Kindle Paperwhite Nachfolger in Sicht? Nein – Kindle DX Ablöse!

25. November 2013
Lesezeit: 4:29 Min.
Kindle Paperwhite Nachfolger in Sicht? Nein – Kindle DX Ablöse!

Der Kindle Paperwhite ist der aktuell bestbewertete eBook Reader hier bei uns, was einerseits an der ausgezeichneten Hardware und andererseits an der einfach zugänglichen aber umfangreichen Software liegt. Wie diverse Technikblogs unter Berufung auf Techcrunch nun berichten, arbeitet Amazon – wenig überraschend – auch schon am Nachfolger.

Ungewöhnlicher als die Tatsache, dass Amazon schon am neuen eBook Reader arbeitet, ist allerdings der kolportierte Marktstart des mit Kindle Ice Wine bezeichneten Prototypen. Schon im zweiten Quartal 2014 soll das neue Gerät auf den Markt kommen.

Kindle Ice Wine

Techcrunch will den Kindle Paperwhite Nachfolger bereits gesehen haben, was durchaus glaubwürdig ist. Der Technikblog hatte bereits in den Jahren 2011 und 2012 ein paar Informationen zu den bevorstehenden Kindle Fire und Kindle Paperwhite Produktstarts parat, die sich im Nachhinein als relativ genau herausgestellt haben.

Die nächste Generation des Kindle Paperwhite soll in Hinblick auf die Hardware eine völlige Neuentwicklung sein – mit einer Pixeldichte von 300 ppi. Es wäre der erste eBook Reader mit einer solch hohen Auflösung und würde dem aktuellen Rekordhalter Kobo Aura HD entthronen.

Der neue Kindle Paperwhite (DX) soll den Kindle Fire Geräten ähnlicher sehen

Das soll allerdings nicht die einzige Neuerung bleiben. Offenbar wurde das Gehäuse völlig neu gestaltet und ähnelt nun den kantigen Kindle Fire HD(X) Tablets stärker. Die Vorderseite des eBook Readers soll plan sein, d.h. wie bei einem Tablet (und beim Kobo Aura) befindet sich vorne eine durchgehende Glasschicht.

Auch Blättertasten sind angeblich wieder mit dabei, die allerdings etwas anders aufgebaut sein sollen, als die üblichen seitlich sitzenden Knöpfe. Eine weitere große Neuerung betrifft die automatische Helligkeitsanpassung des Bildschirms. Während man die Beleuchtung bei allen aktuellen eBook Readern manuell regeln muss, soll der Kindle Ice Wine die Helligkeit per Sensor automatisch regeln – und zwar so, dass man den Vorgang nicht mitbekommt.

Kindle Paperwhite 3 oder Kindle Paperwhite DX?

Ein wichtiges Detail bleibt Techcrunch aber schuldig: Die Bildschirmgröße. Während die technischen Details durchaus glaubwürdig sind, handelt es sich unserer Einschätzung nach allerdings nicht um einen Nachfolger für den aktuellen 6 Zoll Kindle Paperwhite, sondern für den 9,7 Zoll Kindle DX.

Die Vermutung hat vier Gründe:

  1. Der Kindle DX wurde zwischenzeitlich eingestellt, nur um dann wenige Monate später wieder ins Amazon Portfolio aufgenommen zu werden. Das ist vor allem deshalb ungewöhnlich, weil der eBook Reader von Amazon ansonsten überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt bekommt und in keiner einzigen Pressemitteilung oder Werbung Erwähnung findet. Amazon hat nicht mal Pressematerial zum Kindle DX online. Außerdem wurde der Maxi-eReader mehrmals im Preis gesenkt, weshalb auch immer wieder spekuliert wurde, dass ein Nachfolger bereits in den Startlöchern steht.
  2. Der zweite wichtige Grund betrifft die Entwicklungsarbeit der E Ink Holdings. Bereits im Mai 2011 hatte das Unternehmen einen 300ppi Bildschirm angekündigt, der in Zusammenarbeit mit Epson entwickelt werden sollte. Diesen 2400×1650 Pixel auflösenden Bildschirm hat man auf diversen Technikmessen immer wieder ausgestellt und es ist auch das einzige E-Ink Display mit einer solch hohen Pixeldichte. Allerdings handelt es sich nicht um einen 6 Zoll Bildschirm, sondern um ein 9,68 Zoll messendes Display. Das würde auch perfekt zur aktuellen Kindle DX Bildschirmdiagonale passen.
  3. Der von Techcrunch angeführte Marktstart im zweiten Quartal 2014 passt nicht zu den üblichen Kindle Produktstarts. Es wäre höchst ungewöhnlich, wenn Amazon den Kindle Paperwhite Nachfolger bereits nach so kurzer Zeit vorstellt. Außerdem würde man bestehende Neukunden eventuell am falschen Fuß erwischen, wenn der Produktzyklus so kurz ausfällt.
  4. Ein hochauflösender 300 ppi 6 Zoll eBook Reader macht wirtschaftlich wenig Sinn. Während der Kobo Aura HD mit der Bildschirmdiagonale von 6,8 Zoll und der Auflösung von 1440×1080 Pixel schon deutlich mehr kostet als der übliche 6 Zöller, wäre ein 300 ppi eReader aller Wahrscheinlichkeit noch teurer. Ein hoher Einstiegspreis für einen 6 Zoll eBook Reader würde nicht zu Amazons bisheriger Preispolitik passen.

Es scheint in unseren Augen daher wahrscheinlicher zu sein, dass Techcrunch nicht einen Kindle Paperwhite Nachfolger meint, sondern viel mehr einen Kindle Paperwhite DX.

Mit der Wiedereinführung des Kindle DX und den mehrfachen Preissenkungen könnte Amazon ausloten, wieviel Kunden bereit sind für einen 9,7 Zöller zu bezahlen. Da hochauflösende Tablets mehr bieten als vergleichbare eBook Reader, kann Amazon den Preis nämlich keineswegs nach Belieben festlegen (wie das früher war), sondern muss sich der stark veränderten Marktsituation anpassen.

Der Vorstellungstermin in der ersten Jahreshälfte könnte dann auch – passend zur hohen Auflösung und großen Bildschirmdiagonale – diverse Neuerungen im Amazon Portfolio mitbringen. Es wäre möglich, dass der Versandriese damit auch sein Engagement am Bildungsmarkt weiter ausbaut. Apple ist mit dem 9,7 Zoll großen iPad bereits dabei einen großen Anteil des Bildungsmarktes für sich zu beanspruchen. Mit der Vorstellung in der ersten Jahreshälfte, hätte Amazon außerdem genügend Zeit Deals für die zweite Jahreshälfte und Back-To-School Season zu schließen.

Mit unserer Einschätzung können wir zwar auch völlig falsch liegen, aber in Summe sprechen die genannten Gründe doch eher dafür, dass man einen Kindle Paperwhite DX, nicht einen Kindle Paperwhite 3, erwarten darf. Sobald es Neuigkeiten dazu gibt, erfährst du es natürlich bei uns.

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