Kobo Aura H2O im Hands-On: Fragen und Antworten

26. September 2014
Lesezeit: 6:16 Min.
Kobo Aura H2O im Hands-On: Fragen und Antworten

In weniger als einer Woche wird der Kobo Aura H2O den Weg zum Kunden finden, denn am 1. Oktober fällt der offizielle Startschuss für den internationalen Marktstart des eBook Readers. Die technischen Daten des Geräts versprechen ein ausgezeichnetes Lesegerät: Es kommt ein 6,8 Zoll E-Ink Carta Display mit einer Auflösung von 1440×1080 Pixel zum Einsatz. Als besonderer Bonus ist der eReader außerdem wasserdicht und staubgeschützt (mit IP67 Zertifizierung), sodass er in quasi jeder Lebenslage nutzbar ist.

Dass ein vielversprechendes Datenblatt aber nicht immer zu einer überzeugenden praktischen Vorstellung führt, wissen wir bereits. Rechtzeitig zum Marktstart gibt’s bei uns daher ein erstes Hands-On zum Kobo Aura H2O, sodass ihr eure Vorbestellungen noch rechtzeitig durchführen oder stornieren (sehr unwahrscheinlich!) könnt.

Ausgezeichnete Verarbeitung

Kommen wir also zur Sache: Der neue Kobo eBook Reader wird in einer für das Unternehmen typischen, minimalistischen Verpackung ausgeliefert. Bei der Verarbeitung des Geräts gibt’s nichts auszusetzen, außer dass unser (von Kobo bereitgestelltes) Testgerät offenbar schon einmal den Boden geküsst hat, was sich an einer lä­dierten Ecke bemerkbar macht. Das kann man dem Gerät aber natürlich nicht negativ anrechnen. Abgesehen davon gibt’s an der Verarbeitung absolut nichts auszusetzen: Der Aura H2O wirkt sowohl optisch als auch haptisch sehr solide und dank der minimal geschrumpften Gehäusetiefe liegt der eReader für einen 6,8 Zöller auch gut in der Hand. Die neue überarbeitete, abgeschrägte Rückseite macht sich dieses Mal auch tatsächlich positiv bei der Handhabung bemerkbar. Außerdem wackelt das Gerät glücklicherweise nicht störend hin und her, wenn man es auf den Rücken legt (wie das bei unserem Aura HD der Fall war).

Der eBook Reader weiß sofort zu gefallen, die matte Oberfläche ist allerdings sehr anfällig für Fingerabdrücke

Weniger gut gefällt mir allerdings die Oberflächenbeschaffenheit, denn die matte Gehäusefront ist sehr anfällig für Fingerabdrücke, was schon bei den ersten Gehversuchen mit dem eBook Reader ins Auge sticht.

Am unteren Geräterand befindet sich eine Klappe, die Micro-USB-Anschluss und MicroSD-Karteneinschub schützt. Diese Abdeckung sitzt im Vergleich zu so manch anderem Gerät recht fest, was dem wasserdichten Gehäuse verschuldet ist. Dennoch lässt sich die Klappe gut verschließen, sodass es hier keine großen Probleme mit der sonstigen Handhabung geben sollte.

Das womöglich beste E-Ink Display

Kommen wir also endlich zum Herzstück des Kobo Aura H2O. Die Abschnittsüberschrift verrät schon in welche Richtung die Ausführungen hier gehen werden, denn der eBook Reader kann mit der ersten Aktivierung sofort überzeugen. Der Bildschirm wirkt kontrastreich und ist sehr gut ablesbar. Das verdankt er einerseits dem guten Schwarzwert aber insbesondere dem Bildschirmhintergrund, der deutlich heller erscheint als bei allen bisherigen eReadern mit E-Ink Display. Zusätzlich sorgt die höhere Pixeldichte dann auch dafür, dass die Schrift wirklich ausgesprochen scharf und knackig wirkt.

Bei beiden Geräten ist die Beleuchtung deaktiviert, der Hintergrund beim Kobo Aura H2O (links) ist aber dennoch sichtbar heller als beim Kindle Paperwhite (rechts)

Der erste Eindruck bestätigt sich dann auch im unbeleuchteten Vergleich zu den anderen Geräten, denn sogar der Kindle Paperwhite wirkt im direkten Vergleich ein wenig dumpfer. Der Unterschied ist hier zwar nicht eklatant, aber doch sichtbar. Bei den anderen erhältlichen E-Ink Carta Geräten (Tolino Vision, PocketBook Ultra) ist die Schere merklich größer, sodass man auch ohne große Anstrengungen erkennt, dass der Aura H2O das bessere Display besitzt. Damit scheint im neuen Kobo Gerät erstmals das volle Potential der Carta-Technik ausgeschöpft zu werden.

Dabei könnte der weiterhin zum Einsatz kommende Infrarot-Touchscreen durchaus eine Rolle spielen, denn damit spart sich Kobo neben der Beleuchtungsfolie eine weitere störende Plastikschicht auf dem Display, die ansonsten immer eine minimale Verdunkelung zur Folge hat. Alle anderen in Deutschland erhältlichen Carta-eReader besitzen einen kapazitiven Touchscreen.

Auch mit aktivierter Beleuchtung top

Wer Sorge hatte, dass sich das hervorragende Bild mit aktivierter Beleuchtung nicht fortsetzt, den kann ich beruhigen. Auch wenn man das integrierte Licht einschaltet, bleibt der Bildschirm sehr gut ablesbar. Der Kontrast erhöht sich weiter, sodass im direkten Vergleich zum Paperwhite wieder ein Vorteil für den Aura H2O feststellbar ist. Auch hier gilt zwar weiterhin, dass der Unterschied nicht riesig ist, aber eben doch sichtbar. Die Schrift ist nochmal um eine Nuance schwärzer als beim Amazon Gerät. Wenn man sich vor Augen hält, dass die bisherigen Kobo eBook Reader in dieser Hinsicht durchaus ihre Schwächen hatten, dann kann man dem kanadischen Unternehmen zu dem großen Qualitätssprung wirklich nur gratulieren.

Ähnliche Helligkeitsstufe, ähnliche Ergebnisse: Der Kobo Aura H2O (rechts) bietet eine mindestens ebenso hervorragende (bzw. sogar ein wenig bessere) Ablesbarkeit wie der Kindle Paperwhite (links)

Ein weiterer Pluspunkt ist die ausgesprochen gleichmäßige Ausleuchtung des Bildschirms, die locker an den Amazon Konkurrenten heranreicht. Am unteren Bildschirmrand gibt’s zwar eine minimale Schattenbildung (siehe Bild), die sich aufgrund der Gleichmäßigkeit aber nicht als Störung, sondern eher als sanfte Abstufung der Beleuchtung zum Displayrand hin präsentiert. Der Effekt ist nur auf einer Höhe von etwa 5 mm sichtbar und damit auch im Lesebetrieb kein Problem.

Die Farbtemperatur der Beleuchtung ist relativ neutral, subjektiv sehr weiß ohne störende Verfärbungen und liegt ebenfalls sehr nah am bisherigen Spitzenreiter. Den vom Aura HD bekannten vertikalen Farbverlauf sucht man beim Aura H2O vergeblich.

Die Helligkeitsbereiche in denen sich das Licht regulieren lässt, liegen am unteren Ende mit 1,2 cd/m² am Niveau des kleinen Aura und mit maximal 99 cd/m² etwa am Niveau des Kindle Paperwhite. Das sind ebenfalls sehr gute Werte die das Gros der Nutzer zufriedenstellen dürfte. Entwarnung kann ich außerdem bei der Ansteuerung der LEDs geben: Nach ersten Messungen scheint keine PWM-Technik zum Einsatz zu kommen.

Zwischenfazit

Damit sind wir auch schon am Ende des kurzen Hands-On Berichts des Kobo Aura H2O, der sich im Grunde mit einem Wörtchen zusammenfassen lässt: Wow.

Der neue eBook Reader hinterlässt einen ausgezeichneten ersten Eindruck und scheint den bisherigen Spitzenreiter Kindle Paperwhite tatsächlich vom Display-Thron zu stoßen. Das ist bisher noch keinem anderen Hersteller auch nur ansatzweise gelungen (in Hinblick auf alle Merkmale des Bildschirms und der Beleuchtung). Umso eindrucksvoller ist es dann auch, dass der Aura H2O den Amazon Konkurrenten in quasi allen wichtigen Bereichen übertrumpfen kann. Wie groß die Unterschiede genau sind, das werden die Messungen im bald erscheinenden Testbericht zeigen.

An dieser Stelle muss man aber natürlich auch festhalten, dass die tolle Präsentation des wasserdichten Premium-eReaders ihren Preis hat: 179 Euro werden für das Gerät fällig, womit man deutlich tiefer in die Tasche greifen muss, als beim Paperwhite. Wenn man allerdings die bestmögliche Abbildleistung haben möchte, dann ist der Aufpreis jedenfalls sehr gut angelegt und man wird sich für die restliche Nutzungsdauer am Bildschirm erfreuen.

Vorbesteller können jedenfalls beruhigt aufatmen und müssen den ersten Erkennissen nach keine Probleme fürchten.

Wie immer können in den Kommentaren zum Artikel bzw. im Forum Fragen zum Gerät gestellt werden, die ich bis zur Fertigstellung des Testberichts bestmöglich versuche zu beantworten. Mit dem Testbericht ist in der ersten Oktoberwoche zu rechnen.

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