eBook-Umfrage: Qualität steht für 2012 an erster Stelle

28. Dezember 2011
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Das Jahr 2011 war ein besonders erfolgreiches für den eBook-Markt. In den USA ist das Wachstum kaum aufzuhalten gewesen – einige große Verlagshäuser haben eBook-Anteile von 20 Prozent und mehr am Gesamtumsatz gemeldet. In Deutschland und Österreich sieht die Situation noch nicht so gut aus – hier lagen die Umsätze nur im Ein-Prozent-Bereich – aber die Prognosen sind ebenfalls vielversprechend.

Eine Umfrage von DLC, einem Dienstleister zur Konvertierung von Büchern ins digitale Format, hat nun ein paar mögliche Entwicklungen und Schwerpunktsetzungen der Verlagsbranche für 2012 ermittelt. Trotz der genannten hohen Umsatzanteile von eBooks bei einigen Verlagen, planen nur 63 Prozent der befragten Verleger/Autoren auch ein eBook zu veröffentlichen, d.h. 37 Prozent bleiben exklusiv dem Papierbuch treu.

Was die Formatwahl angeht, setzt die Mehrheit mit 37 Prozent ausschließlich auf den offenen EPUB-Standard, 14 Prozent auf angepasste Formate und nur 6 Prozent auf MOBI (Kindle AZW). Klingt für Amazon erstmal schlecht, allerdings geben 43 Prozent der Befragten an, die eBooks für alle Formate veröffentlichen zu wollen. EPUB steht hier aber auf jeden Fall an erster Stelle, was man als Kunde nur begrüßen kann. Ganz besonders, da der neue EPUB 3 Standard fertiggestellt wurde und eine bessere Anpassung der Inhalte erlaubt.

Am wichtigsten bei der Umwandlung eines Buches ins digitale Format ist für 70 Prozent die Qualität, d.h. Grafiken, Rechtschreibung, Formatierung etc. müssen korrekt umgesetzt sein. Es kommt immer wieder vor, dass eBooks aufgrund des Scans der Buchseiten irgendwelche Fehler beinhalten. Das ist hauptsächlich bei älteren Backlist-Titeln der Fall. Dennoch ist es beruhigend zu wissen, dass eBooks nicht mehr nur als Ergänzung zum Papierbuch gesehen werden, sondern als eigenständiges Angebot, welches ebenfalls gewissen Qualitätsmerkmalen entsprechen soll.

“Vor achtzehn Monaten waren viele Verlage/Autoren damit beschäftigt ihre Informationen ins eBook-Format zu bringen, wobei Qualität nicht so wichtig war wie heute”, kommentiert DCL CEO Mark Gross die Ergebnisse. “Die Umfrage zeigt, dass die Verlagsbranche nun realisiert, dass Kunden/innen es nicht tolerieren, wenn 15-US-Dollar teure eBooks Tippfehler und eine schlechte Formatierung beinhalten.”

Quelle: DCLab