Barnes & Noble zieht sich aus Europa zurück, Deutschlandstart abgesagt

18. Oktober 2016
Lesezeit: 49:49 Min.
Barnes & Noble zieht sich aus Europa zurück, Deutschlandstart abgesagt

Barnes & Noble ist die größte stationäre Buchhandelskette in den USA und galt als ehemaliger Hauptrivale von Amazon. Das Unternehmen baute mit der Firmensparte „Nook“ ein eigenes Digitalgeschäft auf, mit dem man auch internationale Pläne verfolgte. Letztendlich schaffte man es aber nur nach Großbritannien und fristete dort ein Nischendasein.

Der ausgebliebene Erfolg im einzigen Expansionsland und auch in der Heimat sorgte dafür, dass sich das Unternehmen nach jahrelangen Bemühungen letztendlich ganz aus Europa zurückzog. Nachfolgend die Chronologie der Ereignisse, Aufstieg und Fall des Nook-Geschäftszweiges.

Inhaltsverzeichnis

  1. 09.10.2011: Barnes & Noble entfernt DC-Comics wegen Fire Deal
  2. 18.04.2012: Nook Geräteserie auch bald in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
  3. 21.08.2012: Barnes & Noble Nook kommt nach Europa; Großbritannien
  4. 03.09.2012: UK: Barnes & Noble arbeitet lokalen Unternehmen zusammen
  5. 26.09.2012: Barnes & Noble stellt Tablets vor; kein neuer eBook Reader
  6. 12.11.2012: Barnes & Noble bis Juni 2013 in Deutschland?
  7. 30.11.2012: Löscht Barnes&Noble eBooks?
  8. 02.01.2013: Nook mit schwachem Weihnachtsgeschäft; Doch keine Tablet-Revolution?
  9. 03.03.2013: Barnes & Noble Nook Geschäft schwächelt weiterhin
    1. Nook-Geschäft weiter in den roten Zahlen
    2. eBook Reader vs. Tablets
    3. Barnes & Noble bald auch in Deutschland
  10. 24.03.2013: Barnes & Noble verschenkt zu jedem Tablet einen eBook Reader
    1. Neuer Barnes & Noble eBook Reader im Anmarsch?
  11. 02.05.2013: Großbritannien: Barnes & Noble Nook für 29 Pfund; 35 Euro
    1. Nook Simple Touch für nur 35 Euro
    2. Neuer eBook Reader im Anmarsch?
  12. 04.05.2013: Barnes & Noble integriert Google Apps in die Nook HD Tablets
    1. Irrelevante Microsoft-Partnerschaft?
  13. 21.05.2013: Gerücht: Barnes & Noble Nook bekommt Browser und E-Mail-App
    1. eBook Reader oder Tablet?
    2. Steigt Barnes & Noble aus?
  14. 05.06.2013: Barnes & Noble will nach Deutschland exportieren
    1. Preisdumping als Wachstumsmotor
  15. 29.09.2013: Nook SW kurz vor dem Start; Expansionspläne um ein Jahr verschoben
    1. Nook Simply White?
    2. Expansionspläne um ein Jahr verschoben
    3. Microsoft Geldspritze als Schlüssel zur Expansion
  16. 10.01.2014: Katastrophales Weihnachtsgeschäft für Barnes & Noble Nook
    1. Nook: Verluste, Verluste und noch mehr Verluste
    2. Wie geht es weiter?
  17. 18.03.2014: Nook Press Selbstpublikationsplattform kommt nach Deutschland
    1. Kommen auch die Nook-Geräte nach Deutschland?
  18. 11.06.2015: Barnes & Noble zieht sich aus Europa zurück, bleibt in Großbritannien
    1. Europapläne vom Tisch
    2. Marktchancen mittlerweile zu gering
  19. 04.03.2016: Nook verabschiedet sich aus Großbritannien
    1. Kundenmigration mit Nachteilen
    2. Viele Fehler, späte Kurskorrektur
    3. Chance für Tolino?

09.10.2011: Barnes & Noble entfernt DC-Comics wegen Fire Deal

Vor ein paar Wochen haben wir darüber berichtet, dass sich Verlage durch Amazons Selbstpublikations-Möglichkeit bedroht sehen und das am Beispiel einer Autorin gezeigt, welche durch ihre selbst veröffentlichten Kurzgeschichten in eine Zwickmühle geraten ist. Die dunklen Wolken ziehen jetzt auch langsam über den restlichen US-eBook-Markt, denn nun wird der Konkurrenzkampf zwischen Barnes & Noble und Amazon schon öffentlich ausgetragen – jedenfalls indirekt.

Mit dem Kindle Fire und den sehr günstigen Kindle-eReadern, hat Amazon die Gangart gegenüber der Konkurrenz am US-Markt verschärft. Barnes & Noble gilt als härtester Gegner Amazons und hält etwa 20% des dortigen eBook-Marktes.

Kurz nach dem Start des Kindle Fire hat Amazon einen Deal mit dem amerikanischen Verlag DC-Comics bekannt gegeben, welcher 100 Comic-Titel exklusiv auf dem neuen Amazon Tablet verfügbar machen soll. Das dürfte Barnes & Noble nicht so wirklich geschmeckt haben, denn die Buchhandelskette hat alle Niederlassungen dazu veranlasst die entsprechenden 100 DC-Titel aus dem Sortiment zu nehmen. Barnes & Noble dürfte schon länger versucht haben, diverse Comics für das Nook Color Tablet zu gewinnen, hat dies aber offenbar nicht geschafft – und schlimmer, den Deal nun an Amazon verloren.

Barnes & Noble dürfte sich mit der Aktion aber keinen Gefallen getan haben, denn eine ähnliche Maßnahme Amazons bei Preisverhandlungen mit einem Verlag, haben damit geendet, dass Amazon alle Buchtitel wieder ins Sortiment aufgenommen und sich für die Aktion entschuldigt hat. Das Geschäftsverhältnis dürfte durch so eine Aktion aber nachhaltig geschädigt bleiben – und Ähnliches könnte nun auch Barnes & Noble wiederfahren. DC-Comics wird keine Freude an dieser Aktion haben und ein Argument für die Zusammenarbeit stellt es wohl auch kaum dar.

Jedenfalls zeigt dies nun erstmals den Machtkampf welcher um den digitalen Buchmarkt herrscht, in aller Öffentlichkeit. Man darf gespannt sein, ob Barnes & Noble mit möglichen Preissenkungen beim Nook Touch und den beiden neuen Nook Color Tablets, wieder etwas Moment für sich gewinnen kann.

18.04.2012: Nook Geräteserie auch bald in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Die Meldung ist zwar nicht mehr ganz frisch, aber doch zu interessant um sie unter den Tisch fallen zu lassen. Der amerikanische Buchhändler, eBook-Reader- und Tablet-Hersteller und schärfster Konkurrent Amazons in den USA, dürfte seine Nook Geräte auch bald hierzulande auf den Markt bringen.

Mehrere Newsseiten haben vor kurzer Zeit über die neu gegründete Barnes & Noble Niederlassung in Berlin berichtet. Die Firma nennt sich Barnes & Noble Digital Media GmbH, wobei der Vizepräsident Eugne DeFelice der US-Firma als Geschäftsführer eingetragen wurde.

Unmittelbare Folgen hat diese Firmengründung vorerst keine – sie ist lediglich der erste Schritt für Barnes & Noble auch im deutschsprachigen Raum Fuß zu fassen. Besonders gespannt darf man auf die Vertriebssituation sein, mit welcher der US-Buchhändler seine eBook Reader und Tablets hier vertreiben will.

Möglich wäre ein Alleinvertrieb, wie ihn auch Kobo erfolgreich gestartet hat. Damit würden die Geräte bei Media Markt & Co. erhältlich sein, wobei Barnes & Noble das eBook-Angebot selbst stellen würde. Eine andere Möglichkeit wäre es, in den Fußstapfen von Sony zu wandeln und die Nook-Geräte (auch) über eine hiesige Buchhandelskette zu vertreiben. Thalia würde sich hier anbieten, denn der etwas schwächelnde Buchhändler konnte mit den eigenen Lesegeräten bisher nur bedingt überzeugen. Da Barnes & Noble den KundInnen im deutschsprachigen Raum kaum ein Begriff sein dürfte, könnte man ja sogar ein Re-Branding anstellen. Wie wäre es mit Thalia Nook? Das ist aber natürlich reine Spekulation. Weniger wahrscheinlich ist es, dass Barnes & Noble eigene Buchflilialen eröffnet – das dürfte kaum lukrativ sein.

Jedenfalls dürfte der Kampf um den eBook Markt ab Herbst besonders hart werden, denn spätestens zu diesem Zeitpunkt wird Barnes & Noble wohl rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft sein Marktdebüt feiern wollen. Amazon, Kobo, Thalia, iriver, PocketBook, Sony, Barnes & Noble, Bookeen … alle mit eigenen Lesegeräten. Was für die einzelnen Firmen vermutlich kein Zuckerschlecken werden dürfte, hat für den Endverbraucher zumindest einige Vorteile. Einerseits dürfte sich die Preisspirale weiter runter drehen (wie zuletzt beim 99 Euro teuren Kobo Touch), andererseits wird das Angebot aus dem man den richtigen Reader wählen kann, nochmal größer.

Barnes & Noble ließ vor einer Woche mit dem Nook with GlowLight aufhören. Dabei handelt es sich um den bekannten Nook Simple Touch eBook Reader des Buchhändlers, welcher mit einem integrierten Leselicht ausgestattet ist. Es wäre möglich, dass dies auch das erste Gerät mit eingebauter Beleuchtung sein wird, welche im deutschsprachigen Raum erscheint. Amazon hat zwar offenbar auch ein solches Gerät in Entwicklung, hatte sich aber zuletzt mit den Deutschland-Starts diverser Kindle-Geräte viel Zeit gelassen, womit man nicht unbedingt mit einer sofortigen Markteinführung hierzulande rechnen darf. Von Kobo & Co. hat man diesbezüglich noch nichts gehört.

Einen Startvorteil wie Amazon ihn in den USA hatte, haben in Deutschland jedenfalls alle der genannten Firmen verschlafen. Obwohl Sony schon Jahre vor der Konkurrenz eigene eBook Reader am Markt hatte, hat der japanische Elektronikriese die Chance verpasst, ein eigenes eBook-Netz aufzuziehen. Aber auch Amazon konnte sich trotz der marktbeherrschenden Position im Online-Handel offenbar noch nicht so stark absetzen wie dies vor Jahren in den USA geschehen ist. Der Kampf um den eBook-Markt könnte also sogar noch härter ausfallen als dies in den USA der Fall war bzw. ist. Man darf also gespannt sein, was die nächsten Monate bringen.

21.08.2012: Barnes & Noble Nook kommt nach Europa; Großbritannien

Schon länger wurde gemunkelt, dass Barnes & Noble nach Expansionsmöglichkeiten in Europa  sucht. Nun wurde man fündig – naturgemäß im nächstbesten Markt nach den USA: in Großbritannien. Der britische Markt ist in der Regel einer der ersten, welcher kurz nach den USA von vielen Content- und Elektronikanbietern erschlossen wird, da lästige Sprachanpassungen wegfallen und die rechtliche Situation manchmal sehr ähnlich ist.

Barnes & Noble lässt nun per Pressemeldung wissen, dass das gesamte Nook Angebot in diesem Herbst im Vereinigtes Königreich an den Start gehen wird. Das umfasst neben 2,5 Millionen Büchern, Zeitschriften, Comics und Apps auch die Gerätehardware Nook Touch, Nook Touch with GlowLight und Nook Tablet. Über die Preise schweigt man sich allerdings noch aus. Zum Vertrieb wird man einerseits die eigene Homepage verwenden (nook.co.uk) und andererseits auf britische Partner setzen, welche die Geräte verkaufen können.

„Wir sind stolz unsere hoch bewerteten Nook Geräte und den preisgekrönten digitalen Buchshop den anspruchsvollen und gut gebildeteten Kunden in Großbritannien anbieten zu können“. schmiert William J. Lynch, CEO bei Barnes & Noble, der englischen Kundschaft Honig ums Maul. „Wir sind zuversichtlich , dass unsere preisgekrönte Technik, in Kombination mit den umfangreichen Inhalten – Bücher, Kinderbücher, Zeitschriften, Apps, Filme und mehr – den britischen Kunden das bringen, worauf sie gewartet haben“.

Barnes & Noble will also offensichtlich nicht nur den britischen Buchmarkt erschließen, sondern gleich mehrere Märkte. Für den amerikanischen Buchhändler ist es jedenfalls das erste Mal, dass man außerhalb der USA in einen neuen Markt einsteigt und expandiert. Aber vermutlich nicht das letzte Mal.

Barnes & Noble hat nämlich auch in Berlin vor einiger Zeit eine Niederlassungs gegründet, welche als Startschuss für mögliche Expansionspläne nach Deutschland gesehen wird. Ein Deutschlandstart sollte sowieso ganz oben auf der Liste des Buchhändlers stehen, denn der deutsche Buchmarkt gehört zu den größten weltweit. Da die rechtliche Situation sich aber z.T. deutlich von der in den USA unterscheidet und die Sprachbarriere sowohl was die Geräte aber ganz besonders was die Inhalte angeht, aufgearbeitet werden muss, wird der Deutschlandstart wohl noch bis zum nächsten Jahr warten müssen.

03.09.2012: UK: Barnes & Noble arbeitet lokalen Unternehmen zusammen

Wie wir bereits wissen, wird Barnes & Noble in diesem Herbst erstmals außerhalb der USA expandieren – und zwar nach Großbritannien. Vor wenigen Tagen hat der größte US-Buchhändler auch die Verkaufspartner bekanntgegeben mit welchen man zusammenarbeiten will, um den Nook und die dazugehörige Plattform im Vereinigten Königreich populär zu machen.

Zuerst hat B&N die Partnerschaft mit John Lewis öffentlich gemacht. Dabei handelt es sich um eine Ladenkette, welche alle möglichen Produkte anbietet – unter anderem Elektronikartikel. Das Nook Sortiment soll in allen 37 Filialen und auf der Homepage der Handelskette verfügbar gemacht werden.

Außerdem werden die Reader bei Argos, Blackwell’s und Foyles erhätlich sein. Bei Argos handelt es sich ebenfalls um einen Händler mit allen möglichen unterschiedlichen Produkten. Blackwell UK und Foyles sind dagegen zwei Buchhandelsketten.

Blackwell’s Buchhandlungen gibt es an 45 Standorten in ganz Großbritannien, Foyles ist mit 7 Standorten in London und Bristol nicht ganz so groß. Jedenfalls hat Barnes & Noble mit diesen vier Vertriebspartnerschaften den Fuß in der Türe und dürfte damit trotz des späten Markteinstiegs gegenüber Amazon und Kobo noch ausreichend konkurrenzfähig sein.

Der britische Marktstart könnte auch als Bewährungsprobe für eine weitere Expansion in Europa dienen. Glückt der Start und kann man sich ausreichend Marktanteile verschaffen, werden sicherlich auch andere Länder folgen. Der erste Schritt ist mit der Gründung eines deutschen Firmensitzes bereits vor einigen Monaten erfolgt. Die weitere Expansion sollte Barnes & Noble außerdem helfen aus den roten Zahlen zu kommen.

26.09.2012: Barnes & Noble stellt Tablets vor; kein neuer eBook Reader

Barnes & Noble, der größte Konkurrent von Amazon am US-Markt, hat heute zwei neue Tablets vorgestellt, welche den Kindle Fire Tablets den Wind aus den Segeln nehmen sollen. Die beiden Geräte heißen Nook HD und Nook HD+ und sind in zwei unterschiedlichen Displaygrößen erhältlich.

Das Nook HD Tablet ist ein 7 Zoll Gerät mit einer ungewöhnlich hohen Auflösung von 1.440×900 Pixel, was in der Geräteklasse definitiv eine Besonderheit darstellt. Das Display ist somit schärfer als die Konkurrenz von Amazon, Google oder Kobo, welche allesamt eine „reguläre“ Auflösung von 1.280×720 / bzw. 800 Pixel besitzen. Aber nicht nur bei der Auflösung kann das neue B&N Tablet überzeugen, auch beim Prozessor scheint man nicht gespart zu haben. Das Tablet ist mit einem TI OMAP 4470 Chip ausgestattet, welcher mit einer Taktfrequenz von 1,3GHz läuft. Hier kann lediglich das Kobo Arc mithalten, welches den gleichen Chip in Verwendung hat.

Mit einem ausgesprochen niedrigen Gewicht von 315 Gramm (Nexus 7: 340g; Kindle Fire HD: 395g; Kobo Arc: 364g) unterbietet man außerdem die gesamte 7 Zoll Konkurrenz. Bleibt zu hoffen, dass diese Gewichtsreduktion nicht auf Kosten der Akkulaufzeit geht. Das Design des Geräts ist auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig, da es sich doch deutlich von anderen Tablets unterscheidet. Insgesamt erinnert es aber sehr stark an den eInk eBook Reader von Barnes & Noble – besonders was die Rückseite und das verwendete Material angeht.

Es wird in einer 8GB und einer 16GB Version erhältlich sein, wobei beide mit einer MicroSD-Karte erweiterbar sein werden. Der Preis liegt bei 199 bzw. 229 US-Dollar.

Das zweite neue Tablet ist das Nook HD+, welches mit einem 9 Zoll Display ausgestattet ist und dem Amazon Kindle HD 8.9 Konkurrenz machen wird. Die Auflösung ist mit 1.920×1.280 Pixel etwas höher als bei Amazon (Kindle HD 8.9: 1.920×1.200 Pixel). Als Prozessor kommt ebenfalls ein TI OMAP 4470 zum Einsatz, d.h. auch hier unterscheidet man sich nicht vom Kindle Fire HD.

Mit 515 Gramm ist das Gerät aber wiederum leichter als das Amazon Gegenstück (565 g) und bietet außerdem eine MicroSD-Speicherkartenerweiterung zusätzlich zum internen Speicher, welcher wahlweise 16GB oder 32GB groß ist. Auch preislich macht man Amazon die Hölle heiß, denn das B&N Nook HD+ wird ab 269 US-Dollar erhältlich sein (32GB: 299$; Kindle Fire HD 8.9 16GB: 299$, 32GB: 369$) – und das alles ohne Werbung.

Barnes & Noble könnte Amazon mit diesen beiden Neuvorstellungen das Weihnachtsgeschäft wirklich vermasseln, den beide Tablets bieten mehr als das Gegenstück von Amazon, wobei die 9 Zoll Version sogar noch deutlich günstiger ist.

Einzig am eBook Reader Sektor hat Barnes & Noble nichts neues zu bieten, denn hier bleibt man dem Nook Touch (with Glowlight) treu, welcher inzwischen allerdings in die Jahre gekommen ist. Einerseits ist die Displayauflösung von 800×600 Pixel nicht so hoch wie beim Kindle Paperwhite und andererseits gibt es Probleme mit der Leuchtfolie, welche zu anfällig für Kratzer und Stoßschäden ist.

Die neuen Geräte werden es auch pünktlich zum Start nach Großbritannien schaffen, wo Barnes & Noble in Kürze sein erstes internationales Debüt feiern wird. Damit hat man in Europa sogar einen Startvorteil gegenüber Amazon, denn der Versandhändler hat sich entschieden das Kindle Fire HD 8.9 hierzulande (noch) nicht anzubieten. Großbritannien gilt außerdem als erster Testmarkt für weitere Expansionen von Barnes & Noble, was bedeutet, dass man die Tablets vermutlich auch in Deutschland früher oder später zu Gesicht bekommen wird.

12.11.2012: Barnes & Noble bis Juni 2013 in Deutschland?

Es gilt ja als offenes Geheimnis, dass Barnes & Noble nach Deutschland exportieren will. Als erstes handfestes Indiz galt schon die Eröffnung eines Firmensitzes in Berlin im April 2012. Echte Auswirkungen hatte das vorerst keine, aber zusammen mit der Ankündigung Barnes & Nobles erstmals außerhalb den USA zur expandieren, war die Gerüchteküche natürlich am brodeln.

Im August diesen Jahres kündigte das US-Unternehmen die Ausweitung der Geschäfte nach Großbritannien an, wobei man gleich mit der ganzen Produktpalette auf der Insel vertreten sein würde. Die Expansion ins Vereinigte Königreich ist der erste logische Schritt um den weltweiten eBook Markt zu erobern, immerhin muss man sich hier nicht mit Sprachbarrieren und z.T. auch nicht mit verschiedenen Vertriebsrechten herumschlagen.

Die Ausweitung der Geschäfte soll aber natürlich nicht hier enden. Barnes & Noble muss weiter expandieren, damit das Nook-Geschäft Gewinn abwirft. Der eBook-Geschäftszweig des Unternehmens ist nämlich trotz gestiegener Verkäufe weiterhin tief in den roten Zahlen. Das wird sich vermutlich auch nicht in Zukunft nicht ändern, denn das eBook-Wachstum in den USA hat inzwischen etwas abgenommen und gleichzeitig sinken die eBook-Preise auch. Der einzige Weg aus der 57 Millionen Dollar Verlustzone zu kommen, heißt Expansion.

Vor Kurzem hat Barnes & Noble CEO William Lynch verkündet, dass die beiden neuen Tablet-Starts ein voller Erfolg seien. 240 Prozent über vergangenen Neuvorstellungen lägen die Vorbestellungen für die neuen Geräte. In Zuge dessen ließ sich Lynch auch zur Aussage hinreißen, dass man bis Juni 2013 10 internationale Märkte erschlossen haben will.

Deutschland wird zwar nicht namentlich genannt, die zuvor genannte Firmengründung beweist aber, dass sich auch der deutsche Buchmarkt im Visier des US-Buchhändlers befindet. Kein Wunder: Der deutschsprachige eBook Markt wächst zwar beständig weiter, hat den großen Durchbruch aber noch nicht erlebt. Mit Juni 2013 dürfte man das Spielfeld gerade noch rechtzeitig betreten um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

30.11.2012: Löscht Barnes&Noble eBooks?

Die Empörung auf diversen amerikanischen eReader-Blogs und Techniknewsseiten ist derzeit groß. Grund dafür ist, dass ein Leser des Magazins „The Consumerist“ davon berichtet hatte, nicht mehr auf ein eBook online zugreifen zu können, welches bereits mehrere Monate zuvor durch ihn bei B&N gekauft wurde. Vom „Löschen gekaufter Bücher“ war sofort die Rede, bezahltes Eigentum würde unrechtmäßig entwendet werden. Doch ist dem wirklich so?

Scheinbar sind hier einige Medien vorschnell auf den Zug des äußerst beliebten „DRM-Bashings“ aufgesprungen, denn liest man sich die Nutzungsbedingungen und FAQs von Barnes & Noble etwas genauer durch, so erfährt man bald, dass „lediglich“ eine gültige Kreditkarte erforderlich ist, um auf bereits gekaufte Bücher wieder zugreifen zu können. Daher: läuft eine Kreditkarte aus, wird diese einfach durch eine neue ersetzt und schon stehen die Bücher wieder zum Download zur Verfügung.

Ob man diese Praxis gut heißen möchte liegt wohl im persönlichen Ermessen. Sicherlich wäre es angenehmer, wäre nicht unbedingt eine gültige Kreditkarte erforderlich um auf kostenlosen oder bereits erworbenen Content zugreifen zu können. Es ist aber mittlerweile (leider) durchaus gängige Praxis, denn auch bei Apple und Co ist in der Regel eine Kreditkarte erforderlich um auf bestimmte Inhalte zugreifen zu können bzw. ist es alternativ oftmals nur über Umwege oder erschwert möglich. Dass bereits bezahlter Content jedoch vor allem für den persönlichen Gebrauch des Nutzers dauerhaft zur Verfügung stehen sollte, steht wohl außer Frage.

Weiters muss man natürlich auch anmerken, dass es heutzutage zwar üblich ist, dass gekaufte digitale Inhalte auch weiterhin kostenlos über ein Cloudservice bezogen werden können – stellt man jedoch auch hier die gerade beim Thema DRM oftmals angewendeten Analogien zu gebundenen Büchern her, dann muss man wohl einsehen, dass das dauerhafte Aufbewahren der digitalen Inhalte durch den Verkäufer lediglich ein zusätzliches Service für den Kunden darstellt. Eine verlorene CD oder ein liegen gelassenes Buch wurden früher nicht ersetzt. Dass man gerade auf Händlerseite diese Dienste als einen der Gründe darstellt, wieso eBooks nicht wesentlich günstiger angeboten werden können als gebundene Bücher, ist natürlich dann auch wieder zurecht das Argument der Gegenseite – wir wollen das Ganze hier jedoch nicht zu weit ausführen.

Nichts desto trotz bleibt das Thema DRM, Nutzungs- und Speicherrechte natürlich ein umstrittenes, welches sowohl Nutzer als auch Verlage möglichst zu ihrem Vorteil auslegt sehen möchten. Neutral betrachtet liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte. Zum einen sind starke Einschränkungen und beinahe unlautere Methoden um den Kunden an sich zu binden sicher keine probaten Mittel, jedoch sind bis zu einem gewissen Grad auch die Ängste der Industrie zu verstehen, welche eigentlich ihre größte Konkurrenz in der Gemeinschaft der Raubkopierer sehen und Angst haben, dass nicht geschützte Inhalte sich frei im Netz verbreiten könnten. Dies Kampf darf jedoch nicht auf dem Rücken des Kunden ausgetragen werden und letztendlich wird der ausgeübte Kundendruck wohl entscheidend sein, wie weit die Verlage und Buchhändler von ihrem Standpunkt abweichen werden. Berichte wie der oben angeführte und die damit verbundenen Reaktionen  zeigen jedenfalls – ungeachtet deren Richtigkeit – in der Regel Wirkung.

02.01.2013: Nook mit schwachem Weihnachtsgeschäft; Doch keine Tablet-Revolution?

Wenn man die Lieferschwierigkeiten für den Kindle Paperwhite als Indikator für den Erfolg des Weihnachtsgeschäfts von Amazon nimmt, dann dürfte das neue Jahr in der Firmenzentrale des Versandhändlers wohl mit einem breiten Grinsen beschritten worden sein. Der neue Amazon Reader war praktisch überall auf der Welt ausverkauft bzw. nur mit starker Lieferverzögerung zu haben.

Anders sieht es beim direkten Konkurrenten in den USA aus. Barnes & Noble wird nach eigener Aussage die Umsatzvorhersagen für das vergangene Geschäftsjahr verfehlen, da das Weihnachtsgeschäft mit der Nook-Sparte schlechter gelaufen ist, als erwartet.

Das ist durchaus interessent: Zum einen hatte Barnes & Noble für die beiden neuen Nook-Tablets vor wenigen Wochen noch Rekordverkäufe vermeldet. Die neuen Tablets des Buchhändlers sind technisch sehr gut und auch recht günstig zu haben. Aber scheinbar waren die Verkäufe nichts gut genug, denn sie konnten den Absturz nicht verhindern. Da muss man sich unweigerlich die Frage stellen, ob man die vergangenen Vorhersagen, wonach Tablets am eBook-Markt eine immer wichtigere Rolle spielen werden, vielleicht nicht doch nochmal überdenken sollte.

Es steht natürlich außer Zweifel, dass sich Tablets im Moment großer Beliebtheit erfreuen, aber die Tatsache, dass der größte stationäre Buchhändler der USA trotz toller Hardware und gutem Content-Angebot die eigenen Umsatzvorhersagen nicht erreichen konnte, wirft natürlich ein paar Fragen auf. Noch schlimmer wird die Verfehlung des Umsatzziels durch die Tatsache, dass man seit einigen Wochen auch in Großbritannien vertreten ist und man hier eigentlich einen umsatzträchtigen neuen Markt erschlossen hat.

Barnes & Noble hat sich auch keinen Gefallen getan, als man die eInk-Reader mit der letzten Modellpflege vernachlässigt hat. Der Nook eBook Reader ist zwar ein solides Gerät und dank Android-Betriebssystem in der Modding-Community auch sehr beliebt, allerdings eben auch schon in die Jahre gekommen. Das gleiche gilt für den Nook with Glowlight. Zwar konnte Barnes & Noble als erstes Unternehmen im vergangenen Jahr einen eInk-Reader mit Frontbeleuchtung auf den Markt bringen und hatte dabei zwischenzeitlich sogar Versorgungsprobleme, allerdings kann der Reader nicht mit dem Kindle Paperwhite oder Kobo Glo mithalten.

Kontrast, Auflösung und Gleichmäßigkeit der Beleuchtung sind beim Nook-Reader deutlich schlechter, was auch in zahlreichen englischsprachigen Testberichten immer wieder festgehalten wurde. Als wäre das nicht schon schlimm genug, hat das Gerät auch noch Probleme mit der zu weichen Lichtträgerfolie, welche schon bei leichten Berührungen mit etwas härteren Objekten Beschädigungen zeigt und damit auch Lichtflecken bei aktivierter Beleuchtung. Letztendlich hat Barnes & Noble das eBook Reader Geschäft damit dieses Mal wohl vergeigt.

Man darf jedenfalls gespannt sein, wie Barnes & Noble den eBook-Markt in Zukunft wieder aufmischen will, denn wenn man die angesagten Expansionen außerhalb der USA vornimmt (d.h. auch in Deutschland), dann wird das derzeitige Hardwareangebot wohl nicht genügen.

03.03.2013: Barnes & Noble Nook Geschäft schwächelt weiterhin

In den letzten Tagen haben sich die Negativmeldungen zu Barnes & Nobles Nook Geschäft förmlich überschlagen. Einem New York Times Artikel zufolge, denkt Barnes & Noble daran das Nook-Hardwaregeschäft aufzugeben, oder zumindest auszulagern. Demnach will man stärker auf Inhalte und die Lizenzierung des Nook Contents setzen und möglicherweise durch andere Hersteller produzierte Geräte vertreiben. Barnes & Noble hat dies umgehend dementiert und verlauten lassen, dass man keine Pläne hat, die preisgekrönten Nook-Produkte aufzugeben.

Das scheint aber nur die halbe Geschichte zu sein, denn wie nur einen Tag später bekannt wurde, hat der größte Aktionär und Gründer von Barnes & Noble Interesse daran das Retail-Geschäft komplett zu übernehmen – allerdings ohne die Nook-Sparte. Aber das heißt natürlich nicht, dass es auch wirklich zum Verkauf kommt.

Nook-Geschäft weiter in den roten Zahlen

Damit reißt die Negativserie jedoch nicht ab, denn Barnes & Noble hat kürzlich die aktuellsten Unternehmenszahlen für das dritte Quartal ihres Geschäftsjahres bekanntgegeben – und die sind alles andere als gut. Im Vergleich zur Vergleichsperiode im Vorjahr ist man in die roten Zahlen beim Gewinn gerutscht und musste deutliche Einbußen verzeichnen – und das nicht zuletzt auf Grund der Nook Sparte, welche heftige Einbrüche bei Umsatz und Gewinn hinnehmen musste. Um ganze 26 Prozent geringer als im Vorjahr fiel der Umsatz aus, wobei hier auch schon digitale Inhalte und Zubehör eingerechnet sind. Maßgeblich Schuld an dem schlechten Abschneiden hat aber die niedrigere Anzahl verkaufter Geräte.

Damit die Zahlen in den kommenden Quartalen besser ausfallen, möchte Barnes & Noble die Strategie umstellen. Darunter fällt z.B. die Preisreduktion bestehender Geräte. Wie genau man hier weiter verfahren will, bleibt allerdings noch unerwähnt. Die Nook-Geräte sind nämlich schon verhältnismäßig günstig und waren in der Weihnachtssaison zum Teil mit deutlichen Rabatten und Gutschriften zu haben. Geholfen hat dies aber scheinbar schon damals nicht.

eBook Reader vs. Tablets

Das ist auch insofern erstaunlich, als dass dedizierten eBook Readern nun schon mehrmals das Ende vorausgesagt wurde und Tablets in der digitalen Lesezukunft  immer wichtiger werden sollen. Der Markt scheint den Marktforschern dabei aber nicht zuzustimmen. Die Nook Tablets hätten nämlich dank der hohen Bildschirmauflösung und Betrachtungswinkel und des vergleichsweise niedrigen Preises (inkl. Gutscheine beim Kauf!) durchaus das Potential zu guten Lesegeräten. eInk-Geräte scheinen aber nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle zu sein, wenn es um den eBook-Verkauf geht.

Und genau diese Sparte hat Barnes & Noble im vorigen Jahr vernachlässigt, während Amazon und Kobo mit den beleuchteten eBook Readern die Kundennachfrage aufgrund zu geringer Produktionskapazitäten nicht abdecken konnte. Der Nook with Glowlight ist hier eine Generation hinterher, sodass die Beleuchtung deutlich schlechter ausfällt als bei der Konkurrenz und die Nachfrage gering blieb.

Welche Akzente man hier setzen kann um die Kunden wieder zu Barnes & Noble zu locken bzw. bestehende Kunden zu halten, bleibt also abzuwarten – ein neuer eBook Reader sollte auf jeden Fall bald auf den Markt gebracht werden, möchte man den Anschluss nicht verlieren. Teil der Strategie wird sicherlich sein, weiterhin die lokalen B&N Buchhandlungen einzubinden, wie man betont.

Barnes & Noble bald auch in Deutschland

Immer noch ausständig ist die internationale Expansion, die schon länger im Raum steht. Bis Mitte 2013 möchte man laut eigener Aussage neben den USA und Großbritannien auch in weiteren Ländern Fuß fassen – darunter Deutschland.

Dies wäre jedenfalls ein logischer Schritt, denn alleine am US-Markt scheint das Rennen bereits gelaufen zu sein, womit man so bald auch keine Gewinne einfahren wird können. Mit der weiteren Expansion nach Europa würde man die Reichweite in noch wachsenden Märkten ausbauen, sodass man mit einem unwesentlich höheren Mehraufwand (d.h. man muss keine neuen Konzepte oder Geräte entwickeln) ein riesiges Publikum erreichen könnte.

Der deutschsprachige eBook Markt ist hier auf jeden Fall besonders interessant, denn dieser wächst zwar beständig weiter, hat den großen Durchbruch aber noch nicht erlebt. Mit Juni 2013 dürfte man das Spielfeld gerade noch rechtzeitig betreten, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Aber dennoch wird es vermutlich nicht leicht werden, denn einerseits hat man hierzulande nur einen niedrigen Bekanntheitsgrad, andererseits drängen sich mit Amazon, Kobo, Tolino (Thalia, Weltbild & Hugendubel), Sony, PocketBook, eBook.de usw. immer mehr Anbieter auf den Markt.

24.03.2013: Barnes & Noble verschenkt zu jedem Tablet einen eBook Reader

Barnes & Noble macht wieder einmal Schlagzeilen. Diesmal allerdings nicht mit Übernahmegerüchten oder schlechten Quartalszahlen, sondern mit einer Kauf-Aktion für das Nook HD+ Tablet und den Simple Touch eBook Reader. Wer eines der hochauflösenden Full HD Tablets ab 269 US-Dollar kauft, der bekommt einen Nook Simple Touch eBook Reader im Wert von 79 US-Dollar kostenlos dazu.

Auf diversen Technikseiten wird spekuliert, dass diese Maßnahme auf die schlechte Entwicklung des vergangenen Jahres zurückzuführen ist, wo Barnes & Noble den Anschluss zu Amazon am eBook-Markt immer mehr verloren hat. Schon zur Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen hat man angekündigt mit weiteren Preisaktionen neue Kunden gewinnen zu wollen. Genau darum könnte es sich hier handeln.

Neuer Barnes & Noble eBook Reader im Anmarsch?

Aber das ist nicht nur die einzig mögliche Erklärung. Es könnte sich ebenso um eine Lagerräumung handeln, um für einen neuen eBook Reader Platz zu machen. Barnes & Noble hat die letzten beiden eInk-Lesegeräte jeweils in der ersten Jahreshälfte vorgestellt. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn der Buchhändler nach diesem Abverkauf einen neuen eBook Reader präsentiert.

Dennoch sollte man sich vielleicht keine allzu großen Hoffnungen machen, denn bisher ist nichts zu einem möglichen neuen eInk-Gerät durchgesickert und aufgrund der Verkaufsgerüchte der Nook-Hardwaresparte, ist es durchaus ungewiss, ob Barnes & Noble hier weiter Geld investiert. Von Seiten des Buchhändlers beteuert man allerdings, dass man keine Pläne dazu hat, das Nook-Geschäft abzustoßen. Man wird sehen.

Der US-Buchhhändler ist seit kurzer Zeit auch in Großbritannien tätig und will laut eigener Aussage noch weiter expandieren. Auch Deutschland gilt als heißer Kandidat für einen Barnes & Noble Marktstart. Die weitere Expansion ist für Juni 2013 angekündigt, was ebenso gut auch das Vorstellungsdatum eines neuen eBook Reader sein könnte und gleichzeitig eine neue Offensive am eBook-Markt darstellen würde.

Barnes & Noble war in der Vergangenheit durchaus mutig, was die Nutzung technischer Innovationen anging. Der erste eBook Reader erschien mit einem eingebauten LCD-Bildschirm um die eBooks auswählen zu können, der zweite eBook Reader mit Android und guter Schriftbildanpassungen und das dritte Modell war das erste mit integrierter Beleuchtung. Auch am Tablet Markt hat man sich nicht vor hochwertiger Technik gescheut und hat aktuell zwei technisch sehr gute Gerät im Angebot. Wieso ist das erwähnenswert? Sollte Barnes & Noble tatsächlich einen neuen eBook Reader vorstellen, dann könnte es sich womöglich nicht um den typischen Einheitsbrei handeln. Vielleicht gibt’s ja ein Gerät mit Farbbildschirm. Fest steht jedenfalls, dass Barnes & Noble handeln muss und dabei keineswegs zimperlich sein darf, denn einerseits muss man am Heimatmarkt Boden gutmachen, andererseits muss man auf den neuen Märkten durch Innovationen punkten, denn durch den späten Markteintritt hätte man andernfalls sicherlich Probleme.

02.05.2013: Großbritannien: Barnes & Noble Nook für 29 Pfund; 35 Euro

Barnes & Noble hat es am Heimatmarkt in den USA nicht leicht. Die Marktanteile sind durch Amazons Aufstieg stark unter Druck geraten und der US-eBook-Markt bewegt sich langsam zum Punkt der Sättigung. Damit sind die Möglichkeiten für Barnes & Noble in den USA den Spieß noch umzudrehen stark begrenzt, sodass sich das Unternehmen vor Kurzem nach jahrelangen Gerüchten dazu durchgerungen hat in Großbritannien durchzustarten.

Bereits seit mehreren Monaten ist die Nook Produktpalette dort erhältlich. Mit einer Preisaktion will das US-Unternehmen nun auf sich aufmerksam machen und bietet Nook Simple Touch, Nook Glowlight und Nook HD zu reduzierten Preisen an.

Nook Simple Touch für nur 35 Euro

Besonders der Nook Simple Touch ist aktuell ein wahres Schnäppchen. Für 29 Pfund bzw. umgerechnet rund 35 Euro (statt 79 Pfund) verkauft Barnes & Noble den eBook Reader. Dabei ist das Gerät gar nicht schlecht: Es verfügt über einen eInk Pearl Bildschirm mit einer Auflösung von 800×600 Pixel und einen Infrarot-Touchscreen. Auch Blättertasten beidseitig des Bildschirms sind integriert.

Die echte Besonderheit liegt aber im Android-Betriebssystem. Als einer der ersten eBook Reader überhaupt, hat der Nook Touch Android genutzt. Dank der schon lange verfügbaren Rooting-Möglichkeit gibt es allerhand Modifikationen für den eBook Reader, die das Gerät zu einem wahren Allrounder werden lassen.

Aber auch die anderen beiden Geräte sind deutlich günstiger als die der Konkurrenz. Das 7 Zoll Tablet mit der sehr hohen Bildschirmauflösung von 1440×900 Pixeln, gibt es bereits für umgerechnet 150 Euro, den beleuchteten Nook Glowlight eBook Reader für 85 Euro.

Neuer eBook Reader im Anmarsch?

Diese massive Preisreduktion könnte mit mäßigen Verkaufszahlen zusammenhängen. Während Barnes & Noble in den USA äußerst bekannt ist, muss man sich in Europa erst einen Namen machen. Das könnte mit dieser Aktion durchaus gelingen. Ebenfalls möglich wäre der baldige Start eines neuen eBook Reader Modells, sodass man jetzt die Lager räumt. In den USA gab es vor kurzer Zeit ebenfalls regional begrenzte Nook-Aktionen.

Man darf gespannt sein, ob es Barnes & Noble in diesem Jahr noch in andere Märkte schafft. Deutschland gilt als heißer Kanditat zur Expansion des US-Buchhändlers. Bereits seit April 2012 verfügt Barnes & Noble über eine Niederlassung in Berlin. Darüber hinaus ließ der CEO des Unternehmens im November 2012 wissen, dass man bis Juni 2013 10 internationale Märkte erschließen will. Sollte das wirklich der Fall sein, dann darf man sich als Kunde vermutlich über einen neuen Preiskampf am eBook Reader Markt freuen.

04.05.2013: Barnes & Noble integriert Google Apps in die Nook HD Tablets

Mit den Tablets Nook HD und Nook HD+ hat der US-Buchhändler Barnes & Noble zwei technisch hervorragende Geräte im Angebot, die zudem auch noch relativ günstig zu haben sind und wo man dank diverser Preisreduktionen manchmal sogar ein richtiges Schnäppchen schlagen kann.

Einen großen Nachteil hatten die Android-betriebenen B&N-Tablets allerdings: Sie waren bisher nicht an das Google Ökosystem angeschlossen. Das bedeutet, dass man keinen Zugriff auf den Google Play Store hatte und so nur begrenzte App-Auswahl. Völlig überraschend ändert sich das nun allerdings, denn Barnes & Noble wird in Zukunft die Google Apps integrieren, sodass Google Play, Gmail, Google Maps, Chrome, YouTube und Google Search schon vorinstalliert sein werden.

Irrelevante Microsoft-Partnerschaft?

Der Schritt ist gleich aus zwei Gründen recht ungewöhnlich: Erstens versuchen alle großen Hersteller ihr eigenes Ökosystem aufzubauen, um nicht in Abhängigkeit von Google & Co. zu geraten und auch selbst Profit vom App-Hype zu haben und zweitens verfügt Barnes & Noble über eine Partnerschaft mit Microsoft, in der eine nicht unbeträchtliche Menge an Kapital (600 Millionen Dollar) in das Nook-Geschäft geflossen ist.

Der Schritt könnte jedenfalls ein Signal dafür sein, dass man einerseits erkannt hat, dass der Markt keine beschnittenen Produkte haben will und andererseits, dass die Verkäufe sich noch schlechter entwickelt haben, als man es erwartet hat. Schon nach dem Weihnachtsgeschäft musste man eingestehen, dass die Hardwareverkäufe hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.

Ob der Schritt zur teilweisen Öffnung der Tablet-Software noch rechtzeitig kommt, wird sich zeigen. Besonders zum jetzigen Zeitpunkt mitten im Jahr könnte es schwierig werden die Verkäufe durch solche Maßnahmen anzukurben. Erst zum Start des Weihnachtsgeschäfts ab ca. Ende August steigen die Verkaufszahlen im Unterhaltungselektronikbereich wieder stetig an. Für das britische B&N-Geschäft könnte die Maßnahme allerdings dennoch genau richtig kommen, denn dort befinden sich die Tablets gerade im Aktionsverkauf, sodass man für umgerechnet 155 bzw. 215 Euro das Nook HD (7 Zoll) und Nook HD+ (9 Zoll) erwerben kann.

Zum Weihnachtsgeschäft wird die Sache aber jedenfalls spannend, denn mit dem integrierten Google Play Store und dem niedrigeren Einstiegspreis sind die beiden Nook-Tablets die deutlich attraktiveren Geräte im Vergleich zu den softwaretechnisch stark eingeschränkten Kindle Fire Tablets. Es bleibt also abzuwarten, wie Amazon auf diese Veränderung reagieren wird.

21.05.2013: Gerücht: Barnes & Noble Nook bekommt Browser und E-Mail-App

Vor wenigen Wochen hat der US-Buchhändler seine beiden Nook HD Tablets mit dem offiziellen Zugang zu den Google Apps ausgestattet, wodurch man mit den beiden Android Tablets nun freien Zugang zum Google Play Store hat. Das ist nicht nur ein Mehrwert für den Nutzer, sondern auch ein großes Zugeständnis für ein offenes System und ein Abrücken von der bisherigen Position.

Wie es aussieht, macht Barnes & Noble nicht bei den Tablets halt und öffnet auch das Android-Betriebssystem der beiden eBook Reader (Nook und Nook Glowlight) ein Stück weit. Zwar gibt man den Zugang zum Google Marketplace nicht frei, allerdings deutet aktuell ein Gerücht darauf hin, dass man den sowieso schon integrierten Browser (welcher aktuell nur über einen Trick aufrufbar ist), sowie einen E-Mail Client mit dem kommenden Softwareupdate offiziell verfügbar macht.

Das Gerücht stammt von der Technikseite Techcrunch, welcher ein Screenshot aus einer internen Barnes & Noble Präsentation zugespielt wurde. Darin ist neben den vorhin genannten Verbesserungen außerdem von einer Aktualisierung des eBook Shops die Rede.

eBook Reader oder Tablet?

Wie immer sollte man solchen Gerüchte mit einer gesunden Skepsis begegnen (ein Screenshot alleine hat nicht viel Aussagekraft), allerdings scheint das Ganze nach dem erfolgten Tablet-Update nicht allzu weit hergeholt zu sein. Die positive Resonanz auf die Öffnung der Tablet-Software war recht groß, sodass ein ähnlicher Schritt für die eBook Reader eigentlich nur logisch ist.

Mit einer eigenen E-Mail-App würde Barnes & Noble am eBook Reader Markt jedenfalls Neuland betreten. Bisher konnte man bei den Android eBook Readern (Nook & Sony PRS-T1/T2) nur mit Root-Zugriff eine solche Funktionalität erreichen. Eine E-Mail Applikation würde den Funktionsumfang der eBook Reader jedenfalls weiter in Richtung Tablet verschieben. Das wiederum ist kein neuer Trend, denn wie wir vor wenigen Tagen berichtet haben, hat auch Onyx eBook Reader mit Android in der Mache, die über eine erweiterte Funktionalität verfügen sollen.

Mit solchen Schritten verschwimmen die Grenzen zwischen eBook Reader und Tablet auf jeden Fall. Aber nicht nur softwaretechnisch kündigt sich eine Annäherung zwischen den beiden Gerätetypen an, sondern auch hardwaretechnisch. Amazon hat Liquavista vor einer Woche übernommen, deren Bildschirmtechnik die Grenzen ebenfalls weiter verwischen könnte.

Steigt Barnes & Noble aus?

Das Barnes & Noble Nook Update soll angeblich am 1. Juni erscheinen. Dabei wird auch interssant sein, ob Barnes & Noble weiterhin am eBook Reader Markt aktiv bleiben wird. In den vergangenen Wochen gab es sowohl in den USA als auch in Großbritannien Sonderverkaufsaktionen der Nook Geräte, wobei die Preise schon auf rekordverdächtig tiefes Niveau gesenkt wurden. Das könnte man durchaus als Abverkauf interpretieren, bevor die Produkte völlig vom Markt verschwinden.

Allerdings würde das nicht zum angekündigten Plan passen, weitere internationale Märkte zu erschließen. Immerhin wollte man bis Juni 2013 in 10 Länder expandieren. Möglicherweise erreicht uns ja am 1. Juni eine entsprechende Mitteilung, in der Barnes & Noble nicht nur das Update der Gerätesoftware bekannt gibt, sondern auch einen neuen eBook Reader und die Expansion ankündigt.

05.06.2013: Barnes & Noble will nach Deutschland exportieren

Schon seit längerer Zeit steht das Gerücht im Raum, dass Barnes & Noble nach Deutschland expandieren will. Diese Erwartung stützt sich einerseits auf eine Aussage des CEO des Unternehmens, wonach man bis Juni 2013 10 internationale Märkte erschlossen haben will und andererseits auf die Tatsache, dass eine Barnes & Noble GmbH in Berlin gegründet wurde.

Auch wenn der Sommer noch auf sich warten lässt, der Juni ist schon da, aber von Barnes & Noble ist weit und breit nichts zu sehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Barnes & Noble die Expansionspläne aufgegeben hat. Wie Vizepräsident Jim Hilt gegenüber The Bookseller neuerlich ausgeführt hat, will man noch innerhalb der kommenden 6 Monate expandieren. Auch sollen es weiterhin 10 internationale Märkte sein.

Zwar wird Deutschland nicht namentlich als Zielmarkt genannt, allerdings stehen die Chancen aufgrund der Firmengündung und der Tatsache, dass es sich hierzulande um einen der wichtigsten Buchmärkte weltweit handelt, recht gut. Über die Wettbewerbsfähigkeit der Nook Produktreihe macht man sich indes keine Sorgen.

Preisdumping als Wachstumsmotor

Wie verschiedene britische Verlage berichten, sind deren Verkäufe über Nacht förmlich abgehoben, nachdem Barnes & Noble den Preis für die Nook Gerätereihe gesenkt hat. Für umgerechnet 35 Euro verkauft der amerikanische Buchhändler den Nook Touch (mit eInk Pearl, Touchscreen und Android) in Großbritannien. Mit einem solchen Kampfpreis kann aktuell niemand mithalten.

Dass der Zeitplan zur weiteren Expansion offenbar nach hinten verschoben wurde, hängt laut Aussage des Vizepräsidenten damit zusammen, dass man sich auf alle Eventualitäten vorbereiten will – das hat man vom britischen Marktstart gelernt. Die Expansion nach Großbritannien war Barnes & Nobles erster Versuch auch außerhalb des Heimatmarktes Fuß zu fassen.

Wird Barnes & Noble es noch rechtzeitig zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft nach Deutschland schaffen? Bringt der amerikanische Buchhändler wieder neue eInk eBook Reader auf den Markt? Wird Barnes & Noble auch hierzulande mit massiven Preisdumping den Markt aufmischen? Das sind Fragen die man sich hier unweigerlich stellt. Sobald es etwas Neues zu berichten gibt, erfährst du es natürlich hier auf ALLESebook.de.

29.09.2013: Nook SW kurz vor dem Start; Expansionspläne um ein Jahr verschoben

Auch wenn Barnes & Noble bisher noch keine konkreten Aussagen gemacht hat, gehen nach den massiven Verlusten im Tablet-Geschäft alle Branchenbeobachter davon aus, dass das Unternehmen sich wieder stärker auf den E-Ink eBook Reader Markt konzentrieren wird. Dass Barnes & Noble einen neuen eBook Reader in der Pipeline hat, gilt inzwischen also als offenes Geheimnis.

In den letzten Wochen gab es dazu bereits den einen oder anderen Anhaltspunkt. So soll der neue eBook Reader mit der Bezeichnung Nook SW abgekürzt sein, was laut The Digital Reader auf den Namen „Nook Simply White“ hindeuten könnte. Das würde auch gut zur Namensgebung des Amazon Kindle Paperwhite passen.

Nook Simply White?

Wann genau der Startschuss erfolgen soll, ist bisher allerdings völlig unklar geblieben. Eine neue Preissenkung in Großbritannien deutet allerdings darauf hin, dass der Start kurz bevor steht. Der beleuchtete Nook Glowlight wird aktuell für nur 49 Pfund (rund 60 Euro) abverkauft.

Zwei angebliche B&N-Insider haben dem US-Blog The Digital Reader außerdem mitgeteilt, dass der Start schon in Kürze – möglicherweise noch im September – stattfinden soll. Auch wenn das nun schon reichlich knapp ist, die Marktvorstellung des neuen Nook SW eBook Readers wird jedenfalls nicht mehr weit weg sein. Immerhin wird Barnes & Noble alle Hebel in Bewegung setzen wollen, um noch ein Moment für das kommende Weihnachtsgeschäft zu generieren und den Sinkflug zu beenden.

Expansionspläne um ein Jahr verschoben

Weiterhin interessant bleibt auch die internationale Expansion, die ja eigentlich schon in diesem Jahr stattfinden hätte sollen. Bisher ist da allerdings nichts weiter passiert und laut offiziellen Meldungen sollen die Pläne nun spätestens bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 umgesetzt werden. Das würde bedeuten, dass die Pläne um ziemlich genau ein Jahr zurückgestellt wurden, denn das Fiskaljahr 2014 endet bei B&N im Juni 2014. Ursprünglich hätten schon bis Juni 2013 die 10 internationalen Märkte (vermutlich inkl. Deutschland) erschlossen werden sollen.

Die internationale Expansion wird als eine Möglichkeit gesehen, Barnes & Noble aus der Krise zu holen, auch wenn der reichlich späte Markteintritt die Lage nur noch schwieriger macht. Die Expansion ist allerdings nicht nur auf Pläne der B&N Eigentümer zurückzuführen. Der Buchhändler hat sich mit der Geldspritze durch Microsoft dazu verpflichtet international zu expandieren. Trotz der Verschiebung kann man also weiterhin von der angekündigten Expansion ausgehen.

Wenn es dazu Neuigkeiten gibt und Barnes & Noble den neuen Nook eBook Reader in der Zwischenzeit vorstellt, erfährst du es natürlich bei uns.

UPDATE November 2013: Ab sofort kann man die Windows 8 Applikation im Windows Store kostenlos herunterladen. Es werden neben Deutsch noch 20 weitere Sprachen unterstützt. Dabei werden ausgewählte Länder von einem angepassten eBook-Shop mit gleichsprachigen Inhalten versorgt werden. Dazu gehören folgende Länder: USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien, Spanien und die Schweiz. In insgesamt 32 Ländern kann die Nook-App heruntergeladen und genutzt werden. Eine vollständige Liste findet sich auf der Homepage des Unternehmens.

Damit löst Barnes & Noble das mehrmals gemachte Versprechen ein, in 10 internationale Märkte expandieren zu wollen (Großbritannien war in diesen Plänen offenbar bereits inkludiert). Nun weiß man auch endlich, um welche Länder es sich handelt.

Barnes & Noble International: 32 Länder mit 10 lokalisierten eBook-Shops

Microsoft Geldspritze als Schlüssel zur Expansion

Dass der internationale Startschuss mit einer Windows 8 Applikation fällt, ist zwar ungewöhnlich, aber im Hinblick auf die vergangenen Jahre nicht unbedingt überraschend. Microsoft hat 600 Millionen US-Dollar in Barnes & Noble investiert, wobei der Schlüssel zu dieser Vereinbarung war, dass der Buchhändler international tätig werden müsse. Da ist es nur konsequent, dass man Microsoft den Vorzug gibt.

Weitere Schritte um in die genannten Länder zu expandieren, sind nur eine Frage der Zeit, wobei Juni 2014 als Deadline gilt. Die Expansionspläne wurden zurvor schon um ein ganzes Jahr verschoben, womit der Termin diesmal eingehalten werden sollte.

Die weitere Expansion wird lokalisierte Webshops und das Anbieten von passenden Endgeräten umfassen. Dazu gehören dann zweifellos der neue Nook Glowlight eBook Reader und vermutlich das noch namenlose Nook Tablet mit Tegra 4 Chipsatz.

Auch wenn das genaue Datum für die weitere Ausweitung des Barnes & Noble Geschäfts noch unbekannt ist, darf man schon jetzt gespannt sein, wie die internationalen Märkte auf den Vorstoß des US-Buchhändlers reagieren werden. Besonders in Deutschland wird das Unternehmen einen schweren Stand haben, denn einerseits ist der Markt durch die vielen verschiedenen Mitbewerber eigentlich bereits gut versorgt und andererseits dürften nur die wenigsten Europäer etwas mit dem Namen der Amerikaner anfangen können.

10.01.2014: Katastrophales Weihnachtsgeschäft für Barnes & Noble Nook

Barnes & Noble ist mit dem Nook etwas später ins Digitalgeschäft eingestiegen als Amazon, konnte aber immerhin relativ rasch Marktanteile gewinnen und war damit ebenfalls ein wichtiger Mitspieler am US-eBook-Markt. Besonders lange hat dieser Zustand aber nicht angehalten, denn das Digitalgeschäft des ehemals größten Buchhändlers der USA wird mittlerweile nur noch mitgeschleppt, ist aber keinesfalls mehr als Zugpferd für die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung anzusehen.

Wie schlecht es um die digitale Firmensparte steht, zeigt das abgelaufene Weihnachtsgeschäft. Von Anfang November bis Ende Dezember 2013 sind die Umsatz der Nook-Geschäftssparte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60,5 Prozent gefallen. Das ist gleich in mehrerer Hinsicht ein katastrophales Ergebnis: Offensichtlich ist natürlich der unmittelbare finanzielle Verlust der damit einhergeht, aber noch problematischer dürften die Zukunftsperspektiven sein.

Nook: Verluste, Verluste und noch mehr Verluste

Der neue Nook Glowlight konnte das Ruder nicht herumreißen

Barnes & Noble hat seit der Vorstellung des Nook Simple Touch eBook Readers nur noch wenig Zeit und Geld in die Entwicklung neuer dedizierter Lesegeräte gesteckt. Der Nook with Glowlight war seinem unbeleuchteten Gegenstück kaum überlegen und anstatt das Modell rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2012 nochmals zu modernisieren, hat der Buchhändler zwei Tablets auf den Markt gebracht. Dieser Schritt war der Anfang vom sich nun langsam aber sicher abzeichnenden Ende. Quartal für Quartal legt Barnes & Noble seitdem negative Bilanzen vor, die besonders aufgrund des verlustreichen Nook-Geschäfts zustande kommen.

Mit einem Rückgang beim Verkauf der Endgeräte (Tablets und eBook Reader) sowie digitaler Inhalte von 60 Prozent im eigentlich umsatzträchtigen Weihnachtsgeschäft (in den USA mit Black Friday und Cyber Monday noch mehr als hierzulande), kann man die Entwicklung nur als katastrophal bezeichnen. Und dabei stand das Digitalgeschäft sowieso schon auf keiner guten Basis, denn im Vergleichzeitraum 2012 lagen die Umsätze bereits um 13 Prozent niedriger als 2011. Man braucht somit auch keine Glaskugel um vorherzusagen, dass es vermutlich in naher Zukunft einige radikale Änderungen geben wird (bzw. geben muss), damit der Buchhändler das Ruder noch rumreißen kann.

Den eBook Markt hat man mit dieser Entwicklung nun jedenfalls endgültig an den Konkurrenten Amazon verloren, dessen Kindle Geschäft weiterhin blendend läuft. Der Versandriese ist damit am besten Weg ein Quasimonopol am US-eBook-Markt zu errichten. In Deutschland wurde diese Entwicklung nicht zuletzt mit der Start der Tolino-Allianz abgewendet – zum Vorteil der Verbraucher.

Wie geht es weiter?

Gleichzeitig muss die Tolino-Allianz ein wachsames Auge auf die Entwicklung haben, denn auch Barnes & Noble konnte Amazon zu Beginn die Stirn bieten, ist dann aber durch schlechte Entscheidungen bei der Weiterentwicklung der Endgeräte ins Hintertreffen geraten. Dies hat eine Abwärtsspirale eingeleitet, aus der sich der Buchhändler bisher nicht befreien konnte. Zumindest aus Endkundensicht scheint Barnes & Noble aber auch keine allzu großen Anstrengungen zu unternehmen, denn das aktuelle eBook Reader Modell ist nur eine behutsame Modellpflege des alten Geräts, aber keineswegs der radikale Schnitt den es gebraucht hat, um wieder auf Kurs zu kommen.

Keine Blättertasten, kein Speicherkarteneinschub … warum sollte man noch zum Nook greifen?

Der neue Nook Glowlight ist dem Kindle Paperwhite technisch unterlegen und kostet gleich viel wie die werbegestüzte Version des Konkurrenten. Darüber hinaus sind die Kundenbewertungen des neuen Nook aufgrund der weggefallenen Blättertasten und des fehlenden Speicherkartenslots mehr als durchwachsen. Das größte Problem dabei: Der Nook with Glowlight unterscheidet sich damit kaum noch vom Kindle Paperwhite, denn der bietet diese beiden Dinge ebenfalls nicht. Dafür hat der Amazon-Konkurrent aber eben den deutlich besseren E-Ink Carta Bildschirm. Letztendlich muss man sich als Verbraucher also einfach die Frage stellen: Warum sollte man zum Nook greifen?

Für das Nook-Geschäft steht nun wieder einmal eine mögliche Abspaltung von Barnes & Noble im Raum, die mit der anhaltenden Verlustserie der Digitalsparte inzwischen immer wahrscheinlicher wird. Die jüngsten Absatzzahlen könnten der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Gleichzeitig darf man gespannt sein, wie Barnes & Noble den angstrebten internationalen Start vollziehen wird. Mit dem App-Start für Windows 8 hat der Buchhändler bereits den ersten Schritt getan, bis Juni 2014 sollen aber noch weitere folgen, sodass die Nook-Geräte schließlich auch in Deutschland erhältlich sein soll(t)en. Auch wenn die Expansion an die Geldspritze von Microsoft geknüpft ist, ist es in Anbetracht der schlechten Entwicklung aber dennoch fraglich, ob es noch dazu kommen wird.

18.03.2014: Nook Press Selbstpublikationsplattform kommt nach Deutschland

Nach den vergangenen Turbulenzen beim amerikanischen Buchhändler Barnes & Noble hatte eigentlich kaum noch jemand damit gerechnet, dass das internationale Engagement noch weiter ausgebaut werden würde. Völlig überraschend gehen die Amerikaner aber nun doch einen Schritt weiter und starten die Selbstpublikationsplattform Nook Press neben Großbritannien in fünf weiteren europäischen Ländern: Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande und Deutschland.

Wie auch bei der Konkurrenz hängt die Umsatzbeteiligung vom eBook-Preis ab: Zwischen 0,99 und 2,49 Euro gibt’s 40 Prozent (Amazon: 35 Prozent), zwischen 2,50 und 9,49 Euro werden 65 Prozent ausgezahlt (Amazon: 70 Prozent) und zwischen 9,50 bis maximal 199,99 Euro sind es wieder 40 Prozent.

Die deutschsprachige Nook Press Webseite ist bereits online gegangen und wirbt einerseits mit einfach zu benutzenden Werkzeugen zur eBook Erstellung, einer täglichen Übersicht über die erfolgten Verkäufe und Umsätze und einen Live Chat zur Hilfestellung.

Damit wirbt Nook Press

Kommen auch die Nook-Geräte nach Deutschland?

Die große Frage die sich zum internationalen Start von Nook Press nun natürlich stellt: Wird Barnes & Noble auch mit den Endgeräten nach Deutschland kommen? Der relativ junge eBook Reader Nook GlowLight konnte in den USA kein Moment aufbauen, wodurch sich der sowieso schon katastrophale Zustand des Digitalgeschäfts in den vergangenen Monaten noch weiter verschlechtert hat.

In Deutschland sähe die Lage bei einem Start vermutlich kaum besser aus, denn es gibt keinen anderen Markt auf dem so viele unterschiedliche Hersteller und Dienstleister aktiv sind. Ein Einstieg am deutschen eBook Markt würde für Barnes & Noble noch deutlich schwerer sein als der ohnehin schon holprige Start in Großbritannien.

Es gibt allerdings dennoch zumindest ein kleines Anzeichen auf einen deutschen Marktstart der Nook Geräte. Am Ende der Nook Press Homepage ist ein Link zu finden, der zum eBook Reader und den Tablets führt. Dort heißt es: „Holen Sie sich NOOK – Lernen Sie unsere preisgekrönten Tablets und E-Reader kennen“. Klickt man den Link an, landet man auf der US-Homepage. Möglicherweise wird der Link ja schon bald zu einer deutschen Nook-Seite führen.

11.06.2015: Barnes & Noble zieht sich aus Europa zurück, bleibt in Großbritannien

Während in Deutschland und auch in einigen anderen europäischen Ländern die Tolino-Allianz einen starken Gegenpol zu Amazon am eBook-Markt gebildet hat, sieht die Situation in den USA ganz anders aus. Dort war die größte Buchhandelskette Barnes & Noble mit dem Nook-Geschäft zwar von Anfang an als Gegenspieler präsent, hat dann allerdings die falsche Abzweigung genommen und sich hoffnungslos verirrt.

In anderen Worten: Anstatt weiter dedizierte Lesegeräte zu fokussieren, hat man (wohl aufgrund diverser Marktprognosen) auf eigens entwickelte Tablets gesetzt, die sich allerdings nur schleppend verkauft und dafür gesorgt haben, dass man den Anschluss an Amazon verloren hat.

Barnes & Noble hatte aber trotz der laufenden Negativmeldungen zum Nook Geschäftszweig dennoch ehrgeizige Pläne und hat immer wieder angekündigt auch in Europa starten zu wollen. Ein Grund dafür war die Finanzspritze durch Microsoft, die an eine Expansions-Bedingung geknüpft war.

Letztendlich hat es aber nur für einen Nook-Start in Großbritannien gereicht, wo Barnes & Noble mit verschiedenen (Buch-)Händlern zusammenarbeitet. Der lange erwartete Start im Rest Europas kam nie – und wird aktuellen Informationen nach wohl auch nicht mehr erfolgen.

Europapläne vom Tisch

Wie The Bookseller berichtet, schließt Barnes & Noble die Niederlassung in Luxemburg. Der Standort diente dem Tochterunternehmen „Barnes & Noble S.à r.l.“ bisher als Europazentrale. Am britischen Markt will der US-Buchhändler aber dennoch festhalten, wie B&N Sprecherin Mary Ellen Keating gegenüber Bookseller bestätigt hat.

Damit liegen die Europapläne wohl nicht mehr nur auf Eis, sondern sind vermutlich gänzlich vom Tisch. Nachdem Microsoft im Dezember 2014 aus Nook Media ausgestiegen ist, gibt es für Barnes & Noble keine Obligation zur weiteren internationalen Expansion.

Überhaupt erfolgte die Ausweitung des Nook-Geschäfts ohnehin nur sehr halbherzig: Abgesehen vom Start der Windows 8 Applikation im November 2013 geschah nämlich nicht viel.

Marktchancen mittlerweile zu gering

Dass Barnes & Noble abseits des UK-Geschäfts aufgrund der desaströsen Zahlen am Heimatmarkt keine Experimente mehr wagen will, kommt nicht völlig überraschend. Erschwerend kommt mittlerweile auch hinzu, dass der Zug für einen Markteinstieg in Kontinentaleuropa aber ohnehin schon abgefahren ist.

Während im Jahr 2012, als Barnes & Noble eine Niederlassung im Berlin gegründet hat und Gerüchte angeheizt hat, auch bald in Deutschland durchstarten zu wollen, der europäische eBook Markt gerade mal erwacht war, sieht die Sache mittlerweile ganz anders aus.

Insbesondere der Start der Tolino-Allianz im Jahr 2013 hat die ehemalige Amazon-Dominanz in Deutschland gebrochen und der europäische Expansionskurs dürfte der deutschen Buchhandelsallianz (ganz offensichtlich) auch etwas leichter fallen als dem schwerfälligen US-Buchhändler.

Damit dürften die Chancen sich hierzulande zu etablieren inzwischen quasi gegen Null gehen, womit die Schließung der B&N Europazentrale jedenfalls eine Vernunftsentscheidung war. Vielleicht gibt’s ja in Kürze auch ein paar andere sinnvolle Entscheidungen, die den Buchhändler auch am digitalen US-Buchmarkt wieder auf die richtige Spur bringen.

04.03.2016: Nook verabschiedet sich aus Großbritannien

Dass es um Barnes & Nobles eBook Geschäft schlecht steht, wissen wir nicht erst seit gestern. Seit Jahren macht die Nook-Geschäftssparte Verluste und eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht.

Nun sieht es so aus, als ob sich das Digitalgeschäft des größten stationären US-Buchhändlers langsam aber sicher dem endgültigen Ende nähert. Mit 15. März wird das Unternehmen den britischen eBook-Store schließen. Am gleichen Tag wird auch der hauseigene App Store nicht mehr fortgeführt und am 30. April wird Nook Video ebenfalls eingestellt werden.

Bereits im Juni 2015 hat sich Barnes & Noble – abgesehen von Großbritannien – aus dem Europageschäft verabschiedet. Die Zukunft des UK-Geschäfts war damals noch offen. Mit der auf der Homepage angekündigten Schließung ist die Sache nun nach rund einem Jahr schließlich klar. Der zaghafte internationale Ausflug des US-Händlers findet ein endgültiges Ende.

Kundenmigration mit Nachteilen

Britische Nook-Kunden werden die Möglichkeit haben, ihre eBooks zu Sainsburys Entertainment zu übernehmen. Die Vorgehensweise erfolgt ähnlich wie beim Ausstieg Sonys aus den Endkundengeschäft. Kunden erhalten eine E-Mail mit Anweisungen um ihre Nook-Inhalte zum neuen Content-Anbieter zu übernehmen.

Knapp über zwei Wochen haben Nook-Kunden Zeit das Angebot in Anspruch zu nehmen. Ab 31. März wird man die erworbenen eBooks dann nicht mehr aus dem Nook-Account herunterladen können.

Für Besitzer eines dedizierten Nook Lesegeräts hat das Ganze trotz des Umzugs einen entscheidenden Nachteil: Wenn der britische Nook-Store geschlossen wird, können die Kunden keine Inhalte mehr am eBook Reader erwerben. Ab Ende März wird dann auch die Synchronisation nicht mehr funktionieren.

Die Sainsburys-eBooks können dementsprechend nur noch per Sideloading auf den eReader übertragen werden, was wiederum bedeutet, dass nur ein Teil des Speicherplatzes nutzbar ist. Der interne Speicher der älteren Nook-Modelle war nämlich in zwei Teile partitioniert: 1,5 GB sind hierbei für die Dateien reserviert die man bei Barnes & Noble gekauft hat, nur rund 500 MB können für Side-Loading verwendet werden.

Besitzer des zweiten Nook Glowlight ohne MicroSD-Speicherkartenerweiterung werden in der Nutzung also deutlich eingeschränkt. Ob Barnes & Noble Abhilfe schaffen wird und ein Softwareupdate veröffentlichen will, um dieses Problem zu beheben, ist unbekannt.

Viele Fehler, späte Kurskorrektur

Wenn man sich an die frühen Tage des US-eBook-Geschäfts zurückerinnert, dann darf man ruhig ein bisschen erstaunt darüber sein, wie schlecht das Nook-Segment mittlerweile dasteht. Vor rund 5 bis 6 Jahren befand sich Barnes & Noble im harten Wettbewerb um den schnell wachsenden US-Markt auf Augenhöhe mit Amazon.

Der Anfang vom Ende kam mit der Einführung der beiden Nook-HD-Tablets. Bereits damals prophezeiten zahlreiche Marktanalysen und Kundenbefragungen, dass die dedizierten Lesegeräte keine Zukunft haben würden. Stattdessen werden Nutzer bald auf Tablets umsteigen um eBooks zu lesen. In der Konsequenz hat Barnes & Noble zu diesem Zeitpunkt dann keinen neuen eBook Reader mehr vorgestellt, sondern sich voll und ganz auf die beiden Tablets verlassen.

Diese waren zugegebenermaßen gar nicht mal so schlecht – das Preis-Leistungs-Verhältnis hat gestimmt. Begeistern konnten sich für die Geräte aber offenbar nicht allzu viele Personen, sodass die Tablets schließlich mit massiven Preisabschlägen und gratis eReader-Zugaben verkauft werden mussten.

Anmerkung: Tatsächlich zeigen jüngere Marktanalysen jedoch, dass das Geschäft mit dedizierten Lesegeräten auch in den USA weiterhin wächst. Bis 2020 soll die Nutzerzahl von 83 Millionen auf 93 Millionen Personen ansteigen. Im gleichen Zeitraum soll die Zahl der Tablet-Nutzer von 160 Millionen auf 185 Millionen wachsen.

Den nächsten Fehler machte man, als man schließlich doch noch einen neuen eBook Reader vorgestellt hat. Anstatt ein Gerät auf Augenhöhe mit dem Kindle Paperwhite zu präsentieren, gab’s nur einen eReader mit bereits zum Marktstart veralteter Technik. Zu wenig um Kunden zu halten oder zurückzugewinnen.

Erst im Jahr 2015 wurde mit dem Nook Glowlight Plus ein eReader mit 300 ppi Display auf den Markt gebracht. Da war’s aber schon zu spät. Das Gerät bietet letztendlich keine nennenswerten Vorteile gegenüber den Kindle Voyage oder Paperwhite, sodass das Nook-Geschäft weiter schrumpft.

Insofern darf man gespannt sein, ob Barnes & Noble das eBook-Geschäft in den USA auch irgendwann einstampfen wird.

Chance für Tolino?

Amazon ist unangefochtener Marktführer in Großbritannien. Apple und Google können laut diversen Umfragen im Bereich um jeweils 10 Prozent Marktanteile für sich verbuchen, mit Kobo knapp dahinter. Verlässliche Zahlen sind allerdings nicht verfügbar. Den diversen Analysen gemein ist jedoch, dass sich Barnes & Noble auf den hinteren Plätzen des Marktes getummelt hat.

Es stellt sich zwar durchaus die Frage, ob die Tolino-Allianz irgendwann auch einen britischen Markteinstieg wagen wird, das Ende des Nook-Geschäfts wird aufgrund des geringen Marktanteils für solche Überlegungen aber vermutlich keine besondere Relevanz besitzen. An der Konkurrenzsituation am UK-eBook-Markt wird sich mit dem Nook-Rückzug nämlich kaum etwas ändern.

Dennoch wäre es natürlich durchaus interessant zu sehen, ob sich die Tolino-Marke im englischsprachigen Raum etablieren kann. In Deutschland konnte man dank Heimvorteil schnell Marktanteile gewinnen und die restliche Amazon-Konkurrenz rasch hinter sich lassen. Mittlerweile werden die Tolino eReader von allen großen Buchhandelsketten angeboten.

Letztendlich wird es wohl davon abhängen, wie das Geschäft in den Niederlanden, Italien und Belgien laufen wird. In Belgien kann man zudem auch schon Erfahrung damit sammeln, wie sich die fehlende Buchpreisbindung auf die Konkurrenzfähigkeit auswirkt.

Quelle: Buchreport

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