Dropbox und Google Drive mit Calibre verwenden

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Dropbox und Google Drive mit Calibre verwenden

Im letzten Artikel habe ich beschrieben, wie man den Calibre Inhalteserver benutzt. Damit kann man vom eBook Reader direkt auf die virtuelle Bibliothek am Heim-PC zugreifen. Diese Lösung ist direkt in der Funktionalität des Programms eingebaut und erfordert grundsätzlich nur wenige Anpassungen. Ein Nachteil ist allerdings die nötige Netzwerk- oder Internetfreigabe. Nicht alle Nutzer wollen das, weshalb Alternativlösungen ebenfalls sinnvoll sein können.

In so einem Fall ist die Nutzung eines Filehosting- bzw. Cloud-Storage-Dienstes eine sehr praktische Möglichkeit. Damit lässt sich ebenfalls von unterwegs auf die eigenen eBooks zugreifen, ohne jedoch Direktzugriff auf den PC erlauben zu müssen. Außerdem kann der Computer für diese Lösung ausgeschaltet sein. Die nachfolgende Anleitung beschränkt sich auf die Beschreibung der Nutzung von Dropbox (2 GB kostenlos) und Google Drive (15 GB kostenlos). Andere Cloudanbieter kann man mit entsprechender PC-Applikation ebenfalls nutzen.

Einrichtung der Filehostingdienste

Abschluss der Dropbox Installation

Fangen wir zunächst mit der Vorbereitung beider Dienste an. Sowohl bei Dropbox, als auch bei Google Drive ist die Einrichtung des Benutzerkontos relativ schnell erledigt. Danach muss man die PC-Software installieren:

Diese Programme synchronsieren ausgewählte Ordner am PC mit dem jeweiligen Hostinganbieter im Internet. Sobald man eine Datei in dem Verzeichnis platziert, umbenennt oder löscht, wird die Änderung auch zeitnah im Cloudspeicher vorgenommen. Dieses Verhalten kann man nun auch in Kombination mit Calibre nutzen.

Hierfür gibt es drei Methoden:

  1. Die gesamte Calibre-Bibliothek wird in der Cloud gespeichert.
  2. Eine zweite Bibliothek wird angelegt und mit der Cloud genutzt.
  3. Man verbindet die Synchronisationsordner immer händisch und kopiert nur ausgewählte eBooks.

Schauen wir uns die unterschiedlichen Optionen der Reihe nach an. Bevor man lostlegt, sollte man aber eine Sicherung der Calibre-Bibliothek anlegen.

Methode 1: Calibre in der Cloud

Die erste Option zur kombinierten Nutzung von Calibre und einem Filestoragedienst, ist die vollständige Synchronisation der virtuellen Bibliothek.

Erster Schritt

Um das zu erreichen, verschiebt man den bestehenden eBook-Bestand an einen neuen Ort. Hierfür klickt man auf das Bibliothekssymbol und wählt „Bibliothek wechseln/neu erstellen“. Man klickt auf das Ordnersymbol und navigiert zum Synchronisationsverzeichnis, das man zuvor in Dropbox oder Google Drive festgelegt hat.

Die beiden Programme erstellen üblicherweise eine Verknüpfung in den Favoriten, sodass man nicht lange nach den Verzeichnissen suchen muss (siehe Bild).

Verknüpfung in den Favoriten

Nun wählt man den Punkt „Aktuelle Bibliothek zum neuen Ort verschieben“ und bestätigt die Eingabe mit „OK“.

Zweiter Schritt: Gesamten eBook-Bestand in die Cloud verschieben

Je nach Anzahl der eBooks, kann der Verschiebevorgang ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Der Fortschrittsbalken zeigt an, wie lange das Ganze circa dauern wird. Hier wartet man einfach ab.

Wenn der Vorgang abgeschlossen ist, sollte sich an der Calibre-Ansicht nichts verändert haben. Die eBooks sind die gleichen wie zuvor – sie befinden sich jetzt allerdings an einem neuen Speicherort.

Hinweis: Bei dieser Methode sollte man bedenken, dass die Synchronisation des gesamten eBook-Bestands mit dem Cloud-Dienst einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Sofern man einen Internetanschluss mit Trafficbegrenzung oder Abrechnung nach Datentransfer besitzt, sollte man die Kosten im Auge behalten.

Wenn man mehrere PCs verwendet, ist es theoretisch möglich alle Calibre-Installationen mit dem gleichen Dropbox-Verzeichnis zu synchronisieren. Das ist zwar verlockend, davon ist allerdings abzuraten. Die Datenbank des Programms ist nicht dafür ausgelegt. So können sich Fehler einschleichen oder im schlimmsten Fall kann man die Bibliothek unbrauchbar machen. Wie man diese wieder repariert, erfährst du hier.

Methode 2: Halbautomatische Cloudnutzung

Will man nicht alle eBooks in die Cloud kopieren, kann man auch eine halbautomatische Lösung wählen. Hierfür nutzt man die Möglichkeit eine weitere virtuelle Bibliothek anzulegen.

Die Vorgehensweise ist gleich wie bei der ersten Option (siehe oben). Man öffnet den gleichen Dialog (Bibliothekssymbol -> „Bibliothek wechseln/neu erstellen“) und wählt den Synchronisationsordner. Anstatt die aktuelle Bibliothek zu verschieben, erstellt man jedoch eine leere Bibliothek an einem neuen Ort (siehe Screenshot).

Leere Bibliothek erstellen

Daraufhin ist das Calibre-Fenster leer. Über den Bibliotheks-Knopf kann man schnell zwischen der Hauptbibliothek und der neuen hin- und herwechseln.

Zwischen den Bibliotheken kann man mit wenigen Klicks wechseln

Will man ein Buch in die Cloud kopieren, klickt man mit der rechten Maustaste auf den Titel und wählt „In Bibliothek kopieren“. Hier nimmt man einfach die zuvor erstellte leere Bibliothek (ohne das eBook aus der Hauptbibliothek zu löschen).

Anmerkung: Der Name der Bibliothek hängt vom gewählten Ordnernamen ab.

eBook in die Cloud verschieben.

Die Dateien werden, ebenso wie bei der ersten Option, automatisch abgeglichen. Im Gegensatz dazu wird bei dieser Methode allerdings nicht der gesamte Bestand synchronisiert, sondern nur jene Titel, die man auch wirklich in Dropbox & Co. haben möchte.

Methode 3: Manuelle Verwendung

Die dritte und letzte Option erfolgt größtenteils in Handarbeit. Anstatt die Bibliothek in den Cloudordner zu verlegen, verbindet man sich jedes Mal aufs Neue mit dem Verzeichnis.

Man klickt auf den Knopf „Verbinden/Teilen“ und wählt „Verzeichnis verbinden“. Nun navigiert man zum Google Drive oder Dropbox Ordner und bestätigt die Auswahl.

Verzeichnis verbinden

Daraufhin erscheint ein weiterer Menüpunkt mit der Bezeichnung „Gerät“. Wie bei der zweiten Methode kann man eBooks nun an das Verzeichnis senden, indem man mit der rechten Maustaste auf den Titel klickt. Hier wählt man „An Gerät senden“ und „An Hauptspeicher senden“.

Hat man alle gewünschten eBooks in das Verzeichnis übertragen, kann man die Verbindung über „Gerät“ -> „Dieses Gerät auswerfen“ wieder trennen.

Gerät auswerfen

eBooks im Webbrowser des eReaders abrufen

Egal für welche Methode man sich entschieden hat, der Abruf der eBooks funktioniert am Ende immer gleich. Man öffnet den Internetbrowser am eReader und gibt die Adresse für Dropbox oder Google Drive ein (bzw. für den verwendeten Clouddienst). Am besten setzt man danach ein Lesezeichen zur jeweiligen Seite.

Nach dem Login hat man vollständigen Zugriff auf die Bibiothek und kann einzelne eBooks ganz einfach herunterladen.

Dropbox im Browser des Kobo Aura H2O

PocketBook bietet zusätzlich die Möglichkeit, Dropbox direkt zu verknüpfen und eine automatische Synchronisation mit dem eReader durchzuführen. So kann man den eReader laufend drahtlos mit Calibre abgleichen.

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