwendung von Farbfiltern die Färbung erzeugt wird. Ähnlich funktioniert das auch bei den Triton-eInk-Displays.

Das Kontrastverhältnis der beiden 7 Zoll Bildschirme beträgt 30:1, während eInk Pearl nur eines von 10:1 bietet. Die Auflösungen betragen 1024x768 bzw. 1024x576 Pixel. Neben der Lichtträgerfolie liegt eine weitere Besonderheit der neu entwickelten LCDs im sehr niedrigen Energieverbrauch wenn ein sich nicht verändertes Bild angezeigt wird – z.B. eine Buchseite. Ermöglicht wird dies durch einen speziellen „Pixelspeicher“, welcher das Bildsignal innerhalb des LCD-Bildschirms erhält und damit nicht permanent auf das externe Signal des Bildprozessors angewiesen ist. Der Energieverbrauch liegt damit bei sehr niedrigen 3 Milliwatt, wenn das Bild sich nicht verändert. Zum Vergleich: Bei maximaler Beleuchtung brauchen das 3,5 Zoll Retina-Display des iPhone-4 420 Milliwatt, der XGA-Bildschirm des iPad-2 2800 Milliwatt und der Retina-Bildschirm des iPad-3 7000 Milliwatt.

Unterm Strich also eine vielversprechende Technik, die nicht nur durch den niedrigen Stromverbrauch, die Farbdarstellung und das hohe Kontrastverhältnis überzeugt, sondern laut Aussage des Herstellers auch schon direkt in die Massenproduktion gehen kann. Mit dieser Technik könnte der Tablet-eBook-Reader-Hybrid tatsächlich Wirklichkeit werden. Mal sehen, ob sich einer der großen Elektronikhersteller an ein solches Gerät heranwagt. Nachfolgend die Demonstration der beiden Bildschirme:


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Bildquelle: Diginfo

Noch bevor Kindle und Tolino in Deutschland an den Start gegangen sind, hat Chalid seinen ersten eBook Reader im Jahr 2007, aus Begeisterung an der Technik, aus den USA importiert. Als Mitbegründer und Chef-Redakteur hat er seit der Gründung von ALLESebook.de, im Jahr 2010, inzwischen über 100 eReader zahlreicher Hersteller getestet. Mehr erfahren
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