Onyx Boox Kepler Pro: 300 ppi, Android und vielleicht wasserdicht

26. April 2016
Lesezeit: 4:50 Min.
Onyx Boox Kepler Pro: 300 ppi, Android und vielleicht wasserdicht

Es ist schon rund zwei Jahre her, als Onyx vermehrt Schlagzeilen machte, als das Unternehmen wiederholt diverse Android eBook Reader ankündigte und schließlich mit dem Boox T68 auch auf den Markt gebracht hat. Ganz glücklich verlief der Marktstart des ersten Android-Modells aber nicht überall – das Gerät wurde zu häufig von einem fehlerhaften Akku geplagt und schaltete sich bei vielen Nutzern während des Lesens einfach ab.

Glücklicherweise zeigten sich die Onyx Reseller in Deutschland und Polen bei den Problemen kulant und haben die Geräte ausgetauscht. Gleichzeitig schien dann auch Onyx die Probleme mit zukünftigen Modellen wieder in den Griff bekommen zu haben – bei den später vorgestellten eReadern sind solche Beschwerden (meines Wissens nach) nicht aufgetaucht.

Und so darf man sich auch wieder freuen, wenn das chinesische Unternehmen eine neue Serie vorstellt: Onyx Boox Kepler Pro, Kepler und Kepler Lite sollen bereits im Mai auf den Markt kommen.

Bisher sind nur die technischen Daten des Kepler Pro auf der Homepage ersichtlich – die sehen aber auf jeden Fall sehr vielversprechend aus.

Retina-Display und Aluminium-Gehäuse

Der eBook Reader wird einen 6 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 1448×1072 Pixel haben und somit eine Pixeldichte von 300 ppi besitzen. Bei der Technik commt Carta2 zum Einsatz. Der Bildschirm dürfte somit den aktuellen Retina-Modellen der Konkurrenz von Amazon, Kobo und Tolino entsprechen. Die Bedienung erfolgt wie gewohnt über einen kapazitiven Touchscreen.

Plane Gehäusefront

Die Gehäuseoberfläche an der Vorderseite ist ebenso plan wie beim Kindle Voyage oder Tolino Vision 3 HD. Eine eingebaute Beleuchtung sorgt wieder für eine gute Ablesbarkeit bei allen Beleuchtungssituationen. Offen bleibt zum aktuellen Zeitpunkt aber natürlich noch, wie gut die Umsetzung gelungen ist.

Aluminium-Rückseite

Die Rückseite des Geräts besteht aus Aluminium, sodass die Haptik des Geräts teilweise an ältere Sony-Modelle oder diverse iPads erinnern dürfte. Nur der untere Teil des Gehäuses hat einen kleinen Plastikabschnitt, hinter dem vermutlich WLan- und Bluetooh-Chip sitzen.

Ebenso ungewöhnlich wie die Materialwahl des Gehäuses ist die Platzierung der Blättertasten: Jeweils eine Blättertaste befindet sich seitlich am Geräterand. Wie gut sich diese bedienen lassen werden, muss sich noch zeigen. Für mein Empfinden scheinen sie sich einen Tick weit zu oben zu befinden – aber man wird sehen.

Android mit starker Hardware

Der Onyx Boox Kepler Pro wird wie alle Modelle des Unternehmens ebenfalls wieder auf Android als Betriebssystem setzen. Als Version kommt 4.0 zum Einsatz, wobei das System für App-Installationen offen ist und sogar den Google Play Store vorinstalliert hat. Die Erweiterung des Funktionsumfanges wird daher wieder ein Kinderspiel sein.

Besonders erfreulich ist in diesem Zusammenhang die Aufwertung der Hardware. Angetrieben wird das Gerät von einem Cortex A9 1GHz Prozessor, dem großzügige 1 GB RAM Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Damit sollte man auch nach längerer Nutzung keine Speicherknappheit erleiden.

Mit offenem Android-System

Gleiches gilt für den internen Speicherplatz, der mit 16 GB mehr als ausreichend groß für alle Bedürfnisse sein sollte. Über den Platzbedarf von Apps wird man sich hier jedenfalls keine besonderen Gedanken mehr machen müssen. Bei Bedarf kann man den internen Speicher zudem auch mit einer MicroSD-Karte um bis zu 32 GB erweitern.

Der 3.000 mAh starke Akku soll für mehrwöchige Laufzeiten sorgen und dürfte auch bei reger Nutzung der Android-Funktionen, sowie WiFi- und Bluetooth einige Zeit durchhalten.

Ist der Kepler Pro wasserdicht?

Offen bleibt die Frage, ob der Onyx Boox Kepler Pro auch wasserdicht sein wird. Auf der Onyx-Homepage gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keinen Hinweis darauf, allerdings spricht eine Onyx-Vertretern auf einer Technikmesse davon, dass eines der Kepler-Modelle wasserdicht sein wird.

Im nachfolgenden Video wird zuerst der Onyx Boox Max mit 13,3 Zoll Display gezeigt, ab Minute 2:30 wird auch das hier beschriebene Kepler-Modell begutachtet. Bei Minute 2:40 folgt der Hinweis auf die Wasserdichtigkeit.

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Die Gerätetiefe wird mit 7,5 mm besonders schlank sein. Damit ist der Onyx Boox Kepler Pro zwar nicht mehr der schlankeste eReader am Markt (diesen Platz holt sich der Kindle Oasis), das Gerät ist aber trotzdem sehr dünn. Es ist wohl kein Zufall dass der Unterschied zwischen Kindle Voyage (7,6 mm) und Kepler Pro nur 0,1 mm zugunsten des Onyx-Geräts beträgt. Als Vorbild und Hauptkonkurrent des High-End-Modells hat das chinesische Unternehmen offensichtlich dieses Amazon-Modell auserkoren.

Das Gewicht liegt mit 205 Gramm wiederum über dem des Amazon-Gegenstücks (180 Gramm), bleibt aber noch im Rahmen.

Wo kaufen? Eventuell kein deutscher Vertrieb

Preis, Erscheinungstermin und Bezugsquellen bleiben offen

Der genaue Erscheinungstermin bleibt ebenso unbekannt wie der angepeilte Preis. Auch mögliche Bezugsquellen sind nicht bekannt. Der deutsche „eReader-Store“ dürfte wohl die erste Anlaufstelle sein – dort gibt’s den Onyx Boox Max bereits zur Vorbestellung. Allerdings hat der Shop keine 6 oder 6,8 Zoll mehr im Angebot, obwohl Onyx mit dem C67ML Carta2 ein entsprechendes, modernes Gerät im Sortiment hat.

Der langjährige polnische Reseller Artatech und Onyx gehen bereits seit August 2015 getrennte Wege. Artatech hatte die Onyx-Modelle auch über diverse Amazon-Stores rund um den Globus vertrieben, sodass man die Geräte recht komfortabel und ohne großes Risiko bestellen konnte. Mittlerweile wird man auf der ehemaligen Store-Adresse „Onyx-Boox.com“ nur noch von einer Meldung begrüßt, wonach die Webseite offline genommen werden musste.

Artatech vertreibt mittlerweile nur noch neu gebrandetete Geräte von Boyue unter dem „inkBook“-Label. In anderen Worten: Sofern der deutsche Onyx-Reseller die Kepler-Modelle nicht ins Sortiment aufnimmt, dürfte der Kauf hierzulande eher schwierig werden. Eventuell muss man als Interessent somit auf AliExpress und eine Direktbestellung aus China ausweichen. Man darf gespannt sein.

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