TEST: PocketBook Touch 622

19. April 2012
von
Lesezeit: 17:14 Min.

PocketBook ist ein alter Hase am eBook Reader Markt. Bereits seit Jahren bringt der ukrainische Hersteller eigene Lesegeräte auf den Markt, ist aber erst in den letzten Monaten in die Offensive mit dem Vertrieb der Geräte gegangen. Bisher fehlte PocketBook aber hardwareseitig ein eInk-Pearl Display, um auf Augenhöhe mit Kobo, Sony und Amazon zu konkurrieren.

Spät aber doch bringt PocketBook mit seinem Touch Modell nun endlich einen Reader auf den Markt, welcher es mit den Großen der Branche aufnehmen soll. Ebenbürtige Hardware und eine umfangreiche Softwareausstattung sollen dem eBook Reader einen Platz in unserem Testolymp sichern. Ob dies wirklich gelungen ist oder ob Pocketbook hier doch nicht der große Wurf gelungen ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.

Bildergalerie


Unboxing

Der PocketBook Touch wird in einem schlichten weißen Karton geliefert (vielen Dank an dieser Stelle an PocketBook für das Zurverfügungstellen des Testgeräts), welcher auch zu dem Design des Readers selbst passt. Öffnet man diesen, befindet sich darin derselbe Packungsinhalt, wie bei 99% der anderen eBook Reader auch: Das Gerät, ein (Micro-)USB-Kabel und eine Schnellstartanleitung in mehreren Sprachen.

PocketBook Touch Kartonage

Verarbeitung

Der PocketBook Touch ist ordentlich verarbeitet, wobei ausschließlich Plastikelemente verbaut wurden, welche qualitativ auf dem (hohen) Level seines Kobo Touch spielen. An der Vorderseite kommt hierbei ein matter Kunststoff zum Einsatz, welcher sich angenehm angreift. Auf der Rückseite wird ein schwarzes, samtiges und rutschfestes Plastik verwendet, welches dem PocketBook Touch einen angenehmen Halt verleiht. Das Gerät knarzt kaum, hat gleichmäßige Spaltmaße (genauer gesagt weist es an keiner Stelle Spaltmaße auf) und liegt auch angenehm in der Hand. Mit einer Größe von 175 х 114,5 х 9,5 mm und einem Gewicht von 195 Gramm ist es zwar eine Spur größer und schwerer als die Konkurrenz, bietet aber insgesamt dennoch eine angenehme Haptik.

Wie so oft, wurde der Rahmen um das Display etwas dünner gehalten um die Gesamtabmessungen zu reduzieren – dies erschwert jedoch das seitliche Halten ohne am Touchdisplay anzukommen ungemein. Allerdings befindet sich der PocketBook Touch hier in guter Gesellschaft: Sony PRS-T1 und Kobo Touch haben das gleiche Problem.

Der PocketBook Touch ist nur geringfügig größer als die Konkurrenz, bringt aber 4 nützliche Tasten mit.

An der Vorderseite des Geräts befinden sich vier gut verarbeitete Tasten (Homescreen-, Links- u. Rechts-, Optionen-Taste), welche einen guten Druckpunkt aufweisen und aufgrund unterschiedlicher Elevationslevel auch leicht, ohne hinzusehen, zu finden sind. Zwischen den Tasten befindet sich außerdem eine kleine grüne Status-LED, welche anzeigt wenn das Gerät arbeitet. Gerade bei Geräten mit eInk Display ist dies ja nicht immer ersichtlich, da der Reader nach Laden des Bildes in einen „Ruhezustand“ versetzt werden kann, da keine kontinuierliche Stromversorgung des Displays zur Aufrechterhaltung des Bildschirminhalts notwendig ist. Dank der LED ist man nun darüber informiert, ob das Gerät gerade arbeitet oder nicht. Da der Reader in unserem Test keine Stabilitätsprobleme zeigte und immer schnell reagierte, haben wir die mit der Zeit doch etwas störende LED dann irgendwann deaktiviert, was glücklicherweise ohne Probleme möglich ist.

An der Unterseite des Geräts befinden sich weitere Tasten und Anschlüsse: Hier steht ein gut zu bedienender Power-Knopf zur Verfügung, ein Einschubslot für eine microSD-Karte, ein Resetknopf, sowie ein leider etwas schwergängiger Micro-USB-Anschluss (dieses Phänomen ist nun schon bei mehreren Geräten zu beobachten gewesen). Zusätzlich gibt es noch einen 3,5mm Klinkensteckeranschluss. Über Lautsprecher verfügt der PocketBook Touch, im Gegensatz zu vielen anderen PocketBook-Geräten, nicht. Hier wollte man vermutlich an Gewicht und Kosten sparen.

Alle Anschlussmöglichkeiten befinden sich an der Unterseite

Ausstattung

Der PocketBook Touch ist mit einem 800MHz Prozessor und 128 MB Ram ausgestattet, welche im Praxisbetrieb mehr als ausreichend dimensioniert sind – der eBook Reader lässt sich damit angenehm zügig bedienen. Auch sonst ist das Gerät üppig ausgestattet und bietet wie bereits erwähnt einen 3,5mm Klinkenstecker einen Micro USB (2.0) Anschluss und einen micro SD Karten Slot. Intern stehen dem/der BenutzerIn 2GB Gesamtspeicher zur Verfügung, wovon das Betriebssystem jedoch ein paar MB für sich beansprucht. Dank der Erweiterbarkeit mittels microSD Karten bis zu einer Größe von 32GB, stellt dies jedoch keine wirkliche Limitation dar. Ansonsten kann das Gerät noch mit dem heutzutage dringend notwendigen WiFi-Modul (b/g/n) aufwarten, auf einen Lagesensor oder eine 3G Anbindung wurde hingegen verzichtet.

Die LED leuchte kann schnell stören … ist jedoch abschaltbar.


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