Kaufberatung und Vergleich: Neuen oder alten Kindle Paperwhite kaufen?

Geschätzte Lesezeit: 7:06 min.

Update 26.11.2019: Dieser Artikel befasst sich mit dem Vergleich des alten Paperwhite 2 (2013/2014) mit dem Paperwhite 3 (2015-2017). Mittlerweile gibt’s bereits den Kindle Paperwhite 4 (Modell 2018). Das neue Gerät ist wasserfest, bietet Audible-Unterstützung für Hörbücher (via Bluetooth) und hat den gleichen kontrastreichen Bildschirm mit 300 ppi Retina-Auflösung wie sein Vorgänger.

Kurz gesagt: Alles was der alte Paperwhite bereits gut konnte, kann der Neue noch besser. Solltest du noch Zweifel haben, lohnt sich ein Blick auf unseren Kindle Paperwhite 4 Testbericht.

Hier findest du im Kindle-Vergleich außerdem eine detaillierte Gegenüberstellung von Kindle Paperwhite 4 und Kindle Oasis 3.


Der nachfolgende Vergleich bezieht sich auf Paperwhite 2 und 3.

In weniger als einer Woche wird der neue Kindle Paperwhite ausgeliefert: Ab 30. Juni findet der kürzlich überraschend vorgestellte eBook Reader mit dem 300 ppi E-Ink Carta Display den Weg zu den Vorbestellern. In unserem Vorab-Kurztest (inkl. Video – siehe unten) präsentierte sich das neue Modell als konsequente Verbesserung zum Vorgänger.

Hierzulande wurde der Paperwhite 2 aber nicht aus dem Sortiment genommen (wird als „Vorgängermodell“ weiterhin aktiv beworben), sondern ist zu einem Verkaufspreis von rund 100 Euro weiterhin im Angebot, weshalb sich für so manchen Interessenten berechtigterweise die Frage stellt, ob man nicht auch zum bewährten Modell greifen kann.

In diesem Artikel will ich die Antwort heute in Form eines kurzen Direktvergleichs der beiden eBook Reader geben. Schauen wir uns zu diesem Zweck zunächst die technischen Eckdaten der beiden Geräte an.

Das sind die Unterschiede am Papier

  • Kindle Paperwhite 2 (2013): 6 Zoll Displaydiagonale, E-Ink Carta Bildschirmtechnik, Auflösung von 1024x758 Pixel, 212 ppi Pixeldichte, 4 GB Speicherplatz, WLan (3G optional), werbefrei, 206 Gramm, ab 100 Euro
  • Kindle Paperwhite 3 (2015): 6 Zoll Displaydiagonale, E-Ink Carta Bildschirmtechnik, Auflösung von 1448x1072 Pixel, 300 ppi Pixeldichte, 4 GB Speicherplatz, WLan (3G optional), werbegestützt und werbefrei, 205 Gramm, ab 120 Euro

Wie man sehen kann, beschränken sich die technischen Unterschiede letztendlich nur auf die Bildschirmsauflösung. Softwareseitig verfügt der neue Paperwhite zwar über eine verbesserte Textanzeige inkl. neuer Schriftart und Silbentrennung, diese Dinge werden allerdings auch (irgendwann) für den Paperwhite 2 erscheinen. Wann das so weit sein wird, ist allerdings noch nicht klar.

Ein weiterer Unterschied ist die Preisgestaltung: Wie bereits erwähnt, ist das Vorgängermodell günstiger. Die WLan-Version (ohne UMTS-Unterstützung; was das ist, erfährst du hier) kostet rund 100 Euro. Im Gegensatz zum Kindle Paperwhite 3 wird das alte Modell hierzulande außerdem ausschließlich ohne Werbung verkauft.

Dem gegenüber muss man zu einem Einstiegspreis von rund 120 Euro bei der neuen Generation die „Spezialangebote“ als Bildschirmschoner und im unteren Bereich des Startbildschirms akzeptieren. Erst wenn man 20 Euro Aufpreis bezahlt, gibt’s auch den neuen Paperwhite ohne Werbung. Damit kostet das Gerät dann allerdings schon 40 Euro (= 40 Prozent) mehr als der Vorgänger, was doch ein Aufschlag ist, den man in der Geldbörse spürt.

Videoüberblick und Vergleich


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Displayunterschiede im Detail

Da der Preisunterschied hauptsächlich durch das höher auflösende Display zustande kommt, sehen wir uns die Bildschirme der beiden Modelle nun im direkten Vergleich genauer an.

Die höhere Pixeldichte resultiert in einer schärferen Abbildleistung. Das bedeutet, dass insbesondere runde und schräge Anzeigeelemente weniger kantig dargestellt werden. Nachfolgend kannst du mit Hilfe des Schiebers (Maustaste gedrückt halten und Regler seitlich verschieben) zwei Mikroskopaufnahmen der gleichen Textstelle von Paperwhite 2 und 3 einfach miteinander vergleichen.

An den inneren Rundungen der Buchstaben n und d kann man gut erkennen, dass die Kantenglättung am Paperwhite 2 für eine Unschärfe sorgt.

[sc:imgcompare img1=“https://allesebook.de/wp-content/uploads/2015/06/kindle-paperwhite-3-mikroskop-vergleich.jpg“ caption1=“Kindle Paperwhite 3″ img2=“https://allesebook.de/wp-content/uploads/2015/06/kindle-paperwhite-2-mikroskop-vergleich.jpg“ caption2=“Kindle Paperwhite 2″ ]

Abgesehen von der schärferen Darstellung ist erkennbar, dass die einzelnen Buchstaben nicht nur ein wenig anders aussehen, sondern auch die Abstände dazwischen unterschiedlich sind. In beiden Fällen wird Caecilia als Schriftart genutzt.

Auffällig ist außerdem der minimale Helligkeitsunterschied beim Bildschirmhintergrund. Der Kindle Paperwhite 2 ist ein wenig heller, sodass ohne Beleuchtung, aufgrund gleicher Schwarztöne, auch der Kontrast etwas besser ist. Der Unterschied ist nicht groß, aber auch nicht von der Hand zu weisen.

Eine weitere Aufnahme (dieses mal mit der Kamera aus etwa 20 Zentimetern), zeigt den Schärfevorteil des neuen Paperwhite ebenfalls deutlich. Mit freiem Auge ist der Unterschied bei normalem Leseabstand zwar nicht ganz so groß, aber ebenfalls erkennbar.

[sc:imgcompare img1=“https://allesebook.de/wp-content/uploads/2015/06/kindle-paperwhite-3-gross-vergleich-1.jpg“ caption1=“Kindle Paperwhite 3″ img2=“https://allesebook.de/wp-content/uploads/2015/06/kindle-paperwhite-2-gross-vergleiche.jpg“ caption2=“Kindle Paperwhite 2″ ]

Auffälliger als der Schärfeunterschied ist mit dem freien Auge (und auch im Bild) jedenfalls die feinere Schrift des neuen Paperwhite.

Licht an

Auch mit Beleuchtung liegen die beiden Geräte letztendlich relativ gleichauf. Der Kindle Paperwhite 2 hatte zum Start im Jahr 2013 eine der besten Beleuchtungen am Markt und das hat sich bis heute nicht geändert. Weiterhin spielt das Gerät ganz vorne mit. Ist auch kein Wunder, denn die Ausleuchtung ist homogen und die Farbtemperatur neutral (im Rahmen der üblichen Schwankungen).

Der Kindle Paperwhite 3 schließt hier nahtlos an. Ich vermute, dass Amazon keinerlei Änderungen an den Licht-Komponenten vorgenommen hat, d.h. LEDs und Lichtträgerfolie stammen vom gleichen Zulieferer.

Bei der Beleuchtung liegen beide Geräte somit gleichauf.

Beide Geräte leuchten neutral und gleichmäßig

Wenn man das oben gezeigte Foto manipuliert und die Sättigung erhöht, zeigt sich, dass auch die Farbtemperatur über den gesamten Anzeigebereich gleichmäßig ist, d.h. es gibt bei beiden Paperwhite-Generationen keine unschönen Farbverläufe.

Mit erhöhter Sättigung des Fotos, zeigt sich, dass es auch beim neuen Paperwhite keine Probleme mit der Beleuchtung gibt

Dank der Beleuchtung fällt dann auch das etwas dunklere Display des neuen Modells nicht wirklich ins Gewicht, denn sobald man das Licht aktiviert, erhellt sich auch der Hintergrund. Die Kontrastwerte beider Modelle liegen somit auf einem sehr ähnlichen Niveau.

Fazit

Damit sind wir auch schon am Ende dieses Vergleichs. Da die Softwares der beiden Geräte in weiten Teilen identisch sind, bin ich nicht näher auf die Unterschiede eingegangen. Die neue Schriftart Bookerly, die Silbentrennung und die veränderte Wörterbuch- und Notizmenüführung kommen ohnehin irgendwann noch auf den Paperwhite 2. Als Alleinstellungsmerkmal fallen diese Dinge also nicht so schwer ins Gewicht.

Anders sieht es natürlich beim Bildschirm aus. Die höhere Pixeldichte des neuen Kindle Paperwhite ist besonders bei kleinen Schriftgrößen und Bedienelementen sehr gut sichtbar. In Kombination mit der neuen Render-Engine ist die Textanzeige sichtbar feiner, was in meinen Augen auch deutlich hübscher anzusehen ist und das Leseerlebnis letztendlich angenehmer macht.

Der Kindle Paperwhite 2 braucht sich aber nicht zu verstecken, denn das Gerät ist weiterhin eines der besten Lesegeräte am Markt – der Start des Paperwhite 3 ändert daran gar nichts. Klar, im direkten Vergleich sieht man den Schärfeunterschied schon, aber für sich genommen gibt’s eigentlich nichts zu bemängeln. Bestehende Paperwhite-2-Besitzer haben daher eigentlich auch keinen Grund auf das neue Modell umzusteigen (sie sollten lieber auf den verbesserten Nachfolger des Voyage warten).

Für Interessenten, die jetzt gerade vor der Kaufentscheidung zwischen Kindle Paperwhite 2 (Vorgängermodell) und Kindle Paperwhite 3 (neues Modell) stehen, ist die Wahl ein wenig schwieriger.

Einen zukunftssicheren Kauf macht man mit dem neuen Gerät, denn irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem Amazon den Support für den Paperwhite 2 einstellt, während der Paperwhite 3 weiterhin mit Updates versorgt wird. Außerdem ist die höhere Pixeldichte „State of the Art“ und definitiv etwas das einen Will-Haben-Reflex auslöst.

Dem gegenüber steht aber der aktuell deutlich niedrigere Preis des Kindle Paperwhite 2 – ohne Werbung – sowie der etwas bessere Kontrast ohne Beleuchtung. Letztendlich sorgen diese Dinge dafür, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis des älteren Geräts momentan ein wenig besser ist.

Wie lange dieser Zustand anhält, bleibt aber offen, denn wie wir vor einigen Tagen exklusiv berichtet haben, verkauft Amazon den Paperwhite 2 ab, d.h. sobald der Vorrat erschöpft ist, wird das Gerät aus dem Sortiment verschwinden.

Interessenten sollten daher nicht mehr allzu lange warten und zugreifen. Die Chancen stehen nämlich gut, dass das Preisniveau bei vergleichbaren Geräten in den kommenden Wochen auf rund 120 Euro (= Paperwhite 3) steigen wird. Alle anderen, die aber ohnehin den höher auflösenden Bildschirm haben möchten, können ebenso gut und unbesorgt zum neuen Modell greifen, denn das macht eine mindestens so gute Figur wie der Vorgänger.

Noch bevor Kindle und Tolino in Deutschland an den Start gegangen sind, hat Chalid seinen ersten eBook Reader im Jahr 2007, aus Begeisterung an der Technik, aus den USA importiert. Als Mitbegründer und Chef-Redakteur hat er seit der Gründung von ALLESebook.de, im Jahr 2010, inzwischen über 100 eReader zahlreicher Hersteller getestet. Mehr erfahren
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