Tolino Tab 8 im ausführlichen Test

11. Dezember 2014
Lesezeit: 18:03 Min.

Im vergangenen Jahr hat die Tolino-Allianz mit zwei Tablet-Vorstellungen für eine Überraschung gesorgt. Ein 7 Zoll und ein 8,9 Zoll Modell wurden im Herbst 2013 auf den Markt gebracht und sollten das eReading- und Multimedia-Angebot vervollständigen.

Besonders dem Hauptkonkurrenten Amazon wollte man damit natürlich auf die Pelle rücken, wobei aber auch diverse Umfragen zum digitalen Leseverhalten, wonach häufig auf Tablets und Smartphones gelesen wird, ebenfalls zur Entscheidung zwei Flachcomputer auf den Markt zu bringen, beigetragen haben dürften.

Rausgekommen sind zwei ordentliche Geräte, deren Erfolg am hart umkämpften Tablet-Markt aber wohl nicht ganz den Erwartungen der Buchhandelspartner entsprochen haben dürfte. Die Konsequenz: Heuer wurde nur noch ein neues Gerät vorgestellt: Das Tolino Tab 8″. Das Tablet verfügt über einen neuen Intel-Chipsatz und bringt – wie der Name verrät – ein 8 Zoll Display mit. Damit liegt es von der Größe fast genau zwischen den beiden bisherigen Geräten. Es ist neben den üblichen Vertriebspartnern (Thalia & Co.) heuer außerdem beim neuen Tolino-Partner eBook.de bzw. Libri erhältlich.

Wie sich das Tab 8 schlägt und ob sich der Kauf lohnt, zeigt der nachfolgende Testbericht.

Bildergalerie

Unboxing & Verarbeitung

Die Verpackung des Tolino Tab 8 hat sich im Vergleich zu den Vorgängern im Grunde nicht verändert und auch der Packungsinhalt ist gleich geblieben. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Tablet somit auch ein Micro-USB-Kabel und ein 2 Ampere starkes Ladegerät. Letzteres ist immer eine willkommene Beigabe, denn nicht alle Tablet-Hersteller liefern ein Ladegerät mit. Damit lässt sich das Tab 8 deutlich schneller aufladen als über USB 2.0 (500 mA) bzw. USB 3.0 (900 mA).

Die Optik des Geräts wurde grundlegend überarbeitet und erinnert dabei sofort an den ebenfalls kürzlich vorgestellten eBook Reader Tolino Vision 2. Am auffälligsten ist dabei der kapazitive Home-Button unter dem Display, der in gleicher Größe, Farbe und Form auch am Vision 2 zu finden ist. Aber auch abseits des Knopfes ist die Verwandtschaft unübersehbar – auch der Gehäuserahmen ist quasi identisch.

Zwei ungleiche Brüder, Tolino Tab 8″ (links) und Tolino Vision 2 (rechts)

Das neue Design ist damit nicht nur konsequent an das des eReaders angelehnt, sondern weiß dank der minimalistischen Optik auch zu gefallen. Die Verarbeitung des Tolino Tab 8 ist dabei ebenfalls tadellos, wobei die kleinen Kritikpunkte der Vorgänger hier ausgeräumt wurden. Außerdem wirkt das Tablet ausgesprochen solide und haptisch sehr ansprechend.

Niedriges Gewicht und flache Bauform

Besonders auffällig ist auch das niedrige Gewicht von nur 308 Gramm. Zum Vergleich: Das kleinere Tolino Tab 7 bringt 335 Gramm auf die Waage und das als Leichtgewicht geltende, knapp 8 Zoll (7,9 Zoll) große iPad Mini ebenfalls 308 Gramm. Das Tolino Tab 8 Zoll gehört in dieser Hinsicht also zu den Besten seiner Klasse. Besonders bei längerer Handhabung macht sich das niedrige Gewicht (in Kombination mit dem sich kaum erwärmenden Gehäuse (siehe Seite 2)) positiv bemerkbar.

Neben dem niedrigen Gewicht ist außerdem die sehr geringe Gerätetiefe positiv zu erwähnen. Mit nur 8 mm ist das Tablet sehr flach. Die abgerundeten Kanten sorgen dafür, dass es trotz der geringen Tiefe aber sehr angenehm in der Hand.

Die Vorderseite des Tablets wird wie üblich vom Display dominiert. Etwas unschön ist die minimal höhere Fingerabdrucksanfälligkeit, im Vergleich zu einigen anderen High-End-Geräten. Direkt über dem Bildschirm befindet sich die 2 Megapixel Frontkamera und der fast unsichtbare Lichtsensor, sowie das Tolino-Logo.

Am rechten Geräterand findet man den Power-Knopf und die Lautstärkentasten, am linken Rand sitzen der MicroSD-Karteneinschub und der Micro-USB-Anschluss. Oben befindet sich das Mikrofon und der 3,5 mm Klinkenanschluss für Kopfhörer und externe Lautsprecher. Am unteren Rand sitzt der eingebaute Mono-Lautsprecher.

Dank sinnvoller Gestaltung ist die Rückseite sehr unempfindlich auf Fingerabdrücke

Die Rückseite des Tolino Tab 8 ist schlau gestaltet. Durch das eingearbeitete Muster ist die Oberfläche nämlich (im Gegensatz zur Front) relativ unempfindlich gegen Fingerabdrücke, was im Vergleich zu so manchem Konkurrenten eine sehr willkommene Abwechslung ist. Wie auch beim Vision 2 sitzt hier das glänzende Tolino-Logo.

Unterm Strich präsentiert sich das neue Tablet auf den ersten (und zweiten) Blick von seiner besten Seite: Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, die Bauform ansprechend und das Gewicht sehr niedrig. Besser geht’s im Grunde kaum. Damit braucht sich das Tab 8 auch nicht vor der prominenteren Konkurrenz von Google oder Amazon zu verstecken.

Austattung

Die Hardwareausstattung des Tab 8 wurde im Vergleich zu den Vorgängern ein wenig verändert. Die Displaygröße beträgt nun 8 Zoll, mit einer Auflösung von 1920×1200 Pixel. Erstmals kommt ein Intel Atom Chipsatz zum Einsatz, der eine deutlich bessere Performance verspricht (und liefert – siehe Seite 2) als die Chipsätze der älteren Geräte.

Wie bereits erwähnt, sitzt auf der Vorderseite eine 2 Megapixel Kamera, auf eine rückseitige Kamera muss man weiterhin verzichten. Als Drahtlosverbindungsoptionen stehen WLan b/g/n und Bluetooth 4.0 zur Verfügung. NFC und GPS sind nicht dabei. Kabelgebundene Verbindungen sind über Micro-USB möglich. Der interne Speicher ist 16 GB groß, wobei 10,46 GB für den Nutzer zur Verfügung stehen. Bei Bedarf kann man den Speicher mit einer MicroSD-Karte erweitern.

Knöpfe am Geräterand

Eine weitere Änderung hat sich beim Lautsprecher ergeben. Beim Tab 8 kommt nun nur noch ein einzelner Mono-Lautsprecher zum Einsatz. Die Tonqualität ist zwar gut (und ausreichend laut), allerdings waren die Stereo-Lautsprecher der Vorgänger (inkl. der vorderseitigen Platzierung) etwas besser.

Als Betriebssystem kommt Android 4.4.4 zum Einsatz, das praktischerweise auch über eine Google-Zertifizierung verfügt und somit einen problemlosen Zugang zum vorinstallierten Play Store bietet und die Installation beliebiger Apps ermöglicht.

Display

Wie auch beim eBook Reader gehört der Bildschirms auch beim Tablet zu den wichtigsten Bauteilen. Neben der Displayauflösung sind Farbechtheit und Betrachtungswinkel besonders wichtig.

In den vergangenen Jahren haben sich die verschiedenen Hersteller regelrechte Rennen um die höchste Pixeldichte geliefert, wobei Apple mit dem iPhone den Marketingbegriff „Retina“-Display geprägt hat. Hier gelten rund 320 ppi als „magische“ Grenze, wonach man mit dem freien Auge keine einzelnen Pixel mehr wahrnehmen kann. Das stimmt zwar nur ab einem bestimmten Betrachtungsabstand, nicht von der Hand zu weisen ist aber auf jeden Fall, dass eine so hohe Pixeldichte im üblichen Betrieb zu einer gestochen scharfen Darstellungsleistung führt. Mit einer Auflösung von 1920×1200 Pixel bei einer Displaydiagonale von 8 Zoll, liegt die Pixeldichte beim Tab 8 mit 283 ppi zwar nicht ganz so hoch, aber dennoch auf einem ausgezeichneten Niveau.

Damit verfügt das Tolino Tablet über eine gestochen scharfe Abbildleistung, wobei die Betrachtungswinkel dank IPS-Technik sehr hoch sind. Tatsächlich verfügt das Tab 8 in dieser Hinsicht über eines der besten Displays das ich bisher unter die Lupe genommen habe. Selbst bei steiler Draufsicht gibt’s keine nennenswerte Abdunkelung und keine Farbveränderungen. Der Bildschirm bleibt damit bei jedem alltäglichen Betrachtungswinkel bestens ablesbar. Lichthöfe und Verfärbungen sucht man dabei ebenfalls vergeblich.

Scharfes Display mit ausgezeichneten Betrachtungswinkeln

Die maximale Bildschirmhelligkeit bewegt sich mit 315 cd/m² auf durchschnittlichem Niveau, was für den normalen Gebrauch aber völlig ausreicht. Damit bewegt es sich am Niveau des ersten Nexus 7, kann aber nicht mit aktuelleren Modellen mithalten. Zum Vergleich: Kindle Fire HDX 7 (Modell 2013; 430 cd/m²) oder Google Nexus 7 (Modell 2013; 550 cd/m²). Die minimale Bildschirmhelligkeit liegt mit 15 cd/m² ebenfalls auf einem durchschnittlichen Niveau und sollte für den alltäglichen Betrieb ausreichend dunkel sein, um auch lichtempfindliche Personen bei absoluter Dunkelheit nicht zu blenden.

Der kapazitive Touchscreen kann bis zu 10 Berührungen gleichzeitig erkennen und reagiert auch auf leichtes Antippen absolut zuverlässig. Das Sensorgitter ist auch bei genauem Hinsehen völlig unsichtbar. Hier kommt offensichtlich ein sehr hochwertiges Bauteil zum Einsatz.

Unterm Strich kann das Display fast in jeder Hinsicht überzeugen. Die Auflösung ist sehr hoch und sorgt für eine sehr scharfe Bilddarstellung, wobei besonders die enorm hohen Betrachtungswinkel für eine problemlose Handhabung im Alltag sorgen. Der Touchscreen reagiert bestens und Darstellungsfehler sucht man vergeblich. Die maximale Bildschirmhelligkeit könnte zwar etwas höher sein, ist aber letztendlich nicht schlechter als bei vielen anderen Tablets in der Preisklasse und ausreichend gut um das Tablet auch bei heller Lichteinstrahlung problemlos nutzen zu können.


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