Kobo Aura One: 7,8 Zoll mit 300 ppi, Beleuchtung & Farbtemperaturanpassung [Offiziell]

22. August 2016
Lesezeit: 4:20 Min.
Kobo Aura One: 7,8 Zoll mit 300 ppi, Beleuchtung & Farbtemperaturanpassung [Offiziell]

Nachdem der Kobo Aura One bereits vor wenigen Tagen auf einer niederländischen Webseite durchgesickert ist, folgt mit dem heutigen Tag die offizielle Vorstellung. Die technischen Daten des neuen High-End eReaders lesen sich wie ein wahrgewordener Traum vieler Digitalleser, die schon lange auf ein High-End-Gerät im 7+ Zoll Segment warten.

Retina-Display mit 300 ppi

Der Kobo Aura One hat ein 7,8 Zoll Display, das E-Ink Carta Technik nutzt. Die Anzeigetechnologie kommt mittlerweile bei beinahe allen Neuerscheinungen zur Anwendung. Beim Aura H2O konnte der Bildschirm mit ganz besonders hohen Kontrastwerten überzeugen.

Kobo Aura One Startbildschirm

Die Auflösung des Aura One Displays beträgt hervorragende 1872 x 1404 Pixel, wodurch sich eine Pixeldichte von 300 ppi ergibt. Damit ist die Schriftschärfe genauso hoch wie bei den kleineren 6 Zöllern und kann den Aura H2O übertrumpfen. Die Vorderseite ist plan, wie man das auch vom ersten Kobo Aura kennt. Die Bedienung erfolgt über einen kapazitiven Touchscreen.

Meine frühere Befürchtung wonach der eReader keine Frontbeleuchtung hat, erweist sich nun als unbegründet: Der Aura One besitzt die „ComfortLight Advanced Technologie“ zur Ausleuchtung des Bildschirms genannt. Damit wird man den eBook Reader wieder bei allen Lichtverhältnissen nutzen können.

Ein Helligkeitssensor ist ebenfalls mit dabei, sodass die Intensität der Beleuchtung automatisch reguliert werden kann. Dieses Feature kennt man bereits vom Kindle Voyage und Pocketbook Sense.

Kobo hat außerdem eine „Blaulichtreduktion“ eingebaut, die mit Hilfe einer integrierten Farbtemperaturanpassung realisiert wird. Damit ist der Aura One der erste dedizierte eReader der eine solche Funktion mitbringt. Insbesondere das Farbtemperaturlotto der sonstigen Leuchtmodelle (auch anderer Hersteller) könnte damit ein wenig entschärft werden, da sich die Beleuchtungsfarbe in einem gewissen Maß anpassen lässt.

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Dünn und leicht

Obwohl der Akku mit nur 1.200 mAh verhältnismäßig klein ist, soll die Laufzeit mit einer Ladung bis zu einem Monat betragen. Der kleine Akku sorgt dann auch (wohl in Kombination mit anderen Optimierungen) für ein rekordverdächtig niedriges Gewicht in dem Größensegment. Nur 230 Gramm wird der Kobo Aura One auf die Waage bringen, womit er sogar ein wenig leichter ist als der Aura H2O (233 g). Von vielen 6 Zöllern trennen ihn nur rund 30 bis 50 Gramm.

Mit nur 6,9 mm extrem dünn

Ebenfalls sehen lassen kann sich die geringe Tiefe des Geräts: Nur 6,9 mm ist der eReader dick. Die Maße betragen: 195,1 x 138,5 x 6,9 mm.

Wie bereits vermutet bringt das Lesegerät wieder einen Wasserschutz mit. Im Gegensatz zum Aura H2O ist das Gehäuse beim Aura One allerdings nicht wasserdicht, sondern ebenso wie beim Tolino Vision 3 HD mit Hilfe einer Nano-Beschichtung versiegelt. Das bedeutet, dass Wasser ins Innere des Gehäuses eindringen kann, dort allerdings an der empfindlichen Elektronik keinen Schaden verursachen sollte.

Die Größe des internen Speichers beträgt 8 GB, wobei vermutlich rund 7 GB nutzbar sein werden. Eine Speicherkartenerweiterung gibt’s nicht.

Premium-Hardware im Hochpreissegment

Preislich liegt der Kobo Aura One, wie zu erwarten, oberhalb des H2O. 229 Euro muss man für das Premiummodell bezahlen. Das entspricht einem Aufschlag von 50 Euro gegenüber dem bisherigen Spitzenmodell von Kobo (179 Euro). Gleichzeitig dürften viele Leseratten aber durchaus erleichtert sein, dass das japanisch-kanadische Unternehmen nicht in die gleichen Preisregionen wie Amazon beim Kindle Oasis vorstößt (ab 289 Euro).

Gummierte Rückseite

Das größte Fragezeichen betrifft im Moment natürlich noch die praktische Ausführung. Die Vergangenheit hat bereits oftmals gezeigt, dass die Daten am Papier vielversprechend sein können, am Ende dann aber trotzdem nur ein eher mittelmäßiges Produkt beim Kunden ankommt. Insbesondere die gleichmäßige Beleuchtung des großen Displays dürfte eine enorme technische Herausforderung sein.

Nachdem Kobo seit der Rakuten-Übernahme mit den letzten zwei Leucht-Modellen (Aura H2O, Glo HD) aber bereits ein glückliches Händchen bewiesen hat, darf man hoffen, dass die praktische Ausführung auch beim Aura One gelungen ist.

Im Großen und Ganzen lesen sich die technischen Daten jedenfalls ausgezeichnet und lösen beim einen oder anderen sicherlich schon jetzt einen Will-Haben-Effekt aus. Der größte Negativpunkt für viele Poweruser dürfte aber trotzdem die fehlende Speicherkartenweiterung sein.

Der Kobo Aura One wird ab 6. September in Deutschland erhältlich sein. Der Kauf kann dann entweder über die Kobo-Homepage oder die bisherigen Elektronikpartner (Media Markt, Saturn, etc.) erfolgen.

Kobo Aura Edition 2

Neben dem Kobo Aura One bringt das Unternehmen auch den Kobo Aura Edition 2 in den Handel. Dieser wird ebenfalls am 6. September erhältlich sein. Die Positionierung ist in meinen Augen aber unklar.

Der Aura 2 wird zwar ein E-Ink Carta Display besitzen, allerdings nur 212 ppi bieten – also eine Auflösung von 1024×758 Pixel haben. Das entspricht der Pixeldichte des Vorgängers und ist niedriger als beim Kobo Glo HD.

Gleichzeitig gedenkt Kobo aber einen Preis von 120 Euro für das Gerät auszurufen – so viel werden im Handel auch für den Glo HD fällig. Man darf gespannt sein, wie genau das Gerät positioniert werden soll und welcher Preis am Ende in den Geschäften stehen wird.

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