ArtaTech und Onyx gehen getrennte Wege, InkBook Obsidian vorgestellt

21. Dezember 2015
Lesezeit: 3:56 Min.
ArtaTech und Onyx gehen getrennte Wege, InkBook Obsidian vorgestellt

Im Juni 2015 habe ich davon berichtet, dass der polnische Onyx Boox Reseller Arta Tech einen neuen eBook Reader namens InkBook Onyx auf den Markt gebracht hat. Dabei handelt es sich trotz der Namensverwandtschaft nicht um einen eReader des chinesischen Herstellers Onyx International, sondern um einen neu gebrandeten Bouye T61 – hierzulande auch besser bekannt als Icarus Illumina.

Die Meldung war deshalb interessant, da Arta Tech zu einem der größten europäischen Onyx Händler gehört (hat). Die Geräte wurden nämlich nicht nur auf der eigenen Homepage verkauft, sondern auch über verschiedene Amazon-Shops vertrieben, wodurch sie einem großen Publikum zugänglich wurden.

Obwohl Onyx in den vergangenen Monaten immer wieder neue Versionen der 2014 vorgestellten eBook Reader präsentiert hat, blieb es hierzulande zuletzt relativ ruhig um den Hersteller. Das lag mitunter daran, dass es keines der neuen Modelle bis nach Westeuropa geschafft hat.

Über einen der Gründe bin ich vor wenigen Tagen eher zufällig gestolpert und genau genommen ist es keine Neuigkeit: Im August 2015 hat Arta Tech auf deren Webseite bekannt gegeben, dass man zukünftig nicht mehr mit Onyx International zusammenarbeiten werde:

„InkBook ist die Antwort auf Probleme denen sich Onyx International stellen musste. Um die Zufriedenheit unserer Kunden sicherzustellen und die Qualität der Produkte zu verbessern, hat Arta Tech sich dazu entschlossen die Kooperation mit Onyx International zu beenden und eine neue, eigene Marke zu gründen: InkBook.“

Bekannte Probleme in der Vergangenheit

Um welche Probleme es sich genau handelt, wird nicht erwähnt. Allerdings wissen wir von zwei Dingen, die aus Kundensicht wenig erfreulich waren:

  1. Der Onyx Boox T68 wurde (zu) häufig mit fehlerhaften Akkus verschickt. Die Probleme fingen damit an, dass sich die betroffenen Geräte neu gestartet haben und nur noch mit dem Anschluss einer externen Stromquelle aus der Bootschleife befreien ließen. Die Probleme wurden schließlich immer schlimmer, sodass der Akku am Ende gar nicht mehr fuktioniert hat. Wie viele Geräte von dem Fehler betroffen waren, wurde allerdings nie aufgeklärt. Bei Mobileread haben sich aber insbesondere zum Marktstart immer wieder verschiedene Käufer mit der gleichen Problembeschreibung gemeldet. Glücklicherweise wurden die betroffenen Geräte aber auf Garantie ausgetauscht.
  2. Ebenfalls in die Schlagzeilen kam Onyx mit dem E-Ink Smartphone E43. Das Gerät kam mit Verspätung und nur in sehr geringen Stückzahlen auf den Markt. Als die ersten Vorbesteller ihre Handys erhalten haben, stellte sich schnell Ernüchterung ein, denn Onyx hat offenbar die IMEI-Nummern anderer Hersteller genutzt. Das hatte zur Folge, dass sich viele Geräte nicht im Mobilfunknetz registrieren ließen und das Smartphone somit nur ohne Telefonfunktion nutzbar war.

Ob diese (oder andere) Probleme letztendlich wirklich die Ursache für den Bruch zwischen den beiden Unternehmen war, bleibt aber offen.

InkBook Obsidian als Zugpferd

Letztendlich muss man fairerweise nämlich auch dazu sagen, dass der Grund für das Ende der Zusammenarbeit auch finanzieller Natur sein könnte: Die InkBook Marke lässt sich womöglich einfach gewinnbringender und besser verkaufen.

Mittlerweile hat der polnische Händler bereits drei eigene eReader im Angebot: InkBook Classic, Onyx und Obsidian. Beim Classic-Modell handelt es sich um ein Einstiegsgerät ohne Touchscreen (aber mit 212 ppi E-Ink Carta Display). Beim Onyx handelt es sich um das gleiche Gerät wie beim Icarus Illumina und beim Obsidian um die Variante mit planer Gehäusefront. Im Gegensatz zum aktuellen Markttrend, besitzen alle drei Geräte weiterhin ein 212 ppi Display (d.h. keine 300-ppi-„Retina“-Auflösung).

Ansonsten bekommt man auch mit dem jüngst hinzugekommenen InkBook Obsidian für 145 Euro die bekannte Technik geboten: 8 GB interner Speicher, plus MicroSD-Speicherkartenerweiterung, sowie WLan zur drahtlosen Internetverbindung. Angetrieben wird das Gerät von einem 1 GHz Dual-Core-Prozessor, dem 512 MB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Als Betriebssystem wird Android 4.2.2 genutzt, das offen für App-Installationen ist.

Über den Icarus Illumina haben wir bereits ausführlich berichtet, sodass du im Gerätetest und in der Skoobe-Review alle wichtigen Informationen zu dem Gerät findest. Das InkBook Obsidian hat Kollege Nathan von The eBook Reader kürzlich in einem (englischsprachigen) Video vorgestellt:

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Tolino und Icarus für deutsche Modding-Fans

Der Obsidian-eReader klingt ohne Zweifel nicht schlecht, deutsche Kunden werden aber womöglich mit dem Griff zum Icarus Illumina, Tolino Shine 2 HD oder Tolino Vision 3 HD aber vermutlich besser bedient sein. Technisch unterscheidet sich der Illumina nicht vom InkBook-Modell, ist allerdings günstiger und wird auch direkt mit der Skoobe-App ausgeliefert.

Die Tolino-Geräte lassen sich wiederum mit wenigen Schritten rooten und für App-Installationen öffnen. Im Vergleich zu den restlichen Android-Modellen besitzen Shine 2 HD und Vision 3 HD außerdem 300 ppi Displays, die auch in der Praxis eine ausgezeichnete Figur machen.

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