Amazon bestellt weniger eInk-Displays; Liquavista-Übernahme wieder im Gespräch [Video]

27. März 2013
Lesezeit: 3:01 Min.
Amazon bestellt weniger eInk-Displays; Liquavista-Übernahme wieder im Gespräch [Video]

Wie Digitimes berichtet, hat Amazon in den ersten zwei Monaten diesen Jahres rund 1,17 Millionen eBook Reader produziert. Zumindest lässt sich das aus den eInk-Display-Lieferungen an Amazon vermuten. Im Januar 2013 hat der Versandhändler rund 750.000 eInk-Panels geordert, im Februar waren es mit 420.000 deutlich weniger.

Für März und April ist der Ausblick allerdings nochmal deutlich schlechter. Für diese zwei Monate soll Amazon nur 20.000 Displays bestellt haben, was sich vermutlich auch negativ auf den Umsatz der E Ink Holding auswirken wird. Von deren Seite heißt es allerdings, dass der Rückgang von Januar auf Februar aufgrund der üblich schwachen Saison zu erwarten war. Ob die massiven Rückgänge im März und April auch der Erwartung entsprechen, bleibt unerwähnt.

Vor diesem Hintergrund bekommt auch der kürzliche Rücktritt des E Ink Holding CEO Scott Liu eine neue Seite. Zwar wurde beteuert, dass der Rücktritt freiwillig und aus persönlichen Gründen geschehen sei, allerdings könnte da durchaus mehr dahinter stecken.

Verliert die E Ink Holding Amazon als größten Kunden?

Amazon ordert nicht nur deutlich weniger eInk-Bildschirme, angeblich will der Versandhändler mit Liquavista eine Firma für ePaper-Bildschirme übernehmen. Schon vor einigen Wochen machte das Gerücht diesbezüglich die Runde. Jetzt wurde diese Vermutung von Bloomberg nochmals aufgegriffen, womit die Gerüchteküche wieder brodelt. Eine Liquavista-Übernahme durch Amazon könnte für die E Ink Holding deutliche fnanzielle Einbußen bedeuten, denn einerseits würde der größte Kunde wegfallen bzw. zumindest deutlich weniger Display kaufen, andererseits hätte man am Farb-ePaper-Sektor einen starken Konkurrenten mehr.

Liquavista forscht seit Jahren an einer kostengünstigen und akkusparenden Umsetzung für Farbbildschirme. Für den Mutterkonzern Samsung, welcher das eBook-Geschäft schon vor mehreren Jahren hinter sich gelassen hat und dessen Hauptaugenmerk am LED-Markt (Tablets, Smartphones, TVs) liegt, scheint sich die Technik von Liquavista nicht bezahlt zu machen, wie von mehreren Seiten immer wieder betont wird. Ein Verkauf wird daher immer wahrscheinlicher.

Liquavista Electrowetting für die Kindle Produkte?

Mit einer brauchbaren Farb-ePaper-Technik könnte sich Amazon am eBook Reader Markt weiter von der Konkurrenz absetzen, besonders wenn man die entsprechende Technik selbst besitzt und eventuell nicht weiter lizenziert. Alternative Technologien haben es bisher jedenfalls noch nicht zum Durchbruch gebracht (Liquavista auch nicht!). Es ist allerdings noch nicht ganz klar, ob die Electrowetting-Technik es in Sachen Stromverbrauch mit der eInk-Technik aufnehmen kann. Im Vergleich zu üblichen LCD-Bildschirmen soll die Liquavista-Technik 3 mal effizienter sein, was in einer rund doppelt so langen Akkulaufzeit bei aktuellen Tablets resultieren soll. Wie es allerdings im Lesebereich aussieht, wurde bisher nirgendwo explizit erwähnt. Laut technischer Beschreibung hängt der Stromverbrauch vom Anwendungsgebiet ab, sodass die Energieeffizienz im reinen Lesebetrieb nochmal deutlich besser sein könnte.

Die mögliche Liquavista-Übernahme durch Amazon könnte den massiven Rückgang der eInk-Panel-Bestellung durchaus erklären, aber trotzdem sollte man diese Überlegungen als das nehmen, was sie sind: Als Gerüchte. Mehr steckt nämlich bisher nicht dahinter und wenn man sich Amazons Vergangenheit am eBook-Reader- und Tablet-Sektor ansieht, dann würde ich nicht unbedingt darauf wetten, dass man hier das finanzielle Risiko einer (100 Millionen Dollar schweren) Übernahme eingeht. Auch wenn Amazon den eBook-Markt massiv vorangetrieben hat, marktveränderte technische Innovationen gab es von deren Seite zu keinem Zeitpunkt. Stattdessen hat man das Geld in die Subventionierung der Geräte gesteckt, was sich auch als gut funktionierende Taktik erwiesen hat. Wieso sollte man nun davon abweichen?

Wie auch immer die Sache ausgeht, wir halten euch auf dem Laufenden. Nachfolgend eine Technik-Demo zur Liquavista Bildschirmtechnik:

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Quelle: Digitimes
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