Tolino Vision Root-Zugriff im Anmarsch?

10. Juli 2014
Lesezeit: 2:16 Min.
Tolino Vision Root-Zugriff im Anmarsch?

Als der Tolino Shine im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, war die Freude bei Amazon Gegnern nicht nur wegen der deutschen Wurzeln des Geräts groß, sondern auch bei Bastlern insbesondere wegen des unter der Tolino Bedienoberfläche werkelnden Android Betriebssystems. Wie schon die eBook Reader von Sony und Barnes & Noble ließ sich der Shine schließlich dank Hacker „hecke“ rooten.

Als die Tolino Allianz die dafür nötige Sicherheitslücke geschlossen hat, war das Bedauern natürlich groß, auch wenn man das Gerät weiterhin mit geöffneten Gehäuse bearbeiten und modifzieren konnte. Eine einfache Softwarelösung zum Root gibt es ab Version 1.2.4 allerdings nicht mehr.

Daher war auch die Erwartung auf einen einfachen Root-Zugriff für den Tolino Vision nicht allzu groß. Jetzt gibt’s jedoch neue Hoffnung, denn wie ein Besucher unserer Homepage mitgeteilt hat, wurde der Vision nun doch noch gerootet. Nach kurzer Suche bin ich dann auch auf die Quelle zur Angabe gestoßen. Ein YouTube Video (siehe Ende des Artikels) zeigt den Tolino Vision mit den laufenden Apps LauncherPro, CoolReader und ButtonSavior.

Zugang via serieller Schnittstelle?

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie der Zugriff realisiert wurde. Möglich wäre die Nutzung einer bisher unbekannten Sicherheitslücke, welche die Aktivierung von ADB erlaubt und so via Console den Zugriff auf Android vom PC aus erlaubt. Danach könnte man mit TowelRoot (oder eine Reihe anderer Optionen) den Root-Zugriff relativ einfach realisieren. Eine andere Option wäre die Nutzung eines Seriellwandlers und den Arbeitsschritten die hier für den Tolino Shine beschrieben wurden. Seit dem Auseinandernehmen des Tolino Vision wissen wir, dass auch dieser über die passende Anschlussmöglichkeit verfügt. Das scheint mir zum aktuellen Zeitpunkt daher die wahrscheinlichste Lösung, was bedeuten würde, dass man das Gehäuse des Vision öffnen müsste.

Im Moment gibt’s jedenfalls keine weiteren Informationen zum Vorgehen, allerdings soll laut Videobeschreibung in der kommenden Woche eine Anleitung folgen. Man darf somit gespannt sein, ob es sich um eine reine Softwarelösung handelt, oder man ein wenig Fingerspitzengefühl mitbringen muss, um das Gerät zu öffnen.

In jedem Fall wäre der Tolino Vision dem Shine bei einem vollständigen Zugriff auf das Betriebssystem überlegen, denn der E-Ink Carta eReader verfügt nicht nur über die bessere Hardware, sondern auch über die neuere Software. Der Vision nutzt Android 4.0.4, wohingegen der Shine mit Android 2.3.4 läuft. In der Praxis macht sich die modernere Android Version in einer besseren Kompatibilität von Apps bemerkbar, wie der Onyx Boox T68 kürzlich sehr deutlich gezeigt hat. Außerdem dürften dank des schnelleren Prozessors auch die Android Funktionen generell besser laufen.

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