Wie lange bleibt der Kindle Paperwhite 2 wirklich im Amazon-Sortiment?

13. Juli 2015
Lesezeit: 4:03 Min.
Wie lange bleibt der Kindle Paperwhite 2 wirklich im Amazon-Sortiment?

Eigentlich ist ein Modellwechsel am Elektronikmarkt und insbesondere bei eReadern normalerweise ein „No-Brainer“, also etwas worüber das man sich nicht weiter den Kopf zu zerbrechen braucht. Der alte eBook Reader wird ausgemustert, der neue, bessere, schnellere, leichtere, schönere kommt auf den Markt. Sache erledigt – sollte man meinen.

Im Fall des Kindle Paperwhite stellt sich die Lage für Amazon in Deutschland nämlich nicht ganz so einfach dar. Hierzulande befindet sich der Versandriese in einem harten Konkurrenzkampf mit der Tolino-Allianz, der sich u.a. in einer Preisschlacht bei den Lesegeräten bemerkbar macht.

Mit dem Tolino Shine hat es begonnen, der war zum Start deutlich günstiger als der (technisch bessere) Paperwhite 2 und konnte schnell Marktanteile gewinnen. Später drehte Amazon den Spieß um und vergünstigte den eReader rechtzeitig zum Marktstart des Tolino Vision 2. Und bis auf kurzzeitige Ausnahmen hält Amazon den Preis des Kindle Paperwhite 2 seit dem.

Mit Preisspirale in die Sackgasse?

Nun ist der Nachfolger am Markt und der Versandriese steht vor einem Dilemma: Der neue Paperwhite kostet nämlich aktuell zumindest rund 120 Euro und ist damit deutlich teurer als der Vorgänger. Mehr noch: Zu dem Preis müssen Kunden die werbegestützte Version wählen. Ohne Werbung werden sogar ca. 40 Euro Aufpreis zum Vorgänger fällig.

Dieses Problem hat Amazon nur in Deutschland, denn überall sonst kostet das neue Modell (mit Werbung) genauso viel wie das alte (ohne Werbung). Deshalb wurde der Paperwhite 2 in quasi allen anderen Amazon-Ländern einfach durch den Neuen ersetzt.

Hierzulande kann Amazon einen solchen Schritt aufgrund des vorhin genannten Preiskampfes jedoch nicht so einfach wagen. Deshalb wird der Kindle Paperwhite 2 weiterhin verkauft. Vor wenigen Wochen konnte ich in Erfahrung bringen, dass der Versandriese den eBook Reader allerdings nur noch gedenkt abzuverkaufen und aus dem Sortiment nehmen möchte, sobald der Lagerbestand erschöpft ist.

Wann verschwindet der Paperwhite 2?

Aber stimmt das tatsächlich? Wenn man heute einen Blick auf die Kindle-Sektion auf Amazon.de wirft, dann fällt eine durchaus interessante Änderung auf: Anstatt den Kindle Paperwhite 2 als „Vorgängermodell“ zu bezeichnen, wie das direkt nach der Vorstellung des Paperwhite 3 geschah, wird der eBook Reader nun mit dem Erscheinungsjahr angeschrieben: Kindle Paperwhite (2013).

Änderung der Produktbezeichnung, Quelle: Amazon.de

Es ist zugegebenermaßen nur eine kleine Änderung, aber es könnte ein Hinweis darauf sein, dass man das neue und alte Modell länger nebeneinander anbieten möchte. Wer dem nun entgegenhält, dass es eine unbedeutende Textänderung ist, der sei an dieser Stelle an das heimliche Facelift des Paperwhite 2 erinnert, das eine Speicherverdoppelung gebracht hat, aber abgesehen von der neuen Produkt-ID und dem kurzzeitig aufgetauchten Hinweis auf einen „Kindle Paperwhite (2014)“ sonst nicht kenntlich gemacht wurde. Zudem ist es ein einzigartiger Schritt, denn sonstige Parallelverkäufe (z.B. beim 3G-Modell) fanden bisher ausschließlich unter dem „Vorgängermodell“-Label statt.

Es ist sehr gut möglich, dass Amazon einen riesigen Lagerbestand des Paperwhite 2 hat. Vielleicht werden die Geräte auch aus anderen Ländern nach Deutschland verschifft, um hier verkauft zu werden. Das könnte dann gut und gerne noch mehrere Wochen oder gar Monate dauern, bis das Gerät schlussendlich aus dem Sortiment verschwindet. Da würde eine Änderung der Produktbezeichnung schon Sinn machen, denn wer kauft schon gerne ein „Vorgängermodell“?

Eventuell wartet Amazon aber auch einfach ab, welche Neuheiten die Tolino-Partner auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren und reagiert dann entsprechend.

Sonderangebote und Abverkauf via Prime

Dabei ist auch die Preisreduktion des neuen Kindle Paperwhite 3 erwähnenswert. Amazon hat das Gerät für kurze Zeit auf 115 Euro vergünstigt – nicht nur auf Amazon.de sondern auch bei Saturn und Media Markt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die beiden Elektronikmärkte diesen Preis offenbar ohne „Spezialangebote“ erreicht haben, wie in unserem Forum angemerkt wird.

Unabhängig davon hat mir ein anderer Leser vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass es den Paperwhite 3 bei Saturn in Berlin sogar für 95 Euro (im Angebot) gab – allerdings werbegestützt. Die Preisdifferenz von 20 Euro passt zum üblichen Schema der „Spezialangebote“.

Aktuell verkauft Amazon den Paperwhite 2 zudem ebenfalls für 95 Euro an Prime Mitglieder im „Blitzangebot“.

Da kann man als Kaufinteressant schon mal den Überblick verlieren, welches Gerät man zu welchem Preis und wann kaufen soll. Die rasche (wenn auch kurzzeitige) Preisreduktion des neuen Modells könnte jedenfalls ebenfalls einen Ausblick darauf liefern, was man für das heurige Weihnachtsgeschäft erwarten darf.

Schon jetzt ist der neue „Retina“-Paperwhite preiswert, aber für rund 100 Euro (die offenbar schon kurzzeitig unterboten wurden) wäre das Gerät ein absolutes Schnäppchen und es wäre für die Konkurrenz schwer da mitzuhalten. Aber selbst der Paperwhite 2 als preisgünstiges Modell macht den Tolino-Partnern schon jetzt das Leben schwer – die Preisdifferenz zum technisch ähnlichen Vision 2 beträgt zumeist rund 30 Euro.

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