Gerücht: Deutsche Amazon Standorte könnten nach Polen und Tschechien wandern

1. Oktober 2013
Lesezeit: 1:38 Min.
Gerücht: Deutsche Amazon Standorte könnten nach Polen und Tschechien wandern

Im Frühjahr musste Amazons einst makelloses Image ein paar heftige Schläge einstecken, die in erster Linie auf den Leiharbeiter-Skandal zurückzuführen sind. Spätestens seitdem die Arbeitsbedingungen des Versandhändlers in den Blickpunkt von Öffentlichkeit und Politik gerückt sind, kämpft Verdi für eine bessere Bezahlung der Amazon-Arbeitnehmer. Die Verhandlungen sind allerdings noch zu keinem Abschluss gekommen und haben sogar schon zu Warnstreiks geführt. Amazon will aber weiterhin nicht nachgeben und keine Tarifanpassungen vornehmen.

Nun berichtet die polnische Tageszeitung Puls Biznesu, dass im Westen Polens gleich drei neue Amazon-Standorte geplant sind. Auch in Tschechien sollen zwei Logistikzentren eröffnet werden. Es wird davon ausgegangen, dass diese neuen Standorte auch Teile Deutschlands beliefern können.

Säbelrasseln?

Dass deutsche Logistikzentren geschlossen werden sollen, dementiert Amazon. So heißt es in einer Stellungnahme: „Es gibt keinerlei Pläne, einen der bestehenden Logistik-Standorte in Europa zu schließen“. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass man nicht trotzdem gewisse Aktivitäten in den Osten verlagern könnte.

Es wäre aber natürlich ebenso gut möglich, dass die geplanten Standorte in Polen und Tschechien in erster Linie der Ausweitung des Osteuropa-Geschäfts dienen sollen und mit der Situation in Deutschland nichts zu tun haben. Dazu würde auch das geplante Logitikzentrum im österreichischen Burgenland nahe der ungarischen Grenze passen. Aber zumindest die angepeilte Anzahl von 6.000 Beschäftigten für die drei polnischen Standorte suggeriert, dass man nicht nur den absatzschwächeren Osten beliefern will. Zum Vergleich: In Deutschland werden aktuell rund 9.000 Personen von Amazon beschäftigt.

Was auch immer die genauen Hintergründe sind, die Berichte könnten von Gewerkschaftsvertretern und Arbeitnehmern durchaus auch als Säbelrasseln des Versandhändlers interpretiert werden. Dass Amazon keine weiteren Angaben zu den Plänen macht, verstärkt den Eindruck nur. Aber man wird sehen – die Errichtung eines neuen Standorts braucht Zeit und für die kommenden Monate wird das Ganze vermutlich keine allzu großen Auswirkungen haben.

Quelle: ORF
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