TEST: PocketBook Touch 622

19. April 2012
geschrieben von

PocketBook ist ein alter Hase am eBook Reader Markt. Bereits seit Jahren bringt der ukrainische Hersteller eigene Lesegeräte auf den Markt, ist aber erst in den letzten Monaten in die Offensive mit dem Vertrieb der Geräte gegangen. Bisher fehlte PocketBook aber hardwareseitig ein eInk-Pearl Display, um auf Augenhöhe mit Kobo, Sony und Amazon zu konkurrieren.

Spät aber doch bringt PocketBook mit seinem Touch Modell nun endlich einen Reader auf den Markt, welcher es mit den Großen der Branche aufnehmen soll. Ebenbürtige Hardware und eine umfangreiche Softwareausstattung sollen dem eBook Reader einen Platz in unserem Testolymp sichern. Ob dies wirklich gelungen ist oder ob Pocketbook hier doch nicht der große Wurf gelungen ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.

Bildergalerie


Unboxing

Der PocketBook Touch wird in einem schlichten weißen Karton geliefert (vielen Dank an dieser Stelle an PocketBook für das Zurverfügungstellen des Testgeräts), welcher auch zu dem Design des Readers selbst passt. Öffnet man diesen, befindet sich darin derselbe Packungsinhalt, wie bei 99% der anderen eBook Reader auch: Das Gerät, ein (Micro-)USB-Kabel und eine Schnellstartanleitung in mehreren Sprachen.

PocketBook Touch Kartonage

Verarbeitung

Der PocketBook Touch ist ordentlich verarbeitet, wobei ausschließlich Plastikelemente verbaut wurden, welche qualitativ auf dem (hohen) Level seines Kobo Touch spielen. An der Vorderseite kommt hierbei ein matter Kunststoff zum Einsatz, welcher sich angenehm angreift. Auf der Rückseite wird ein schwarzes, samtiges und rutschfestes Plastik verwendet, welches dem PocketBook Touch einen angenehmen Halt verleiht. Das Gerät knarzt kaum, hat gleichmäßige Spaltmaße (genauer gesagt weist es an keiner Stelle Spaltmaße auf) und liegt auch angenehm in der Hand. Mit einer Größe von 175 х 114,5 х 9,5 mm und einem Gewicht von 195 Gramm ist es zwar eine Spur größer und schwerer als die Konkurrenz, bietet aber insgesamt dennoch eine angenehme Haptik.

Wie so oft, wurde der Rahmen um das Display etwas dünner gehalten um die Gesamtabmessungen zu reduzieren – dies erschwert jedoch das seitliche Halten ohne am Touchdisplay anzukommen ungemein. Allerdings befindet sich der PocketBook Touch hier in guter Gesellschaft: Sony PRS-T1 und Kobo Touch haben das gleiche Problem.

Der PocketBook Touch ist nur geringfügig größer als die Konkurrenz, bringt aber 4 nützliche Tasten mit.

An der Vorderseite des Geräts befinden sich vier gut verarbeitete Tasten (Homescreen-, Links- u. Rechts-, Optionen-Taste), welche einen guten Druckpunkt aufweisen und aufgrund unterschiedlicher Elevationslevel auch leicht, ohne hinzusehen, zu finden sind. Zwischen den Tasten befindet sich außerdem eine kleine grüne Status-LED, welche anzeigt wenn das Gerät arbeitet. Gerade bei Geräten mit eInk Display ist dies ja nicht immer ersichtlich, da der Reader nach Laden des Bildes in einen „Ruhezustand“ versetzt werden kann, da keine kontinuierliche Stromversorgung des Displays zur Aufrechterhaltung des Bildschirminhalts notwendig ist. Dank der LED ist man nun darüber informiert, ob das Gerät gerade arbeitet oder nicht. Da der Reader in unserem Test keine Stabilitätsprobleme zeigte und immer schnell reagierte, haben wir die mit der Zeit doch etwas störende LED dann irgendwann deaktiviert, was glücklicherweise ohne Probleme möglich ist.

An der Unterseite des Geräts befinden sich weitere Tasten und Anschlüsse: Hier steht ein gut zu bedienender Power-Knopf zur Verfügung, ein Einschubslot für eine microSD-Karte, ein Resetknopf, sowie ein leider etwas schwergängiger Micro-USB-Anschluss (dieses Phänomen ist nun schon bei mehreren Geräten zu beobachten gewesen). Zusätzlich gibt es noch einen 3,5mm Klinkensteckeranschluss. Über Lautsprecher verfügt der PocketBook Touch, im Gegensatz zu vielen anderen PocketBook-Geräten, nicht. Hier wollte man vermutlich an Gewicht und Kosten sparen.

Alle Anschlussmöglichkeiten befinden sich an der Unterseite

Ausstattung

Der PocketBook Touch ist mit einem 800MHz Prozessor und 128 MB Ram ausgestattet, welche im Praxisbetrieb mehr als ausreichend dimensioniert sind – der eBook Reader lässt sich damit angenehm zügig bedienen. Auch sonst ist das Gerät üppig ausgestattet und bietet wie bereits erwähnt einen 3,5mm Klinkenstecker einen Micro USB (2.0) Anschluss und einen micro SD Karten Slot. Intern stehen dem/der BenutzerIn 2GB Gesamtspeicher zur Verfügung, wovon das Betriebssystem jedoch ein paar MB für sich beansprucht. Dank der Erweiterbarkeit mittels microSD Karten bis zu einer Größe von 32GB, stellt dies jedoch keine wirkliche Limitation dar. Ansonsten kann das Gerät noch mit dem heutzutage dringend notwendigen WiFi-Modul (b/g/n) aufwarten, auf einen Lagesensor oder eine 3G Anbindung wurde hingegen verzichtet.

Die LED leuchte kann schnell stören … ist jedoch abschaltbar.


Kommentare:

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Date25.10.2013, 11:54
mitomi
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Neuling
Registriert: Oct 2013
Beiträge: 2
liebes forum,
da ich hier noch nichts darüber gefunden habe, möchte ich einige details der aktuellsten firmware-version 4.2.2 zum hervorragenden review hinzufügen (hat mich letztes jahr zum kauf des pb 622 bewogen, vielen dank!).

audioplayer:
+ verfügt jetzt über eine vollwertige playlist-funktion und macht das pb damit, für mich, zum perfekten reisebegleiter.
+ die lautstärkeanpassung wurde verbessert und man kann jetzt deutlich leiser musik hören.
- es gibt einen kleinen bug bei der darstellung einer neue playlist. die erscheint manchmal leer und man muss nach oben scrollen, um die titel zu finden.
- ich habe bei einem album ("no age - an object"; ) das problem, dass jeder neue track mit einem unangenehmen feedbackartigen geräusch beginnt. das geräusch ist nicht teil der mp3-datei und es lässt sich nicht entfernen, wenn man die datei in eine niedrigere bit-rate umwandelt. mit anderen playern lässt sich der fehler nicht reproduzieren.
- meine aktuellen apple earpods lassen sich nur benutzen, wenn ich eine kleine klammer auf die fernbedienungstasten am kabel klemme, da sonst keine bässe durch den kanal kommen.

einstellungen:
+ ich habe den subjektiven eindruck, dass es sich positiv auswirkt, ab und zu die funktion einstellungen/bibliothek/optimierte datenbank, auszuführen, da sich danach das auffinden und öffnen von dokumenten leicht beschleunigt.

ausschalten:
+ es wurde ein bug behoben, der dazu geführt hat, das beim ausschalten der bildschirm weiss blieb und kein voreingestelltes bild angezeigt hat.

lesemodus:
- ein weiteres kleines problem habe ich mit dem epub von thomas pynchons neuem romen "bleeding edge". der fbreader mag es gar nicht öffnen und der adobereader springt jedesmal um zwei seiten zurück, wenn ich das buch neu öffne. dass ist insofern unschön, weil das pocketbook jedesmal 30 sekunden braucht, bis es meine eingabe, wieder zur richtigen seite zu blättern, annimmt.

scribble:
+ die fingererkennung spricht nun viel besser an, was dazu führt, dass man mit ein wenig übung, endlich schnell eine handschriftliche notiz zeichnen kann.

diverses:
weitere detailänderungen sind hier dokumentiert:
Link


insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem update, da insbesondere der audioplayer nun ein vollwertiger ersatz für einen ipod o.ä. ist (zumindestens in der bahn und ohne high-end kopfhörer) – ein gerät weniger zu schleppen. pocketbook leistet mit den updates eine hervorragende arbeit, denn ihr produkt wird damit ständig aufgewertet und die freude damit zu lesen immer wieder aktualisiert. viele dank.

viele grüße,
mitomi
Date28.10.2013, 14:55
Unregistriert
Gast

Zitat Zitat von Forkosigan Beitrag anzeigen
Welche Firmwareversion haben Sie auf dem Gerät?  

4.2.249 vom 5.8.2013
Sollte im September nicht eine neue erscheinen?
Wäre nicht schlecht, wenn dann auch die Schriftgröße der Systemschrift, also von der Bedienoberfläche, geändert werden könnte.
Weiter oben stand schon, dass die Schriftgrößeneinstellung in den Büchern nicht richtig arbeitet. Das war in der vorigen Version noch in Ordnung.

Zitat Zitat von SIRSteiner
Es wäre mir neu, wenn dies überhaupt vorgesehen wäre, da ja auch nicht die komplette Aufgabe im Display erscheint sondern Zahl für Zahl. Man spricht hier von einer sequentiellen Eingabe. Ein weiteres "Indiz" dafür ist, dass man ja auch keine Klammern setzen kann. Also aus meiner Sicht kein Fehler.  

Stimmt. Eigentlich kein Fehler, eher eine unglückliche Umsetzung eines Rechners.
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